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Dies Academicus 2025: Universität stellt die Weichen für die Zukunft und ehrt Josef Biedermann

Dies Academicus 2025: Universität stellt die Weichen für die Zukunft und ehrt Josef Biedermann

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Universitätsratspräsident Lothar Ritter überreicht die Urkunde an den neuen Ehrensenator Josef Biedermann.

Am Dies Academicus 2025 gab die Universität Liechtenstein Einblick in ihre zukünftige Ausrichtung und würdigte herausragende Leistungen in Forschung. Josef Biedermann wurde zum Ehrensenator ernannt.

In seinen Grussworten übermittelte Daniel Oehry, Minister für Infrastruktur und Bildung, die Haltung der Regierung und betonte die essenzielle Rolle der einzigen Universität des Landes. Oehry hob hervor, dass Bildung und Forschung für den Kleinstaat keine Randnotiz seien: «Für einen kleinen Staat wie Liechtenstein sind Bildung und Forschung keine Nebensache, sondern wichtige Investitionen in die Zukunft». Die Politik verstehe die Bildung als zentralen Erfolgsfaktor Liechtensteins, da das Land auf gut ausgebildetes Fachpersonal angewiesen sei.

Rektor Christian Frommelt eröffnete den Festakt unter dem Titel «Wissenschaft in bewegten Zeiten». Er konstatierte, dass die Universität ihre stürmischsten Zeiten hinter sich habe. Angesichts aktueller Unsicherheiten werde die Rolle der Universität immer wichtiger. Frommelt unterstrich, dass Bildung den Staat resilient mache: «Bildung macht unseren Staat und unsere Gesellschaft resilient.»

Neues Leitbild: Liechtenstein aktiv mitgestalten

Nach turbulenten Jahren habe die Universitätsleitung nun erstmals seit 2019 wieder einen strategischen Kompass: den Entwicklungsplan 2026–2028. Der Plan, der Anfang nächsten Jahres offiziell vorgestellt wird, definiert das neue Motto: «Liechtenstein und die Region proaktiv und vorausschauend mitgestalten».

Die Universität versteht sich als Dienstleisterin der Öffentlichkeit, die ihre Kleinheit als Stärke nutzt und Fachkräfte liefert. Der Rektor kündigte an, einen verstärkten Fokus auf Wissenschaftskommunikation zu legen, um gerade in Zeiten der Desinformation zu helfen, Sachverhalte einzuordnen. Frommelt richtete abschliessend einen klaren Appell an die politischen Entscheidungsträger, indem er für eine evidenzbasierte Politik warb: «In stürmischen Zeiten braucht es eine besonnene, zukunftsorientierte Politik. Eine solche Politik ist zwangsläufig eine, welche sich auf wissenschaftliche Daten und fundierte Fachexpertise stützen kann».

Lösungsansatz für die Altersvorsorge: Die «FL-Säule»

Prof. Dr. Michael Hanke, Dekan der Liechtenstein Business School, präsentierte in seinem Festvortrag eine innovative Lösung für die Altersvorsorge Liechtensteins. Er skizzierte eine Ergänzung des bestehenden Drei-Säulen-Modells durch die sogenannte «FL-Säule». 

Diese Säule, finanziert durch das Land und den Kapitalmarkt, sieht vor, dass pro Geburt ein festgelegter Betrag eingezahlt wird, der sich bis zur Rente vervielfacht und nicht abgehoben werden kann. Hanke betonte die Passgenauigkeit des Vorschlags: «Die FL-Säule berücksichtigt die spezifischen Gegebenheiten des Landes und ist gezielt auf die 1. und 2. Säule abgestimmt». Der neue Vorschlag sei weit vorausschauend und adressiere auch zukünftige Herausforderungen wie steigende Kosten für Krankheit und Pflege im Alter.

Josef Biedermann zum Ehrensenator ernannt

Ein weiterer Höhepunkt war die Ehrung des ehemaligen Rektors des Gymnasiums und Politikers Josef Biedermann, der zum Ehrensenator der Universität ernannt wurde. Lothar Ritter, Präsident des Universitätsrats, würdigte in seiner Laudatio Biedermanns vielseitiges Engagement für Bildung, Politik und Umweltschutz. Ritter hob hervor, Biedermann habe nie den Mut verloren, unbequem zu sein. Biedermann verkörpere die Kernthemen der Universität: Verantwortung, kritischer Blick auf die Gesellschaft und Nachhaltigkeit.

Der Geehrte, den Ritter als «Ikone des Kampfes für Nachhaltigkeit» bezeichnete, dankte stellvertretend: «Ich nehme die Ehrung stellvertretend für all diejenigen Menschen, die mich über die Jahre begleitet und geprägt haben». 

Auszeichnungen für Nachwuchstalente

Zum Abschluss des Festakts wurden Nachwuchsforschende und Studierende für ihre herausragenden gemeinnützigen und wissenschaftlichen Arbeiten ausgezeichnet.

Pro Bono Award: Die Architekten Valeria Klein und Noah Winkler gewannen für die Revitalisierung der Altstätter Obergasse. Sie transformierten eine wenig genutzte Gasse in einen Ort der Begegnung. Ihr Ziel: «Mit unserem Projekt möchten wir erreichen, dass die Bewohner der Obergasse in Altstätten den öffentlichen Raum wieder wertschätzen». Den zweiten Pro Bono Award erhielten Melisa Dincer, Ilayda Yilmaz und Fatma Ünalan für ihr BWL-Projekt «Path to Success», das Jugendlichen Finanzkompetenzen vermittelte. Sie sind überzeugt: «Der Weg zum Erfolg startet mit dem richtigen Finanzwissen, das Jugendlichen ermöglicht, fundierte und verantwortungsvolle Entscheidungen zu treffen».

Forschungspreis: Die Forschungspreise des Fürstentums Liechtenstein für Nachwuchsforschende gingen an Merlin Bartel (Dissertation), Patrick Liborius und Othar Kordsachia (Publikation) sowie Günther Schaunig (Projekt).

Teaching Awards: Die Studierendenvertretung (ULSV) verlieh zudem den «Best Teaching Award» an Urs Meister und den «Best Junior Teaching Award» an Ramon Hörler.

Der Dies Academicus endete mit dem gemeinsamen Ausklang beim Apéro im Foyer, musikalisch umrahmt von der Gruppe Classix Strings.

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Universitätsratspräsident Lothar Ritter überreicht die Urkunde an den neuen Ehrensenator Josef Biedermann.

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