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Dissertation von Daniel Haselsberger zu regenerativen Baustoffen und partizipativem Bauen

Dissertation von Daniel Haselsberger zu regenerativen Baustoffen und partizipativem Bauen

Drei Personen auf einer grau/schwarzen Treppe

Die Universität Liechtenstein gratuliert Daniel Haselsberger herzlich zur erfolgreichen Disputation seiner Dissertation «Raw, fired, and in between – on regenerative building materials and participatory construction in Bahuarwa, India» an der Liechtenstein School of Architecture.

In seiner Dissertation untersucht Daniel Haselsberger die Transformation von Baukulturen im Dorf Bahuarwa im indischen Bundesstaat Bihar. An der Schnittstelle von Architektur und Ethnographie analysiert er den Wandel von traditionellen, regenerativen Baumaterialien wie Erde, Bambus und Holz hin zu industriellen, CO₂-intensiven Baustoffen wie Ziegel, Zement und Stahl. Im Zentrum der Arbeit steht die in Indien weit verbreitete Dichotomie zwischen sogenannten kutcha- und pukka-Bauten, die den Einsatz regenerativer Materialien zunehmend erschwert.

Auf Basis eines transdisziplinären Forschungsansatzes kombiniert die Dissertation ethnographische Feldforschung mit partizipativer Aktionsforschung und Research by Design. In zahlreichen Interviews, Gebäudedokumentationen und Beobachtungen analysiert Haselsberger die ökologischen, sozio-ökonomischen und technologischen Faktoren, die Bauentscheidungen vor Ort beeinflussen. Aufbauend auf diesen Erkenntnissen entwickelte und realisierte er gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung und Partnerorganisationen den Neubau einer Schule für benachteiligte Kinder. Dieses Gebäude dient nicht nur als Bildungsinfrastruktur, sondern auch als Test einer hybriden Bauweise, die regenerative und konventionelle Materialien miteinander verbindet.

Betreut wurde die Dissertation von Prof. Dr. Lindsay Howe, Co-Betreuer war Prof. Dr. Sascha Roesler (Università della Svizzera italiana). Die Arbeit entstand im Rahmen intensiver internationaler Kooperationen, unter anderem mit der Bahuarwa Foundation sowie dem Center for Indian Bamboo Resource and Technology. Die Ergebnisse leisten sowohl einen wissenschaftlichen Beitrag zur nachhaltigen Architektur als auch einen konkreten sozialen Mehrwert vor Ort.

Die Universität Liechtenstein gratuliert Daniel Haselsberger herzlich zu diesem herausragenden Erfolg und wünscht ihm für seine berufliche und persönliche Zukunft alles Gute.

 

Artikel: «A Cool School: Die Bahuarwa Primarschule»

Artikel: «Eine Schule in Indien – gebaut mit Liechtensteiner Unterstützung»

 

Zur Person: 
Daniel Haselsberger ist Architekt und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Liechtenstein School of Architecture. Seine Arbeit liegt an der Schnittstelle von Architektur, Ethnographie und internationaler Zusammenarbeit. Geboren 1990 in Chur und aufgewachsen in Flims, studierte er Architektur an der Universität Liechtenstein und verbrachte ein Austauschsemester an der Bergen School of Architecture in Norwegen. Seine Masterarbeit wurde von Anna Heringer betreut. Daniel sammelte berufliche Erfahrungen in Graubünden bei den Architekturbüros Bearth & Deplazes und Jüngling & Hagmann. Seit 2020 ist er in der Lehre und Forschung an der Universität Liechtenstein tätig, wo er ein Entwurfsstudio leitet und Teil des transdisziplinären Lehrformates Pro Bono ist, in dem Studierende mit realen Partner:innen Projekte für das Gemeinwohl initiieren. Seit 2021 widmet er sich seiner Dissertation, die eng mit Indien und seiner gemeinnützigen Arbeit zusammenhängt, die er gemeinsam mit seiner Partnerin Isha Haselsberger, einer in Indien geborenen Architektin, durchführt. Zusammen gründeten sie 2020 die Non-Profit-Organisation Arch Aid, die sich auf gemeinschaftsorientierte Bauinitiativen und die Integration regenerativer, lokal verfügbarer Baumaterialien für benachteiligte Bevölkerungsgruppen konzentriert.

Drei Personen auf einer grau/schwarzen Treppe