New Schools of Thought (NeST) - Architectural education in times of homogenisation
Project Description
Das Forschungsprojekt NeST untersucht Tendenzen im Kontext der Europäischen Architekturausbildung. Es definiert eine neue Denkschule als eine Ansammlung von Ideen und Meinungen über neue Methoden zur Wissensgenerierung sowie neuen Formen des Wissenstransfers, die eine Gruppe von Personen, die in Architektur und Raumplanung wirken, über Architekturausbildung teilen. Obwohl ihre wachsende Präsenz seit den 1980er Jahren zu beobachten ist, gibt es eine Wissenslücke betreffend den Faktoren und Tendenzen, die Denkschulen beeinflussen und charakterisieren.
Seit dem späten 20. Jahrhundert erfährt die Architekturausbildung eine Transformation, bei welcher Schlüsselfaktoren wie bspw. neue politische Reformen, die Internationalisierung, soziale und klimatische Transformationsprozesse und die Digitalisierung eine Rolle spielen. Dieser Kontext hat zur Entstehung einiger Trends in der Architekturausbildung geführt, die NeST als (1) eine gemeinsame Notwendigkeit, die Kluft zwischen (a) Akademie und Praxis, (b) öffentlichem Bewusstsein und finanzieller Unterstützung und (c) architektonischer Praxis und pädagogische Ausbildung zu schließen, (2) die Unfähigkeit, eine Sprache für Architektur zu finden, (3) Wissenschaft und Digitalisierung schwächen die Qualität der Architektur als physische und verkörperte Materie, (4) Verwissenschaftlichung und (5) Kommerzialisierung identifizierte. Diese Tendenzen führen dazu, dass Architekturinstitutionen neue Wege suchen, sich durch neu definierte Inhalte, Methoden der Wissensgenerierung und -transfer und Verschiebungen in der Organisationsstruktur von der Ausbildungsmasse zu unterscheiden. Nichtsdestotrotz sind Hochschulen nicht länger die einzigen privilegierten Denkorte. Es entwickeln sich neue Felder der Wissensproduktion und -reflexion, die neue Typen von Denkschulen hervorrufen. Neben der (1) klassischen Hochschulausbildung identifiziert Nest (2) Vorbildung, (3) Forschung und (4) öffentliche Vermittlung als erweiterte Felder der Architekturauausbildung.
Besonders das Umfeld steht in engem Zusammenhang mit dem Ausbildungsmodell und dem Charakter einer Denkschule. Dieses Umfeld umfassen einerseits die physische Umgebung (Architektur, stadträumliche Einbindung), aber auch das sozio-kulturelle Umfeld, in dem die Denkschule agiert, sowie die politisch-ökonomischen Einflüsse, denen sie ausgesetzt ist. Erste Erkenntnisse zeigen einerseits, dass das Umfeld das Ausbildungsmodell der Denkschule beeinflusst und somit ihren Charakter prägt ("das Ausbildungsmodell als Reaktion auf äußere Einflüsse"). Andererseits setzen die Denkschulen ihre Umfelder auch bewusst ein, um ihre Ausbildungsmodell und damit den Charakter ihrer Denkschule auszubilden (Entwerfen oder Ausnutzen einer Umgebung für das Ausbildungsmodell).
NeST identifiziert besonders vier dieser Eigenschaften: (1) Die Denkschulen verkörpern Freiheit und Unabhängigkeit, um Autonomie und Verantwortung zu fördern. (2) Sie denken und handeln unternehmerisch, um ihre (Ausbildungs-)Projekte zu organisieren und ihr Umfeld kreativ einzusetzen. (3) Sie nutzen strategische Partnerschaften, um interdisziplinär und anwendungsorientiert zu lehren und vermitteln. (4) Sie sind Prozess- und nicht Ergebnisorientiert, um kreative Prozesse zu fördern.
Die Erkenntnisse, die NeST im zweijährigen Forschungsverlauf erwarb, sollen einerseits einen Beitrag zum zeitgenössischen akademischen Diskurs in der Architektur liefern und andererseits die Voraussetzungen für die Entstehung von Denkschulen aufzeigen.
Seit dem späten 20. Jahrhundert erfährt die Architekturausbildung eine Transformation, bei welcher Schlüsselfaktoren wie bspw. neue politische Reformen, die Internationalisierung, soziale und klimatische Transformationsprozesse und die Digitalisierung eine Rolle spielen. Dieser Kontext hat zur Entstehung einiger Trends in der Architekturausbildung geführt, die NeST als (1) eine gemeinsame Notwendigkeit, die Kluft zwischen (a) Akademie und Praxis, (b) öffentlichem Bewusstsein und finanzieller Unterstützung und (c) architektonischer Praxis und pädagogische Ausbildung zu schließen, (2) die Unfähigkeit, eine Sprache für Architektur zu finden, (3) Wissenschaft und Digitalisierung schwächen die Qualität der Architektur als physische und verkörperte Materie, (4) Verwissenschaftlichung und (5) Kommerzialisierung identifizierte. Diese Tendenzen führen dazu, dass Architekturinstitutionen neue Wege suchen, sich durch neu definierte Inhalte, Methoden der Wissensgenerierung und -transfer und Verschiebungen in der Organisationsstruktur von der Ausbildungsmasse zu unterscheiden. Nichtsdestotrotz sind Hochschulen nicht länger die einzigen privilegierten Denkorte. Es entwickeln sich neue Felder der Wissensproduktion und -reflexion, die neue Typen von Denkschulen hervorrufen. Neben der (1) klassischen Hochschulausbildung identifiziert Nest (2) Vorbildung, (3) Forschung und (4) öffentliche Vermittlung als erweiterte Felder der Architekturauausbildung.
Besonders das Umfeld steht in engem Zusammenhang mit dem Ausbildungsmodell und dem Charakter einer Denkschule. Dieses Umfeld umfassen einerseits die physische Umgebung (Architektur, stadträumliche Einbindung), aber auch das sozio-kulturelle Umfeld, in dem die Denkschule agiert, sowie die politisch-ökonomischen Einflüsse, denen sie ausgesetzt ist. Erste Erkenntnisse zeigen einerseits, dass das Umfeld das Ausbildungsmodell der Denkschule beeinflusst und somit ihren Charakter prägt ("das Ausbildungsmodell als Reaktion auf äußere Einflüsse"). Andererseits setzen die Denkschulen ihre Umfelder auch bewusst ein, um ihre Ausbildungsmodell und damit den Charakter ihrer Denkschule auszubilden (Entwerfen oder Ausnutzen einer Umgebung für das Ausbildungsmodell).
NeST identifiziert besonders vier dieser Eigenschaften: (1) Die Denkschulen verkörpern Freiheit und Unabhängigkeit, um Autonomie und Verantwortung zu fördern. (2) Sie denken und handeln unternehmerisch, um ihre (Ausbildungs-)Projekte zu organisieren und ihr Umfeld kreativ einzusetzen. (3) Sie nutzen strategische Partnerschaften, um interdisziplinär und anwendungsorientiert zu lehren und vermitteln. (4) Sie sind Prozess- und nicht Ergebnisorientiert, um kreative Prozesse zu fördern.
Die Erkenntnisse, die NeST im zweijährigen Forschungsverlauf erwarb, sollen einerseits einen Beitrag zum zeitgenössischen akademischen Diskurs in der Architektur liefern und andererseits die Voraussetzungen für die Entstehung von Denkschulen aufzeigen.
Relevance to Liechtenstein
Auf der Ebene der Vorbildung wurde die Architekturausbildung in Liechtenstein im Rahmen von sieben Workshops mit zwei Liechtensteiner Schulen (Primar- und Realschuleebene) unterstützt, um Schüler und Schülerinnen, Lehrerpersonen und Eltern für den gebauten Raum zu sensibilisieren. Im Rahmen der Hochschulausbildung flossen die Forschungsergebnisse in die Weiterentwicklung des Instituts für Architektur und Raumentwicklung ein.