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Die deutsche Verbrauchsstiftung im Rechtsvergleich mit der österreichischen Verbrauchsstiftung in Gegenüberstellung zur liechtensteinischen Verbrauchsstiftung

Project Description

Durch die anhaltende Niedrigzinsphase hat die Verbrauchsstiftung in Deutschland an Attraktivität gewonnen, da sie im Gegensatz zur klassischen Ewigkeitsstiftung den planmäßigen Verbrauch des Stiftungsvermögens zur Zweckerfüllung erlaubt. Während die Verbrauchsstiftung im deutschen Stiftungsrecht eine eng begrenzte, stark regulierte Ausnahme vom gesetzlichen Grundtypus einer Ewigkeitsstiftung und dem Grundsatz der Kapitalerhaltungspflicht darstellt, ist sie im österreichischen Privatstiftungsrecht als Regelfall konzipiert. Vor diesem Hintergrund untersucht die Dissertation die rechtliche Ausgestaltung der Verbrauchsstiftung in Deutschland und Österreich und stellt diese vergleichend der Rechtslage in Liechtenstein gegenüber, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede der jeweiligen Stiftungsordnungen herauszuarbeiten und deren praktische Auswirkungen systematisch zu analysieren. Methodisch basiert die Arbeit auf einer rechtsvergleichenden Auswertung der einschlägigen gesetzlichen Regelungen, der Rechtsprechung sowie der juristischen Literatur. Die Analyse erfolgt entlang des Lebenszyklus einer Stiftung mit besonderem Fokus auf gesetzliche Grenzen der Stifterfreiheit, Vorgaben hinsichtlich des Vermögensverbrauchs und Transparenzanforderungen. Besondere Berücksichtigung findet dabei die deutsche Stiftungsrechtsreform aus dem Jahr 2023 (Bundesgesetzblatt 2021, Teil I, Nr. 46 vom 16.07.2021). Die Untersuchung zeigt, dass das deutsche Recht auch nach der Stiftungsrechtsnovelle durch eine stärkere Regulierung geprägt ist, während das österreichische und liechtensteinische Recht größere Flexibilität und Individualität bieten. Die Dissertation leistet damit einen Beitrag zum besseren Verständnis der Verbrauchsstiftung im deutschsprachigen Raum und liefert Impulse für die stetige Weiterentwicklung des Stiftungsrechts sowie den Austausch zwischen den Ländern.