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Das Erleben und Navigieren paradoxer Spannungen in Organisationen für Kreativität und Innovation

Project Description

Die Paradoxieforschung zeigt, wie die Akzeptanz organisatorischer Paradoxien – definiert als anhaltende Widersprüche zwischen voneinander abhängigen Elementen (Smith & Lewis, 2011) – Organisationen dabei helfen kann, sich in der komplexen Welt von heute zurechtzufinden (Putnam et al., 2016). Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Organisationen und ihre Mitglieder Paradoxien nutzen können, um Kreativität und Innovation zu fördern, indem sie beispielsweise gleichzeitig explorieren und exploiten (Andriopoulos & Lewis, 2009) oder soziale und kommerzielle Ziele verfolgen (Hahn et al., 2018). Das Akzeptieren von Paradoxien ermöglicht es Führungskräften und Organisationsmitgliedern, kreative „Sowohl-als-auch”-Lösungen für organisatorische Spannungen zu entwickeln und die strategische Agilität zu erhöhen (Lewis et al., 2014).
Darüber hinaus zeigen Studien, dass paradoxe „Frames“ dabei helfen, die mit kreativen Prozessen verbundenen Spannungen zu bewältigen (Andriopoulos, 2003; Miron-Spektor & Erez, 2017) und die individuelle Kreativität zu fördern (Miron-Spektor et al., 2011). Durch die Fähigkeit, einen paradoxen „Frame“ anzunehmen, können Individuen auch befähigt werden, innovative „Sowohlals-auch”-Lösungen für paradoxe Spannungen in Organisationen zu entwickeln (Lewis et al., 2014). Dementsprechend verfolgen die Teilprojekte dieses Forschungsvorhabens folgende Ziele:
(1) Analyse der Literatur dazu, wie und unter welchen Bedingungen Führungskräfte paradoxes Denken anwenden und „Sowohl-als-auch“-Strategien entwickeln, wenn sie mit paradoxen Herausforderungen konfrontiert sind;
(2a) Konzeptualisierung, wie Individuen und Kollektive je nach der in der Kultur verankerten Situationsdynamik einen paradoxen „Frame“ anwenden können;
(2b) Untersuchung, wie Kultur als Meta-Paradoxon als Befähiger oder Beschränker bei der Bewältigung organisatorischer Paradoxien wirken kann; und
(3) Analyse, welche paradoxen Managementansätze die Effizienz sowohl für radikale als auch für inkrementelle Innovationen steigern können.