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Italien - Rom

Italien - Rom

Konstantin Kudra

Zwischen Pasta und Vorlesungen: Alltag in Rom

Rom bei Sonnenuntergang

Wir kamen am 20. September in der Ewigen Stadt an. Ich weiss nicht, wie ich es beschreiben soll, aber das könnte die beste Entscheidung meines Lebens gewesen sein: in ein anderes Land zu ziehen und in meinen Zwanzigern eine neue Kultur kennenzulernen. Ja, ich war schon einmal in Rom – genau genommen vor zwei Jahren. Damals habe ich mich in diese Stadt verliebt: in die Menschen, die Kultur und natürlich das Essen.

 

Beginnen wir mit einem typischen Tag. Normalerweise wache ich um 7 Uhr morgens auf, da ich montags, dienstags und mittwochs um 8:30 Uhr Unterricht habe. Jeden Morgen gehe ich zu Fuss zur Universität, da sie nur 15 Minuten von unserer Wohnung entfernt liegt. Die Italiener trinken zum Frühstück gerne einen Kaffee (Espresso oder Cappuccino) und essen etwas Süsses in ihrer nächstgelegenen Bar. Ich esse meistens Müsli zu Hause oder gönne mir ein Croissant mit Cappuccino in einer Bar. Davon gibt es einige in der Nähe unserer Wohnung und der Uni. Die meisten Italiener essen und trinken im Stehen an der Bar, anstatt sich hinzusetzen. Das finde ich interessant, denn für mich ist Sitzen bequemer – aber so machen sie es eben.

 

Auch der Service ist hier anders als in Österreich. Zum Beispiel in der Bar, die ich erwähnt habe: oft gibt es keinen Tischservice. Man geht hinein, bestellt an der Kassa und gibt dann den Bon dem Barista, der das Getränk zubereitet.

 

Nun zu den Italienern: Sie sind nicht pünktlich. Das Einzige, was hier wirklich pünktlich ist, sind die Züge. Zu einem Treffen oder einer Vorlesung kann man problemlos zehn Minuten zu spät kommen – niemanden stört es. Alles ist sehr entspannt. Wenn man sich anpasst, kommt man selbst immer ein paar Minuten später. Es gibt einfach keinen Grund zur Eile – es liegt ihnen im Blut. Ich habe mich ziemlich schnell daran gewöhnt.

 

In Österreich habe ich ein- bis zweimal pro Woche gekocht, da ich oft an der Uni gegessen habe und meistens meine Mutter gekocht hat. Hier bin ich ganz auf mich allein gestellt, und ich muss sagen: es macht Spass. Ich habe angefangen, das Kochen wirklich zu mögen, weil es befriedigend ist, das Ergebnis am Ende zu sehen, zu essen und zu genieen. Meistens bereite ich etwas zu, das ich am nächsten Tag wieder aufwärmen kann – das ist am effektivsten. Manchmal hole ich mir etwas zu essen in der Nähe der Uni, und etwa zweimal pro Woche gehen wir in ein Restaurant, eine Bar oder eine Bäckerei. Das Essen in Rom ist fantastisch – da kann man sich wirklich nicht beschweren. Preise, Qualität, Portionen – es passt immer. Meistens essen wir Pizza oder Pasta, aber Supplì sind ebenfalls eine grossartige Wahl!

 

Die Kommunikation mit anderen Menschen ist ebenfalls toll. Mit italienischen Studenten spreche ich gerne Italienisch, da ich es einige Jahre gelernt habe und mein Wissen wieder vertiefen möchte. Manchmal ist es schwierig, weil sie sehr schnell sprechen – das ist nicht immer leicht. Mit anderen internationalen Studenten spreche ich Englisch oder, wenn möglich, Deutsch. Was mir aufgefallen ist: Französische Studenten sind oft nicht gut in Englisch und bleiben daher meist in französischen Gruppen unter sich.

 

Es gefällt mir hier in Rom sehr, und es gibt keinen Ort, an dem ich jetzt lieber wäre!

Rom bei Sonnenuntergang