Skip to Main Content

Silodenken ade: So steigern KMU ihre Innovationskraft

Silodenken ade: So steigern KMU ihre Innovationskraft

Prof. Dr. Leo Brecht und Dr. Daniel Knapp
Prof. Dr. Leo Brecht und Dr. Daniel Knapp analysierten Daten von über 1500 deutschen KMU-Unternehmen.

Kooperation über Abteilungsgrenzen und kluges Wissensmanagement sind laut einer Studie der Universität Liechtenstein die Schlüssel zu mehr Effizienz.

In einer dynamischen Weltwirtschaft müssen Unternehmen ihre Innovationskraft ständig ausbauen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Eine aktuelle Studie von Prof. Dr. Leo Brecht und Dr. Daniel Knapp von der Universität Liechtenstein, veröffentlicht in der «Zeitschrift für KMU und Entrepreneurship», zeigt, wie Zusammenarbeit, Wissensmanagement und Experimentieren die Innovationseffizienz prägen. 

Die Forscher analysierten Daten von über 1500 deutschen Unternehmen, vor allem kleinen und mittleren Betrieben (KMU). Ihr Fazit: Wer gezielt lernt, innoviert effizienter. Organisationales Lernen – die Fähigkeit, Wissen zu teilen und anzuwenden – gilt als entscheidender Hebel, um Innovationen voranzutreiben und Wettbewerbsvorteile zu sichern. 

Zusammenarbeit zahlt sich aus 

Die Studie belegt, dass gute Zusammenarbeit die Innovationskraft deutlich steigert. Unternehmen mit einer ausgeprägten Kollaborationskultur und effektivem Wissensaustausch arbeiten im Schnitt 37 Prozent effizienter als solche mit geringer Kooperation. 

Gemeinsames Handeln stärkt die Fähigkeiten der Organisation. Offene Kommunikation, gegenseitige Unterstützung über Abteilungsgrenzen hinweg und regelmässiger Wissensaustausch fördern die Innovationsleistung. Die Forscher betonen, dass intensive Zusammenarbeit Ideen bündelt und neue Konzepte entstehen lässt. Auch die Einbindung der Mitarbeitenden in Entscheidungen und die gemeinsame Entwicklung von Strategien tragen zur Effizienz bei. 

Wissen als strategischer Vorteil 

Neben der Zusammenarbeit spielt der Umgang mit Wissen eine zentrale Rolle. Unternehmen mit gutem Wissensmanagement arbeiten im Schnitt 70 Prozent effizienter als solche, die Wissen kaum systematisch nutzen. 

Der Grund: Ein kluger Umgang mit Wissen hilft, Marktchancen früh zu erkennen. Erst wenn Mitarbeitende ihr Wissen teilen, wird es für das Unternehmen wertvoll. Interne und externe Informationsquellen – etwa Kunden, Lieferanten, Wettbewerber oder Messen – wirken sich ebenfalls positiv auf die Innovationskraft aus. 

«Zusammenarbeit und Wissensmanagement fördern die Innovationseffizienz, indem sie interdisziplinäres Denken und Wissensaustausch stärken», so die Autoren. 

Vorsicht vor zu viel Experimentieren

Experimentieren treibt Innovationen voran, birgt aber Risiken. Die Studie zeigt, dass übermässiges Experimentieren die Effizienz senken kann. Unternehmen mit sehr hoher Experimentierfreude schneiden nicht besser ab als solche mit geringer. Im Vergleich zu einer mittleren Experimentierfreude sinkt die Effizienz bei übermässigem Experimentieren sogar um 19 Prozent. 

Die Ursache: Zu viele Experimente erhöhen das Risiko und können die Kernkompetenzen des Unternehmens überfordern. Schnelle Anpassungen an neue Ideen führen oft zu Ineffizienzen. 

Die Forscher warnen: «Übermässiges Experimentieren kann die Effizienz mindern, da es Risiken erhöht und die Kernkompetenzen des Unternehmens strapaziert.» Erfolgreiche Unternehmen setzen auf Pilotprojekte, die sie eng mit ihren strategischen Zielen verknüpfen. 

Fazit: Lernen als Erfolgsfaktor 

Die Studie zeigt: Organisationales Lernen stärkt die Innovationskraft. Unternehmen, die eine lernorientierte Kultur pflegen, steigern ihre Effizienz. Entscheidend ist, die Prinzipien des Lernens gezielt anzuwenden.  Die Forscher empfehlen, lernorientierte Praktiken fest zu verankern. Innovation gedeiht dort, wo Lernen Teil der Unternehmenskultur ist.

Prof. Dr. Leo Brecht und Dr. Daniel Knapp
Prof. Dr. Leo Brecht und Dr. Daniel Knapp analysierten Daten von über 1500 deutschen KMU-Unternehmen.