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Grosses Interesse am fünften Intensivkurs «Internationales Sanktionenrecht»

Grosses Interesse am fünften Intensivkurs «Internationales Sanktionenrecht»

Die Professur für Wirtschaftsstrafrecht, Compliance und Digitalisierung führte am 10. und 11. April 2025 bereits zum fünften Mal den Intensivkurs «Internationales Sanktionenrecht» durch.

 

Nach der Begrüssung der Referierenden und Teilnehmenden durch Prof. Dr. Konstantina Papathanasiou, LL.M., widmeten sich sieben Vorträge unterschiedlichen Aspekten des internationalen Sanktionenrechts.

 

Zum Auftakt referierte Prof. Dr. Iryna Venediktova, ausserordentliche und bevollmächtigte Botschafterin der Ukraine in der Schweizerischen Eidgenossenschaft und im Fürstentum Liechtenstein, live aus der Ukraine zum Thema «States Assets in the context of responsibility for aggression: legal limits of immunity and prospects for its reconsideration». Für diesen Vortrag waren auch Vertreterinnen und Vertreter der Ukrainischen Botschaft aus Bern angereist.

 

Anschliessend erläuterte Christian Minkus (stv. Leiter der Abteilung Aufsicht, Bereich Geldwäschereiprävention und andere Finanzintermediäre, FMA Liechtenstein) die liechtensteinischen Vorgaben zu «Sanktionen am Finanzplatz Liechtenstein».

 

Prof. Dr. Konstantina Papathanasiou, LL.M., analysierte daraufhin die Strafbestimmungen des liechtensteinischen ISG. Dabei lag der Fokus auf der Abgrenzung zwischen Vorsatz und Fahrlässigkeit sowie auf der strafrechtlichen Verantwortlichkeit juristischer Personen. Zudem stellte sie die EU-Straftatbestände vor, wie sie in der EU-Richtlinie 2024/1226 zur Definition von Straftatbeständen und Sanktionen bei Verstössen gegen restriktive Massnahmen der Union geregelt sind.

 

Den Abschluss des ersten Kurstages bildete ein Online-Vortrag von Mag. Piotr Daniel Kocab, LL.M. (Schönherr Rechtsanwälte, Wien) mit einer Einführung in das Thema «Was ist OFAC?».

 

Am zweiten Tag präsentierten Dr. Teresa-Christina Macan und Lic. iur. Alexander Schwartz (Schwärzler Rechtsanwälte) «Praxisfragen zum Sanktionenrecht in Liechtenstein und der Schweiz», mit Fokus auf die Sanktionen gegen Russland basierend auf der Ukraine-Sanktionsverordnung. Dabei wurden auch aktuelle Rechtsprechung und praktische Fälle beleuchtet – insbesondere im Hinblick auf Verbote von Trusts und ähnlichen Gestaltungen im Fürstentum Liechtenstein.

 

Es folgte ein weiterer Vortrag von Mag. Piotr Daniel Kocab, LL.M., zum Thema «Compliance: Wie weit betrifft die Best-Efforts-Verpflichtung liechtensteinische Stiftungsräte und Trusts?»

 

Den Abschluss bildeten Sandra Willers und Martin Griesmyar (Financial Crime Prevention, LGT Vaduz), die über die Bedeutung und den Geltungsbereich internationaler Sanktionen referierten – mit besonderem Blick auf die Beziehungen zwischen der EU und den USA sowie deren Auswirkungen auf liechtensteinische Banken.

 

Das grosse Interesse der zahlreichen Teilnehmenden bestätigte erneut die Relevanz und Aktualität dieses komplexen Themenfelds sowie den Bedarf nach regelmässigem fachlichem Austausch. Der nächste Intensivkurs findet am 6. und 7. November 2025 statt.