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Die Welt als Lernort: Exkursionswoche der Architekturstudierenden

Die Welt als Lernort: Exkursionswoche der Architekturstudierenden

Gruppe Menschen vor einem grossen Salzberg

Jedes Semester bricht die Liechtenstein School of Architecture zu einer Exkursionswoche auf, die für viele Studierende zu einem der prägendsten Momente des Semesters wird. Eine Woche lang verlagert sich das Lernen aus dem Atelier hinaus in reale Landschaften, Städte und Kulturräume. Die Orte, die besucht werden, stehen stets in engem Bezug zu den Entwurfsthemen der Studios und bilden damit die Grundlage für ein Lernen, das Beobachtung, Analyse und Gestaltung miteinander verbindet.

Die Exkursionen der Grundlagenstudios und der Advanced Studios zeigen eindrücklich, wie vielfältig die architektonische Ausbildung an der Universität Liechtenstein ist. Sie führen in neue Territorien, eröffnen andere Perspektiven und schärfen das Verständnis dafür, wie Architektur im Zusammenspiel mit Raum, Gesellschaft, Klima und Kultur entsteht.

 

Grundlagenstudios (Bachelor, Semester 1 – 4) 


Built Heritage & Upcycling – Italien

Das Grundlagenstudio verbrachte die Seminarwoche auf der Insel Lazzaretto Nuovo in der Lagune von Venedig. Die Studierenden dokumentierten das historische Ensemble zeichnerisch und fotografisch und setzten sich mit seinem vielschichtigen Bestand auseinander. In Workshops und Gesprächen vor Ort entstand ein vertieftes Verständnis für Transformation als eine Form des sorgsamen Weiterbauens.
 

Craft & Structure – Slowenien

Die Reise führte von alpinen Tälern über Karstlandschaften bis an die Küste Sloweniens. Unterwegs begegneten die Studierenden historischen Stadtstrukturen, zeitgenössischer Architektur und charakteristischen Landschaftsräumen. Ein Abstecher zur Architekturbiennale in Venedig ergänzte den Blick auf aktuelle Positionen im internationalen Diskurs.
 

Urban Design & Spatial Development – Spanien

Das Grundlagenstudio untersuchte in der Seminarwoche grossräumliche Infrastrukturen zwischen Madrid und Almería. Die Studierenden analysierten Verkehrssysteme, Energieanlagen und produktive Landschaften wie die Gewächshausgebiete von Almería. Aus diesen Beobachtungen entstand eine filmische Dokumentation, die das Verhältnis von Infrastruktur und Raum reflektiert.
 

Sustainable Design – Portugal

Das Studio reiste nach Portugal, um eine Baukultur kennenzulernen, die durch einfache, materialbewusste und klimatische Strategien geprägt ist. Von Lissabon über das Alentejo bis zu Orten wie Monsaraz oder Évora studierten die Studierenden Räume, die aus Licht, Masse und handwerklicher Tradition entstehen. Besuche bei Werken von Álvaro Siza, Souto de Moura und Aires Mateus rundeten die Reise ab.

 

Advanced Studios (Bachelor Semester 5 + 6, Master Semester 1 – 4) 


Built Heritage & Upcycling – Niederlande

Die Auseinandersetzung mit grossen Stahlkonstruktionen führte die Studierenden nach Rotterdam und Umgebung. Beim Besuch verschiedener Stahlbauprojekte erhielten sie Einblicke in die Entstehung von Kreuzfahrtschiffen, einen schwimmenden Bauernhof, historische Hafenbauten und moderne Brücken. Diese Beispiele dienten als Anregung für die Frage, wie ausgediente Skiliftanlagen im Alpenraum neu interpretiert und weitergedacht werden können.
 

Craft & Structure – Schweden

Die Seminarwoche des Studios widmete sich der architektonischen Kultur Schwedens. In Begegnungen mit Bauten von Sigurd Lewerentz und Gunnar Asplund erfuhren die Studierenden eine Architektur, die aus Material, Licht und handwerklicher Präzision heraus entsteht. Die Reise bot ein intensives Erleben von Räumen, die durch Ruhe, Genauigkeit und gestalterische Haltung beeindrucken.
 

Urban Design & Spatial Development – Schweiz

In Feldis, einem kleinen Bergdorf auf einer sonnigen Terrasse über dem Hinterrheintal, widmete sich das Studio Fragen der räumlichen Entwicklung im Alpenraum. Während der Woche vor Ort entstanden Analysen, Gespräche mit Bewohnerinnen und Bewohnern sowie erste räumliche Szenarien, die sich mit Zukunftsfragen des dörflichen Lebens und der landschaftlichen Transformation befassen.
 

Sustainable Design – Grossbritannien

Die Exkursion führte nach London, insbesondere in den Stadtteil Newham und die Royal Docks. Die Studierenden untersuchten Strategien nachhaltiger Stadtentwicklung und vertieften den Austausch mit der Bartlett School of Architecture. Spaziergänge, Ortserkundungen und ein Workshop mit Studierenden vor Ort eröffneten vielfältige Einblicke in das Zusammenspiel von Architektur, Stadt und Klima.
 

Urbanism, Architecture & Society – Indien

Die Seminarreise von Studio India führte nach Delhi, Surat, Ukai, Ahmedabad und Jaipur. Die Studierenden setzten sich mit lokalen Bauweisen, handwerklichen Techniken und kulturellen Kontexten auseinander. Begegnungen mit Handwerkerinnen und Handwerkern, der Besuch von traditionellen und zeitgenössischen Gebäuden sowie Workshops vor Ort prägten diese intensive Woche.

 

Die Exkursionswoche hat auch in diesem Jahr gezeigt, wie prägend das Lernen am Ort für die architektonische Ausbildung ist. Ob in den Lagunen von Venedig, in schwedischen Wäldern, in London, im Alentejo oder in den Bergen Graubündens: Die Studierenden erleben Architektur dort, wo sie wirkt. Sie beobachten, zeichnen, diskutieren und entwickeln ein räumliches Verständnis, das sich nicht im Seminarraum vermitteln lässt.

Die nächsten Seminarwochen finden im März 2026 statt. 

 

Mehr zur Liechtenstein School of Architecture unter www.uni.li/architektur

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Gruppe Menschen vor einem grossen Salzberg