Leadership in jungen Unternehmen
Project Description
Mit dem Wachstum von jungen Unternehmen ist auch die Anstellung neuer Mitarbeiter verbunden. Dadurch rückt die interpersonelle Führung verstärkt in das Tätigkeitsfeld des Geschäftsführers und nimmt an Bedeutung für den Unternehmenserfolg zu. Diesem Themenbereich nimmt sich die vorliegende Arbeit an und hat zum Ziel, die Frage nach dem angewandten Führungsverhalten in jungen Unternehmen und dessen Einfluss auf den Unternehmenserfolg zu beantworten. Als theoretische Grundlage wird das Full-Range-Leadership-Modell beigezogen, das zwischen einem passiv-vermeidenden, transaktionalen und transformationalen Führungsverhalten unterscheidet. Die Stichprobe besteht aus 474 Umfrageteilnehmern, welche sich aus 102 Geschäftsführern und 372 Mitarbeitern zusammensetzt. Die Ergebnisse zeigen, dass die transformationale Führung in jungen Unternehmen häufig, die transaktionale Führung manchmal bis oft und die passiv-vermeidende Führung selten angewendet wird. Im Unterschied zu bestehenden Ergebnissen aus grossen, etablierten Unternehmen, sind die transformationale und transaktionale Führung höher ausgeprägt. Dabei fallen die Fremdeinschätzungen des Führungsverhaltens der Mitarbeiter ähnlich den Selbsteinschätzungen der Geschäftsführer aus und korrelieren stark miteinander. Damit werden bestehende Studienresultate teilweise widerlegt und deuten an, dass die Unterschiede zwischen den Selbst- und Fremdeinschätzungen durch den Kontext beeinflusst werden. Die Ergebnisse der hierarchischen, multiplen Regressionsanalysen zeigen unterschiedliche Ergebnisse. So ist die Einschätzung der laissez-faire Führung durch den Geschäftsführer ein signifikant negativer Prädiktor für den Unternehmenserfolg, während die beiden Skalen des Managements by Exception signifikant positive Prädiktoren sind. Bei den Einschätzungen des Führungsverhaltens durch die Mitarbeiter vermag die transformationale Führung über die transaktionale Führung hinaus einen signifikanten Varianzanteil zu erklären.