Spanien - Madrid
Spanien - Madrid
Sprachbarrieren und Chancen
Bevor ich nach Spanien kam, konnte ich überhaupt kein Spanisch sprechen. Ich hatte es nie in der Schule gelernt, also begann ich vor meinem Auslandssemester mit Duolingo, um mir ein paar Grundkenntnisse anzueignen. Am Anfang machte es sogar Spass, weil ich langsam Fortschritte sah und einfache Wörter lernte – zum Beispiel, wie man Essen und Getränke bestellt. Nach einigen Wochen haben mich die vielen Werbeanzeigen auf Duolingo jedoch sehr gestört, und deshalb hörte ich mit dem Lernen wieder auf. Als ich schliesslich in Madrid ankam, konnte ich nur ein paar grundlegende Redewendungen.
Zu Beginn war es sehr schwierig für mich, die Spanier zu verstehen. Das grösste Problem ist die Geschwindigkeit. Sie sprechen unglaublich schnell. Wenn ich Menschen in Bars, Geschäften oder auf der Strasse zuhöre, klingt es oft wie ein einziges langes Wort ohne Pausen. Es ist fast unmöglich, sie zu verstehen oder mit ihnen zu kommunizieren.
Auch das Essen gehen war eine Herausforderung. In kleinen, lokalen Restaurants gibt es die Speisekarte meist nur auf Spanisch, während sie in grösseren oder touristischeren Restaurants auch auf Englisch verfügbar ist. Wenn ich eine Karte nicht verstehe, mache ich normalerweise ein Foto und lade es bei DeepL hoch, um es ins Deutsche zu übersetzen. Das hilft mir sehr, um zu wissen, was ich bestellen soll. Manchmal, wenn ich versuche, etwas auf Spanisch zu sagen, es aber falsch ausspreche, wechseln die Leute sofort ins Englische.
Ich wollte auch einen Spanischkurs an meiner Universität in Madrid besuchen, aber leider wurden die Kurse nur zu Zeiten angeboten, in denen ich bereits andere Veranstaltungen hatte. Deshalb konnte ich nicht teilnehmen. Da alle meine Universitätskurse auf Englisch stattfinden und Madrid eine sehr internationale Stadt ist, kann ich hier problemlos leben, ohne Spanisch zu sprechen. Viele Menschen in Cafés, Geschäften und öffentlichen Einrichtungen verstehen Englisch, sodass ich meinen Alltag gut bewältigen kann. Deshalb habe ich mein Spanisch nicht wirklich verbessert – und ehrlich gesagt habe ich auch kein grosses Interesse, mehr zu lernen. Ich fühle mich wohl mit Englisch, und ich denke, das reicht für meine persönliche und berufliche Zukunft.
Eine richtige Strategie habe ich nicht, aber ich versuche, Spanisch zu sprechen, wenn ich glaube, dass ich es kann. Wenn ich mich unsicher fühle, wechsle ich ins Englische.
Trotz der Schwierigkeiten beim Spanischlernen gibt es auch positive Seiten. Manche Wörter sind leicht zu verstehen, weil sie ähnlich klingen wie im Englischen oder in anderen europäischen Sprachen.
Durch diese Erfahrung habe ich viel über mich selbst als Kommunikator gelernt. Ich habe erkannt, dass ich im Englischen viel selbstbewusster bin, als ich dachte. Das Leben im Ausland hat mir gezeigt, wie nützlich und mächtig Englisch als globale Sprache ist. Es ermöglicht mir, mit Menschen aus vielen Ländern in Kontakt zu treten und hilft mir in fast jeder Situation – an der Universität, auf Reisen oder online. Ich glaube, dass es für meine zukünftige Karriere und mein tägliches Leben extrem hilfreich sein wird, fliessend Englisch zu sprechen, da die meiste internationale Geschäftskommunikation auf Englisch stattfindet. Deshalb denke ich, dass mir das Auslandssemester hier in Madrid sprachlich sehr viel gebracht hat.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Eine neue Sprache zu lernen und mit ihr zu leben war sowohl herausfordernd als auch interessant. Ich habe gelernt, dass Kommunikation nicht nur bedeutet, perfekt zu sprechen, sondern auch offen, geduldig und bereit zu sein, es zu versuchen. Selbst wenn mein Spanisch auf einem grundlegenden Niveau bleibt, habe ich meine Fähigkeit verbessert, mich anzupassen und Körpersprache einzusetzen. Am Ende kann ich die täglichen Herausforderungen trotzdem meistern – und für mich ist das völlig ausreichend.