Skip to Main Content

Tackling the Complexity of Managing Paradoxes

Project Description

Unternehmen und andere Organisationen sehen sich mit immer mehr Anforderungen und Zielsetzungen von Seiten ihrer unterschiedlichen Anspruchsgruppen konfrontiert. Sie müssen unter anderem effizient und profitabel sein, sollen Innovation treiben und die Zukunft gestalten und es wird von ihnen erwartet, einen wertvollen Beitrag zu gesellschaftlichen Herausforderungen zu leisten. All diese Aktivitäten können sich gegenseitig unterstützen (z.B. wenn neue Technologien die Effizienz verbessern oder wenn ein sozialer Beitrag neue Geschäftsfelder eröffnet). Gleichzeitig stehen die Aktivitäten aber auch in Konkurrenz um Ressourcen und Aufmerksamkeit des Managements, weshalb die Erreichung eines Ziels oftmals auf Kosten eines anderen geht. Die wissenschaftliche Literatur beschreib das Verhältnis zwischen diesen Zielen als paradoxe Spannungsfelder und hat in den vergangenen Jahren untersucht, mit welchen Mechanismen und Führungsansätzen diese adressiert werden können. Die Forschung ist jedoch relativ fragmentiert. Indem sie sich auf einzelne Mechanismen und Führungsansätze konzentriert, vernachlässigt sie deren Interaktion. Dieses Projekt hat genau hier angesetzt und das Zusammenspiel von unterschiedlichen paradoxen Spannungsfeldern und Führungsansätzen untersucht.

Im ersten Teilprojekt ging es darum, wie bzw. ob paradoxe (agile/flexible) Führung, Struktur und Kultur zusammenwirken und damit Unternehmen befähigen, Erneuerung und Optimierung gleichermassen zu verfolgen. Auf Basis einer fragebogenbasierten Studie von mittelständischen Unternehmen konnten wir gemeinsam mit Partnern von der Cass Business School und der London Business School zeigen, dass sich diese Faktoren entgegen der üblichen Annahmen nicht gegenseitig verstärken sondern potentiell eher behindern.

Das zweite Teilprojekt zielte darauf ab, zu untersuchen, wie Unternehmen Akquisitionen nutzen können, um einerseits neue Fähigkeiten zu erlangen und andererseits ihre bestehende Marktposition zu stärken. Zu diesem Zweck wurden insgesamt 3'888 Akquisitionen von 153 Unternehmen über zehn Jahre untersucht. Die Auswertung gemeinsam mit Kolleginne und Kollegen von der Universität St. Gallen hat ergeben, dass Akquisitionen zwar auf eines der beiden Ziele ausgerichtet sein sollten, der Unternehmenswert aber vor allem dann steigt, wenn Unternehmen gleichzeitig Akquisitionen mit unterschiedlichen Zielen kombinieren.

Das dritte Teilprojekt hat untersucht, wie sich eine internationale, philantropisch finanzierte Non-Profit-Organisation in ein sich finanziell selbsttragendes Unternehmen mit einem starken sozialen Auftrag entwickeln kann. Zu diesem Zweck wurde, gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen von der Universität Genf, eine interviewbasierte Studie in einem aus der Schweiz gegründeten und vor allem in Lateinamerika tätigen Unternehmen durchgeführt. Diese hat gezeigt, wie unterschiedliche Landesorganisation mit den Spannungsfeldern aus lokaler vs. globaler Ausrichtung und aus ökonomischen vs. sozialen Interessen umgegangen sind und wie sich diese gegenseitig beeinflussen.

Projektergebnisse:

Relevance to Liechtenstein

Die erfolgreichen Unternehmen und Organisationen im Fürstentum Liechtenstein sind aufgrund ihrer Positionierung einer Reihe von Spannungsfeldern ausgesetzt. Unternehmen müssen angesichts der hohen Standortkosten hocheffizient arbeiten und gleichzeitig ihre Innovationsführerschaft in den für das Land so wichtigen internationalen Märkten bewahren. Ein Teil der Forschung des Projektes erlaubte die Identifikation von Ansätzen hinsichtlich Führung, Kultur und Struktur, um dieses Spannungsfeld erfolgreich zu bewältigen. Diese wurden auch bereits im Rahmen eines Workshops für ein liechtensteinisches Unternehmen in der Praxis angewendet. Neben erfolgreichen Unternehmen ist das Fürstentum Liechtenstein auch für seine philanthropischen Aktivitäten und seine gemeinnützigen Stiftungen bekannt. Die von uns erforschte Fragestellung, wie stiftungsfinanzierte non-profit Organisationen das Spannungsfeld aus sozialer und ökonomischer Orientierung überwinden und wirtschaftlich selbsttragend und damit unabhängig werden können, hat das Potential, hier ebenfalls wichtige Impulse zu liefern.

Schlüsselwörter

Innovation Ambidextrie Paradoxien Hybridorganisationen

Project Participants

Employee
Prof. Dr. Alexander Zimmermann
- Projektleiter
Projektleiter

Publications