Vitalitätsanalyse im Rheintal – Die X-Minuten-Stadt im Kontext geringer bis mittlerer Siedlungsdichte
Project Description
Liechtenstein hat nach Andorra den höchsten Motorisierungsgrad Europas (Merki, 2022). Dies lässt sich einerseits auf Faktoren wie Wohlstand, Dichte und Identität zurückführen. Andererseits besteht eine Abhängigkeit des Motorisierungsgrads von der Verteilung und Vielfalt von Nutzungsangeboten des täglichen Lebens, also der Vitalität in Siedlungsräumen. Diese Vitalität resultiert teilweise aus raumplanerischen Massnahmen und ist im Zuge der Digitalisierung einem grundlegenden Wandel unterworfen. Das Forschungsprojekt zielt darauf ab, die Vitalität von Siedlungsräumen und deren Veränderung anhand des Agglomerations-Raum Werdenberg-Liechtenstein zu untersuchen, um Schwellenwerte für die uneingeschränkte Mobilitätswahl sowie Massnahmen zur Beeinflussung dieser Schwellenwerte zu identifizieren. Es baut auf dem Forschungsstand zur X-Minuten-Stadt auf und knüpft an die Diskussion bezüglich der notwendigen Abkehr vom motorisierten Individualverkehr im Sinne einer Stadt der kurzen Wege für eine nachhaltige Siedlungsentwicklung an. Ziel dabei ist es, evidenzbasierte Ansätze bei der Entwicklung von integrativen, nachhaltigen Planungskonzepten und Strategien für die Region zu ermöglichen.
Relevance to Liechtenstein
Ziel der systematischen Untersuchung und Visualisierung des Agglomerationsraums Werdenberg-Liechtenstein ist es, innovative und nachhaltige Antworten auf die Herausforderungen globaler Entwicklungen wie Klimawandel, Mobilität, Verantwortung und Digitalisierung für das Land Liechtenstein zu finden, in Bezug auf die Verteilung und Struktur von Angeboten des täglichen Lebens. Dies geschieht durch eine GIS-basierte Neubewertung der Vitalität und die Identifizierung von Entwicklungspotentialen in der Region.
Scientific, Economic and Societal Impact
Im Anschluss an die Studie sollte es mit der erarbeiteten Datengrundlage und dem Bewertungsmodell möglich sein, ortsspezifische Optionen zu entwickeln, um den Modal Split zu verbessern und damit gezielt Emissionen und Ressourcenverbrauch zu reduzieren. Die kartografischen Visualisierungen des Agglomerationsraums Werdenberg-Liechtenstein liefern Aussagen über seine Vitalität in Bezug auf Angebote des täglichen Bedarfs. Der Austausch mit dem Amt für Geoinformatik und dem Amt für Hochbau dient als Schnittstelle zur Praxis.