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Medienpolitik: «Wir sollten Situation nicht dramatisieren»

Medienpolitik: «Wir sollten Situation nicht dramatisieren»

Christian Frommelt, Politikwissenschaftler und Rektor der Universität Liechtenstein
Für Christian Frommelt, Politologe und Rektor der Universität Liechtenstein, gibt es in der aktuellen medienpolitischen Diskussion in Liechtenstein keine Gewinner. (Bild: Daniel Schwendender, Liecht. Vaterland)

In einem Blogbeitrag setzte sich Politikwissenschaftlicher Christian Frommelt mit der Medienpolitik in Liechtenstein auseinander. Diese Gedanken nahm die Tageszeitung "Liechtensteiner Vaterland" auf und Chefredaktionsmitglied Gary Kaufmann führte ein Interview mit Christian Frommelt (Veröffentlicht am 21.10.2025): 

Die Stiftung Zukunft.li schlug in ihrer Studie zu einer «zukunftsorientierten Medienlandschaft» kürzlich Alarm. In einem Blogeintrag plädieren Sie als Politologe hingegen zu mehr Gelassenheit in der Medienpolitik. Wie bewerten Sie aktuell die Situation nach dem Aus vom «Volksblatt» und Radio L?

Christian Frommelt: Das Ende von «Volksblatt» und Radio L ist bedauerlich. Aus demokratiepolitischer Sicht sind die Veränderungen der letzten Jahre aber nicht per se besorgniserregend. Es wird in Liechtenstein weiterhin unabhängiger Qualitätsjournalismus geboten und unterschiedliche Meinungen abgebildet. Die Medienpolitik bleibt zwar herausfordernd, wir sollten die Situation aber nicht dramatisieren.

Was sind die Besonderheiten der Medienlandschaft in Liechtenstein?

Der alles bestimmende Faktor ist die Kleinheit des Landes. Damit verbunden sind eine gewisse soziale Kontrolle und knappe Ressourcen. Das mag erklären, warum Liechtenstein keine Tradition des investigativen Journalismus hat und die Kontrollfunktion, die man mit den Medien assoziiert, bei uns wenig ausgeprägt ist. Umgekehrt macht es die Kleinheit für politische Akteure einfacher, ihre Anliegen sichtbar zu machen. Sie sind somit nicht von den etablierten Medien abhängig. Da die Politik in Liechtenstein stark auf die politische Mitte ausgerichtet ist, besteht auch keine Nachfrage nach ideologisch klar positionierten Medien. Zudem werden in Liechtenstein ausländische Medien stark genutzt, weshalb die Bürgerinnen und Bürger Liechtensteins auch abseits des nationalen Mediensystems mit Informationen versorgt werden.

Sie gehen davon aus, dass es durch den Rückgang  der Medien zu keinen «substanziellen Einbussen» bei den demokratiepolitisch wichtigen Funktionen kam. Weshalb nicht?

Natürlich würde ich mir eine möglichst grosse Medienviel­falt wünschen. Die zentralen Funktionen der Medien – also Information, Meinungsbildung und Kontrolle – sehe ich aber weiterhin als erfüllt an. Mit Blick auf das «Vaterland» möchte ich neben der im Redaktionsstatut verankerten Unabhängigkeit vor allem zwei Eigenschaften hervorheben: Die Offenheit für Forumsbeiträge sowie die einmal wöchentlich an alle Haushalte versendete Grossauflage. Die Forumsbeiträge sichern die politische Meinungsvielfalt ab, während die Grossauflage eine Art Service public bietet.

Dennoch  ist mit dem Wegfall von zwei etablierten Medien etwas verloren gegangen.

Bei Radio L sehe ich vor allem einen Verlust für Kulturschaffende, da die politische Berichterstattung zumindest bis Sommer 2024 eher stiefmütterlich behandelt wurde. Die Konkurrenz zwischen den Tageszeitungen «Vaterland» und «Volksblatt» ist belebend gewesen und hat zu mehr Wettbewerb geführt. Mehr Wettbewerb fördert Innovation und Qualität. Unter der Annahme, dass die medienpolitischen Rahmenbedingungen journalistische Unabhängigkeit und Qualität einfordern, ist mir ein starkes Medium aber dennoch viel lieber als zwei oder mehr schwache Medien.

Das «Vaterland» wird oft in die Verantwortung gezogen, weil es noch das einzige relevante Medium im Land ist. Die Monopolstellung wird kritisch gesehen. 

Persönlich würde ich es begrüssen, wenn das Medienhaus eine andere Eignerstruktur hätte und das «Vaterland» einen moderneren Namen erhalten würde. Im Endeffekt zählt aber die journalistische Unabhängigkeit und diese erachte ich derzeit als gewährleistet. Umfragen im Nachgang von Abstimmungen zeigen ferner, dass Empfehlungen von politischen Akteuren wie Regierung, Parteien oder dem Fürstenhaus die öffentliche Meinung in Liechtenstein nicht stark prägen. Eine starke Marktstellung eines Mediums ist also nicht gleichzusetzen mit einer starken Meinungsmacht. Demokratiepolitisch ist eine starke Marktstellung eines Mediums dann problematisch, wenn es andere Meinungen nicht abbildet und selbst eine klare Meinung vertritt, die mangels alternativer Informationsangebote von der Bevölkerung entsprechend aufgenommen wird. Davon sind wir in Liechtenstein weit entfernt. 

Die Entwicklung wird trotzdem negativ bewertet, womit Risiken einhergehen. 

So, wie die medienpolitische Diskussion aktuell geführt wird, sehe ich keine Gewinner. Die wiederholte Kritik am «Vaterland» ist empirisch nicht belegt. Das bringt uns nicht weiter. Im Gegenteil: Wir müssen aufpassen, dass die aktuelle medienpolitische Debatte nicht zu einem Vertrauensverlust in die Medien führt. Die Folge eines solchen Vertrauensverlusts lassen sich international gut beobachten: Die Menschen werden nachrichtenmüde oder weichen auf die Sozialen Medien aus, wo Filterblasen und Echokammern eine differenzierte Information erschweren. In diesen beiden Entwicklungen sehe ich die eigentlichen Herausforderungen für die Demokratie und Medienpolitik. 

Wie sieht Ihr Lösungsansatz aus?

Ich bin der Meinung, dass Qualitätsjournalismus konsequent gefördert werden muss. Es geht also nicht um mehr Vielfalt, sondern um möglichst hohe journalistische Qualität. So könnte zum Beispiel das Forschungszentrum Öffentlichkeit und Gesellschaft (FÖG) der Universität Zürich, welches die Qualität der Medien in der Schweiz analysiert, auch die Medienqualität in Liechten­stein untersuchen. Zur Qualität zählt die politische Unabhängigkeit. Eine Herausforderung für die Medienpolitik ist derzeit, dass manche den Journalismus in Liechtenstein immer noch als parteipolitisch wahrnehmen. Das ist aber etwas, was man gut untersuchen kann. Deshalb plädiere ich für mehr Gelassenheit und empirische Analyse, statt ein funktionierendes Mediensystem ständig krank zu reden.

Der Aufbau eines zweiten Mediums ist also der falsche Ansatz und es sind andere Massnahmen gefragt?

Qualitätsmedien brauchen Personal und kosten deshalb Geld. Sie lassen sich nicht von heute auf morgen aufbauen. Eine «zweite» Stimme wäre vor allem wichtig, wenn die Tagespolitik von ideologischen Konflikten geprägt wäre. Das ist in Liechtenstein aber nicht der Fall. Nach meiner Meinung fehlt es in Liechtenstein aber an Hintergrundinformationen und Fachexpertise. Ich würde mir von der Politik deshalb einen ganzheitlichen Ansatz wünschen. Gewisse Studien und Umfragen sollten unabhängig vom politischen Zeitgeist und der Regierungszusammensetzung durchgeführt werden. Solche Studien sorgen für eine sachliche Debatte und ermöglichen es den Medien, sich auf empirische Evidenz zu stützen. Zudem sollten Regierung und Landtag ihre Informationsangebote ausbauen und besser zugänglich machen.

Kommen wir zurück zur Studie der Stiftung Zukunft.li. Diese empfiehlt den Aufbau einer philanthropischen Stiftung, damit die Medien unabhängiger vom Staat sind. Wiebewerten Sie diesen Ansatz?

Dieser Vorschlag klingt interessant, ist aber nicht neu. Man darf die Risiken nicht ausblenden. Unter anderen stellt sich für mich die Frage, ob Personen gefunden werden und ob deren Engagement dann nicht an anderer Stelle fehlt. Das Engagement muss langfristig sein und eine inhaltliche Einflussnahme ausgeschlossen. Letzteres ist in der bestehenden Struktur einfacher zu kontrollieren, denn die Positionen der Partei VU sind bekannt. Entsprechend kann objektiv gemessen werden, wie im «Vaterland» über VU-Positionen berichtet wird. Bei einem «philanthropischen Schulterschluss» wäre diese Transparenz kaum gegeben. Schliesslich muss die Rolle des Staates geklärt werden. Dieser kann die Verantwortung für die Medienförderung nicht gänzlich an Private abschieben. 

Neben der Überführung des Vaduzer Medienhauses, das diese Zeitung herausgibt, in eine solche Stiftung wird auch der Aufbau einer zweiten Redaktion in Betracht gezogen. Würde sich dadurch etwas an Ihrer Bewertung ändern?

Für mich ist klar, dass eine Tageszeitung wie das «Vaterland» mehrere politische Redaktoren benötigt. Das ist aber bereits heute der Fall. Bestes Beispiel sind die Sommerinterviews mit den Parteivorsitzenden: vier Interviews geführt von vier Journalistinnen und Journalisten. Ob es eine zweite Redaktion braucht, um einen internen Wettbewerb zu fördern, ist für mich eine unternehmerische Frage. Auf den ersten Blick sehe ich die Notwendigkeit nicht. Mehrere Redaktionen sind vor allem dann sinnvoll, wenn unterschiedliche ideologische Profile bestehen und das ist  in der aktuellen politischen Landschaft Liechtensteins nicht nötig. 

Zukunft.li bringt ausserdem eine Dialogplattform ins Spiel, welche die Infos von verschiedenen Behörden und Institutionen bündeln soll. Wäre ein solches Angebot nicht redundant, da es schon die klassischen und sozialen Medien gibt? 

Ja, das sehe ich auch so. Regierung, Landtag und Gemeinden sollen im Sinne der Gewaltenteilung ihre eigenen Plattformen haben. Es ist dann Aufgabe der Medien, Informationen zu selektieren und einzuordnen. Nimmt man den Medien diese Aufgabe, nimmt man ihnen auch ein Geschäftsmodell. Ein Online-Forum kann ich mir als private Initiative vorstellen, aber nicht als ein von der Politik initiiertes Projekt. Entsprechende Initiativen gab es ja auch schon. Generell glaube ich nicht, dass es in der heutigen Zeit an öffentlichen Diskussionen sowie Kanälen zum Teilen von Meinungen fehlt. 

Zum Abschluss: Welches Fazit ziehen Sie zur aktuellen Medienpolitik und was wären die nächsten Schritte?

Mein Plädoyer für mehr Gelassenheit soll die aktuellen Herausforderungen der Medien und der Medienpolitik nicht herunterspielen. Allerdings dürfen wir aus den Veränderungen der letzten Jahre nicht die falschen Schlüsse ziehen und in ein Wunschdenken verfallen. Die Marktbereinigung hat nicht ohne Grund stattgefunden. Die noch bestehenden Medien sollen sich nun beweisen. Dafür hat die Politik Qualitäts­kriterien zu definieren und Möglichkeiten der Qualitätsmessung zu etablieren. Mit der neuen Medienförderung sollte sich zudem die wirtschaftliche Situation der bestehenden Medien verbessern und die Gründung neuer Medien erleichtert werden. Ich bin davon überzeugt, dass eine Versachlichung der medienpolitischen Debatte auch das Vertrauen in die Medien Liechtensteins wieder erhöhen wird. Ebenso sollte die Medienkompetenz und die politische Bildung im Land stärker gefördert werden. Es geht also nicht nur um Medienpolitik, sondern generell um öffent­liche und politische Kommunikation. 

Christian Frommelt, Politikwissenschaftler und Rektor der Universität Liechtenstein
Für Christian Frommelt, Politologe und Rektor der Universität Liechtenstein, gibt es in der aktuellen medienpolitischen Diskussion in Liechtenstein keine Gewinner. (Bild: Daniel Schwendender, Liecht. Vaterland)

Erasmus+ Days 2025: Vielfalt europäischer Bildungsinitiativen sichtbar gemacht

Erasmus+ Days 2025: Vielfalt europäischer Bildungsinitiativen sichtbar gemacht

Erasmus Days+ am 17. Oktober an der Universität Liechtenstein

Am Donnerstag, 16. Oktober 2025, lud die Universität Liechtenstein gemeinsam mit der Agentur für Internationale Bildungsangelegenheiten (AIBA) zu einer gut besuchten Veranstaltung im Rahmen der Erasmus+ Days ein. Rund 50 Gäste informierten sich in der Aula am Standort Ebaholz über aktuelle Erasmus+-Projekte und Mobilitätsinitiativen aus Liechtenstein.

Im Mittelpunkt standen Präsentationen aus den Bereichen Hochschulbildung, Erwachsenenbildung, Schulbildung, Jugend sowie Mobilitätsprogrammen für Studierende und Lehrlinge. Die Beiträge zeigten anschaulich, wie praxisnah und vielfältig europäische Bildungskooperationen wirken – von Künstlicher Intelligenz über Kreativitätsmethoden für Führungskräfte bis zu Cybersecurity und zivilgesellschaftlichem Engagement. Neben Projekten der Universität Liechtenstein stellten auch die Kubus Kulturvermittlung, aha – Tipps und Infos für junge Leute, die Offene Jugendarbeit Liechtenstein, Ideal Capoeira und die Thyssenkrupp Presta AG ihre Initiativen vor.

Nach den Präsentationen bot eine Posterausstellung mit Apéro Gelegenheit für vertiefte Gespräche. In offener und inspirierender Atmosphäre tauschten die Teilnehmenden Erfahrungen aus, knüpften wertvolle Kontakte und entwickelten neue Ideen für künftige Kooperationen.

Die Erasmus+ Days 2025 zeigen europaweit, wie das Erasmus+-Programm Menschen, Ideen und Institutionen verbindet. Die Universität Liechtenstein fördert aktiv Internationalisierung, Innovation und gesellschaftliche Teilhabe – Werte, die Erasmus+ stärkt und weiterträgt.

Erasmus Days+ am 17. Oktober an der Universität Liechtenstein

Medienpolitik in Liechtenstein: Plädoyer für mehr Gelassenheit

Medienpolitik in Liechtenstein: Plädoyer für mehr Gelassenheit

Ein "Denkraum"-Blogbeitrag

Massenmedien schaffen Öffentlichkeit. Sie informieren, bilden Meinungen und üben eine Kritik- und Kontrollfunktion aus. Ihre Bedeutung für eine funktionierende Demokratie ist unbestritten. Auch unbestritten ist, dass die Medienlandschaft Liechtensteins mit der Einstellung des Liechtensteiner Volksblatts (2023) und Radio Liechtenstein (2025) jüngst grosse Veränderungen durchlief. Daher überrascht es nicht, dass die Stärkung der Medienlandschaft im Regierungsprogramm verankert wurde. Bereits im Koalitionsvertrag zwischen VU und FBP war die Rede davon, dass sich die Medienlandschaft nachhaltig weiterentwickeln soll und ihre Vielfalt gestärkt werden soll. Ein «mediales Service-Public-Angebot» soll zudem verlässliche und unabhängige Informationen bereitstellen.

Aber was bedeutet das konkret? Ist die aktuelle Medienlandschaft aus demokratiepolitischer Sicht zu wenig vielfältig und unabhängig? 

Besonderheiten Liechtensteins

Um diese Fragen zu beantworten, betrachten wir zuerst einige Besonderheiten der politischen Kommunikation in Liechtenstein: 

  1. Liechtenstein hat keine Tradition des investigativen Journalismus. Den Medien fehlen hierfür die Kapazitäten. Die Kritik- und Kontrollfunktion der Medien wird in Liechtenstein zudem durch die politische Konsenskultur Liechtensteins sowie die für einen Kleinstaat typische soziale Kontrolle gehemmt.
     
  2. Die Kleinheit des Landes ermöglicht es politischen Akteuren, auch ausserhalb etablierter Medienkanäle auf ihre Anliegen hinzuweisen, z. B. durch Postwurfsendungen. Politische Akteure sind also nicht von den Massenmedien abhängig.
     
  3. Die enge Verflechtung mit den Nachbarstaaten führt dazu, dass ausländische Medien stark genutzt werden. Die Bevölkerung ist somit nicht allein auf nationale Medien angewiesen.
     
  4. Die Meinungsvielfalt wird in den liechtensteinischen Medien stark gelebt. Alle relevanten Medien sind offen für Beiträge aller politischen Parteien und zahlreiche Leserbriefe. Im internationalen Vergleich sind diese Meinungsvielfalt und Forumsfunktion wohl einzigartig.
     
  5. Umfragen zeigen, dass die Bürgerinnen und Bürger wenig Wert auf Empfehlungen politischer Akteure legen und ihre Haltung früh festlegen. Der Austausch in der Familie oder mit Bekannten ist die wichtigste Informationsquelle. Der Einfluss der Medien auf die Meinungsbildung ist somit beschränkt.
     
  6. Liechtenstein ist im internationalen Vergleich weiterhin homogen und wenig polarisiert. Die politische Parteienlandschaft konzentriert sich ideologisch auf die Mitte. Entsprechend gering ist auch die Nachfrage nach ideologisch positionierten Medien. 


Die verschiedenen Faktoren zeigen, dass der Einfluss der Medien und deren Redaktionen auf das Funktionieren der Demokratie in Liechtenstein nicht überhöht werden sollte. 

Früher war nicht alles besser 

Unterschiedliche Qualitätsmedien ermöglichen verschiedene Perspektiven. In Liechtenstein stellt sich jedoch die Frage, ob jemals echte Vielfalt bestand. Die Unterschiede in der Berichterstattung von «Vaterland» und «Volksblatt» wurden mit der wachsenden Unabhängigkeit der Zeitungen von den politischen Parteien immer geringer. Radio Liechtenstein behandelte die politische Berichterstattung bis Sommer 2024 eher stiefmütterlich. Vor diesem Hintergrund behaupte ich, dass es bei keiner der demokratiepolitisch wichtigen Funktionen der Medien durch die Umwälzung der Medienlandschaft zu substanziellen Einbussen kam. 

Zugleich kommunizieren politische und zivilgesellschaftliche Akteure immer stärker. Neben Parteipublikationen und der Kommunikation der politischen Parteien in sozialen Medien gibt es Informationsangebote wie vielfalt.li, wahlhilfe.li, easy vote oder den Jugendrat. Zumindest bei Wahlen und Abstimmungen hat sich die Vielfalt der Informationsangebote somit trotz der veränderten Medienlandschaft nicht signifikant verringert. Die Möglichkeiten einer aktiven und vielfältigen politischen Kommunikation haben sich sogar vergrössert. Medienpolitik sollte sich daher auf die Gegenwart und Zukunft konzentrieren und nicht der Vergangenheit nachtrauern. 

Marktmacht ist nicht gleich Meinungsmacht 

Die Umwälzungen in der Medienlandschaft haben die Marktstellung des Vaduzer Medienhauses gestärkt. Demokratiepolitisch ist eine starke Marktmacht aber nur dann problematisch, wenn sie mit einer starken Meinungsmacht einhergeht. Meinungsmacht bedeutet den tatsächlichen Einfluss eines Mediums auf die öffentliche Meinung. Neben der Reichweite wird die Meinungsmacht durch die qualitative Leistung des Mediums und Attribute wie Glaubwürdigkeit, Kompetenz und Sympathie bestimmt. Aufgrund der vorhin genannten Besonderheiten der öffentlichen Kommunikation in Liechtenstein ist die Meinungsmacht der Redaktionen und Eigner eher gering und eine Medienkonzentration nicht per se ein demokratiepolitisches Problem. 

Wie weiter in der Medienpolitik?

In vielen Staaten stehen die nationalen Mediensysteme unter Druck. Das Forschungszentrum Öffentlichkeit und Gesellschaft (fög) der Universität Zürich konstatiert im Jahrbuch Qualität der Medien von 2024 für die Schweiz, dass das Interesse an Nachrichten und die Nutzung von Nachrichten abgenommen haben, die Werbeeinnahmen gesunken sind und zu wenige Menschen bereit sind, für Journalismus zu bezahlen. 

Mit dem Aufkommen der sozialen Medien hat sich das Informationsverhalten stark verändert. Dieser Trend wird sich fortsetzen. In Liechtenstein ist die Nutzung traditioneller Massenmedien und deren Reichweite im internationalen Vergleich hoch. Das Informationsverhalten ändert sich aber auch hier. Einerseits steigt der Anteil an nachrichtenmüden Menschen, andererseits gewinnen soziale Medien an Relevanz. Die steigende Bedeutung sozialer Medien für die politische Information birgt vor allem drei Risiken: 

  1. Falschmeldungen und gezielte Desinformation treten häufiger auf.
  2. Algorithmen steuern die Medienvorschläge, was zu Filterblasen führt.
  3. Die Informationsangebote in sozialen Medien haben meist keinen direkten Bezug zu Liechtenstein, was zu einer Entfremdung von der politischen Realität führen kann, weshalb Probleme wahrgenommen, die so in Liechtenstein gar nicht existieren. 

Doch was ist zu tun? 

Vertrauen in Massenmedien fördern und journalistische Qualität einfordern

Liechtenstein verfügt über eine hohe Medienvielfalt. Zur Medienqualität fehlen jedoch konkrete empirische Erhebungen. Traditionelle Qualitätskriterien sind Relevanz, Vielfalt, Einordnungsleistung und Professionalität. Auch ohne konkrete Studien würde ich behaupten, dass das «Liechtensteiner Vaterland» bei diesen Kriterien nicht schlechter abschneidet als andere Zeitungen vergleichbarer Grösse. Kritik an den bestehenden Medien ist berechtigt, sollte aber fundiert und konstruktiv sein. Pauschale Kritik wie z.B. der Vorwurf mangelnder Unabhängigkeit schwächt das Vertrauen in die Medien und führt letztlich zu einer geringeren Mediennutzung, was es nur noch schwerer macht, die medienpolitischen Ziele zu erreichen. 

Für ein Service Public braucht es kein neues Massenmedium

Das im Koalitionsvertrag geäusserte Ziel eines Service Public ist vage. Im klassischen Sinne meint Service Public eine öffentliche Dienstleistung oder Infrastruktur. Dies ist nicht gleichzusetzen mit dem Aufbau eines öffentlich-rechtlichen Mediums. Vielmehr geht es darum, die Bürgerinnen und Bürger fundiert über staatspolitisch relevante Entwicklungen zu informieren. Dafür braucht es keine neuen Medien, sondern eine Verbesserung der Kommunikation von Regierung und Landtag im Rahmen der bestehenden Kanäle. So sind z. B. begleitende Dokumente zu politischen Themen wie Berichte und Anträge oder konkrete Studien besser zugänglich zu machen und in eine zielgruppenorientierte Kommunikation einzubetten. Es geht also primär darum, Plattformen zu schaffen, welche es den Bürgerinnen und Bürger ermöglichen, sich aktiv zu informieren, ohne die durch die sozialen Medien und die verstärkten Kommunikationsanstrengungen von Akteuren aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft stetig wachsende Informationsflut weiter zu befeuern. Bei Bedarf können die Informationen via Grossauflage des Liechtensteiner Vaterlands verbreitet werden – sei es durch gekennzeichneten Sonderseiten oder Rubriken der Regierung oder im Rahmen redaktioneller Beiträge. Mit der einmal wöchentlich an alle Haushalte versendeten Grossauflage verfügt Liechtenstein nämlich bereits über eine – zumindest für den Print-Bereich – im internationalen Vergleich einzigartige Basis für einen funktionierenden Service Public.

Ganzheitliche politische Kommunikation

Liechtenstein braucht nicht mehr Medien. Es braucht aber Expertinnen und Experten sowie empirische Studien, die Hintergrundwissen liefern und es den Medienschaffenden und -nutzenden ermöglichen, aktuelle Entwicklungen unabhängig und kritisch einzuordnen. Journalisten, die sich auf empirische Studien stützen, erhöhen ihre Glaubwürdigkeit. Zugleich können interessierte und medienkompetente Bürgerinnen und Bürger sich direkt informieren. Das im Regierungsprogramm festgehaltene Ziel der Informationssicherheit ist deshalb nicht nur ein Ziel der Medienpolitik, sondern auch ein Ziel für die Bildungs- und Wissenschaftspolitik. Dazu würde z. B. auch eine langfristige Umfrageplanung zählen, welche über die Mandatsperiode der Regierung hinaus verlässliche Informationen zur Entwicklung der öffentlichen Meinung liefern würde. Die so gewonnenen Erkenntnisse legen die Basis für qualitativen und konstruktiven Journalismus, wie er derzeit von verschiedenen Expertinnen und Experten in Anbetracht der wachsenden politischen Polarisierung, aber auch einer wachsenden Nachrichten-Müdigkeit gefordert wird. 

Medienkompetenz und politische Bildung 

Mit Blick auf die Medienlandschaft Liechtensteins plädiere ich deshalb zu mehr Gelassenheit. Liechtenstein kann trotz der Umwälzungen der letzten Jahre weiterhin auf ein funktionierendes Mediensystem bauen. Diesem Mediensystem ist Sorge zu tragen, indem das Vertrauen in die bestehenden Medien gefördert wird. Mit einer durchdachten Medienförderung kann zudem die qualitative Weiterentwicklung der Medien eingefordert werden. Ergänzend zur Rolle der Medienkommission wäre dabei insbesondere auch eine verstärkte Zusammenarbeit mit dem Schweizer Presserat und dem fög erstrebenswert. 

Die demokratiepolitischen Herausforderungen in der Medienlandschaft Liechtensteins sehe ich schliesslich nicht bezüglich der Medien- und Meinungsvielfalt, sondern primär im globalen Trend zu einer immer stärken Nutzung der sozialen Medien. Entsprechend wichtig ist es, politische Bildung und Medienkompetenz zu fördern. Letzteres hat zurecht bereits Eingang in das Regierungsprogramm gefunden. Wünschenswert wäre nun auch ein Bekenntnis der beiden Koalitionsparteien zur bestehenden Medienlandschaft, denn das Vertrauen in die Medien fördert deren Nutzung.  Abschliessend ist zu hoffen, dass auch im Zeitalter der sozialen Medien alle politischen Parteien in ihrer Kommunikation eine konstruktive Nüchternheit wahren; denn es ist der sachliche politische Diskurs, welcher effiziente Entscheidungen fördert und Liechtenstein bisher so erfolgreich gemacht hat.

Christian Clauwers eröffnet eindrucksvolle Fotoausstellung am Uni-Campus

Christian Clauwers eröffnet eindrucksvolle Fotoausstellung am Uni-Campus

Vernissage Fotoausstellung Christian Clauwers am 7. Oktober 2025 an der Universität Liechtenstein.
Die Fotoausstellung von Christian Clauwers umfasst zehn Bilder. Die Bilder sind bis Mitte Dezember an der Universität Liechtenstein zu sehen.
Vernissage Fotoausstellung Christian Clauwers am 7. Oktober 2025 an der Universität Liechtenstein.
Rektor Christian Frommelt begrüsste die Gäste zur Vernissage.
Vernissage Fotoausstellung Christian Clauwers am 7. Oktober 2025 an der Universität Liechtenstein.
Der belgische Botschafter Patrick Van Gheel freute sich über die Zusammenarbeit mit der Universität Liechtenstein.
Vernissage Fotoausstellung Christian Clauwers am 7. Oktober 2025 an der Universität Liechtenstein.
Landtagspräsident Manfred Kaufmann betonte in seiner Grussbotschaft die Bedeutung der Thematik für Liechtenstein.
Vernissage Fotoausstellung Christian Clauwers am 7. Oktober 2025 an der Universität Liechtenstein.
Die Vernissage und der Vortrag von Christian Clauwers waren gut besucht.
Vernissage Fotoausstellung Christian Clauwers am 7. Oktober 2025 an der Universität Liechtenstein.
Clauwers zeigte in seinem Vortrag anhand seiner Bilder die Entwicklung zwischen der Antarktis und der Arktis.
Vernissage Fotoausstellung Christian Clauwers am 7. Oktober 2025 an der Universität Liechtenstein.
Vernissage Fotoausstellung Christian Clauwers am 7. Oktober 2025 an der Universität Liechtenstein.
Vernissage Fotoausstellung Christian Clauwers am 7. Oktober 2025 an der Universität Liechtenstein.
Vernissage Fotoausstellung Christian Clauwers am 7. Oktober 2025 an der Universität Liechtenstein.
Vernissage Fotoausstellung Christian Clauwers am 7. Oktober 2025 an der Universität Liechtenstein.
Fotograf Roland Korner und Landtagspräsident Manfred Kaufmann im Gespräch.
Vernissage Fotoausstellung Christian Clauwers am 7. Oktober 2025 an der Universität Liechtenstein.
Vernissage Fotoausstellung Christian Clauwers am 7. Oktober 2025 an der Universität Liechtenstein.
Vernissage Fotoausstellung Christian Clauwers am 7. Oktober 2025 an der Universität Liechtenstein.
Vernissage Fotoausstellung Christian Clauwers am 7. Oktober 2025 an der Universität Liechtenstein.
Vernissage Fotoausstellung Christian Clauwers am 7. Oktober 2025 an der Universität Liechtenstein.
Vernissage Fotoausstellung Christian Clauwers am 7. Oktober 2025 an der Universität Liechtenstein.
Belgisches Bier durfte beim Apéro natürlich nicht fehlen.
Vernissage Fotoausstellung Christian Clauwers am 7. Oktober 2025 an der Universität Liechtenstein.
Vernissage Fotoausstellung Christian Clauwers am 7. Oktober 2025 an der Universität Liechtenstein.
Vernissage Fotoausstellung Christian Clauwers am 7. Oktober 2025 an der Universität Liechtenstein.
Vernissage Fotoausstellung Christian Clauwers am 7. Oktober 2025 an der Universität Liechtenstein.
Vernissage Fotoausstellung Christian Clauwers am 7. Oktober 2025 an der Universität Liechtenstein.
Vernissage Fotoausstellung Christian Clauwers am 7. Oktober 2025 an der Universität Liechtenstein.
Vernissage Fotoausstellung Christian Clauwers am 7. Oktober 2025 an der Universität Liechtenstein.
Vernissage Fotoausstellung Christian Clauwers am 7. Oktober 2025 an der Universität Liechtenstein.
Vernissage Fotoausstellung Christian Clauwers am 7. Oktober 2025 an der Universität Liechtenstein.
Vernissage Fotoausstellung Christian Clauwers am 7. Oktober 2025 an der Universität Liechtenstein.
Vernissage Fotoausstellung Christian Clauwers am 7. Oktober 2025 an der Universität Liechtenstein.
Vernissage Fotoausstellung Christian Clauwers am 7. Oktober 2025 an der Universität Liechtenstein.
Vernissage Fotoausstellung Christian Clauwers am 7. Oktober 2025 an der Universität Liechtenstein.
Vernissage Fotoausstellung Christian Clauwers am 7. Oktober 2025 an der Universität Liechtenstein.
Vernissage Fotoausstellung Christian Clauwers am 7. Oktober 2025 an der Universität Liechtenstein.
Vernissage Fotoausstellung Christian Clauwers am 7. Oktober 2025 an der Universität Liechtenstein.
Vernissage Fotoausstellung Christian Clauwers am 7. Oktober 2025 an der Universität Liechtenstein.
Vernissage Fotoausstellung Christian Clauwers am 7. Oktober 2025 an der Universität Liechtenstein.
Vernissage Fotoausstellung Christian Clauwers am 7. Oktober 2025 an der Universität Liechtenstein.
Vernissage Fotoausstellung Christian Clauwers am 7. Oktober 2025 an der Universität Liechtenstein.
Vernissage Fotoausstellung Christian Clauwers am 7. Oktober 2025 an der Universität Liechtenstein.
Vernissage Fotoausstellung Christian Clauwers am 7. Oktober 2025 an der Universität Liechtenstein.
Vernissage Fotoausstellung Christian Clauwers am 7. Oktober 2025 an der Universität Liechtenstein.
Vernissage Fotoausstellung Christian Clauwers am 7. Oktober 2025 an der Universität Liechtenstein.
Vernissage Fotoausstellung Christian Clauwers am 7. Oktober 2025 an der Universität Liechtenstein.
Vernissage Fotoausstellung Christian Clauwers am 7. Oktober 2025 an der Universität Liechtenstein.
Vernissage Fotoausstellung Christian Clauwers am 7. Oktober 2025 an der Universität Liechtenstein.
Vernissage Fotoausstellung Christian Clauwers am 7. Oktober 2025 an der Universität Liechtenstein.
Vernissage Fotoausstellung Christian Clauwers am 7. Oktober 2025 an der Universität Liechtenstein.
Vernissage Fotoausstellung Christian Clauwers am 7. Oktober 2025 an der Universität Liechtenstein.
Vernissage Fotoausstellung Christian Clauwers am 7. Oktober 2025 an der Universität Liechtenstein.
Vernissage Fotoausstellung Christian Clauwers am 7. Oktober 2025 an der Universität Liechtenstein.
Vernissage Fotoausstellung Christian Clauwers am 7. Oktober 2025 an der Universität Liechtenstein.

Christian Clauwers eröffnet eindrucksvolle Fotoausstellung am Uni-Campus

Am Dienstag, dem 7. Oktober 2025, eröffnete die Universität Liechtenstein in Zusammenarbeit mit der Belgischen Botschaft in Bern die Fotoausstellung «Dokumentation des Anthropozäns – An der Front des Wandels: Visuelles Storytelling von den Polarregionen bis zu den Ozeanen». 

Im Mittelpunkt der Vernissage stand der Vortrag des international renommierten belgischen Dokumentarfotografen und Impact Storytellers Christian Clauwers. Er ist bekannt für seine Dokumentation der Beziehung zwischen Mensch und Natur. In seinem Vortrag zeigte Clauwers anhand seiner Fotografien eindrucksvoll die Veränderungen zwischen Arktis und Antarktis. 

Die Ausstellung beleuchtet, wie der Mensch die biologischen, geologischen und atmosphärischen Prozesse der Erde massgeblich beeinflusst. Christian Clauwers übersetzt komplexe Wissenschaften und Umweltfragen in kraftvolle visuelle Erzählungen, um sie einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Seine Bilder sollen zum Nachdenken und Umdenken anregen. 

Liechtenstein und die globalen Herausforderungen 

Landtagspräsident Manfred Kaufmann betonte in seinem Grusswort die Notwendigkeit, sich mit den globalen Herausforderungen auseinanderzusetzen, die Clauwers thematisiert. Kaufmann sagte zur Bedeutung der Dokumentation für Liechtenstein: «Obwohl Liechtenstein ein kleiner Staat ist, sind wir untrennbar mit den globalen Herausforderungen verbunden, die Christian Clauwers beleuchtet. Die Dokumentation des Wandels – von den Polarregionen bis zu den Ozeanen – mag geografisch weit entfernt erscheinen, aber die Auswirkungen des Klimawandels und des Verlusts der Biodiversität betreffen uns alle direkt. » 

Die Fotoausstellung mit zehn Bildern von Christian Clauwers ist noch bis Mitte Dezember am Campus der Universität Liechtenstein zu sehen.

 

Einblick in Forschung, Lehre und gesellschaftliches Engagement

Einblick in Forschung, Lehre und gesellschaftliches Engagement

Besucher der Posterausstellung im Gespräch mit Forschenden

Am Donnerstag, 16. Oktober 2025, lädt die Universität Liechtenstein zusammen mit der Agentur für Internationale Bildungsangelegenheiten (AIBA) die Bevölkerung herzlich zu den Erasmus+ Days ein. Von 17 bis 18.30 Uhr werden in der Aula am Standort Ebaholz aktuelle Erasmus+-Projekte vorgestellt, die zeigen, wie vielfältig europäische Bildungsinitiativen wirken – von Künstlicher Intelligenz über nachhaltige Finanzbildung bis hin zu Cybersecurity und zivilgesellschaftlichem Engagement. Ergänzt wird das Programm durch verschiedene Initiativen und Projekte aus dem Bereich Jugend sowie der Erwachsenenbildung, die weitere Perspektiven auf Lernen, Kreativität und Teilhabe eröffnen. Das Programm umfasst kurze Projektpräsentationen sowie eine anschliessende Posterausstellung mit Apéro, bei der Besucherinnen und Besucher direkt mit den Projektverantwortlichen ins Gespräch kommen können. Darüber hinaus werden Mobilitäten von Studierenden, Lehrlingen und Mitarbeitenden beleuchtet, und es bietet sich die Gelegenheit, mit Vertreterinnen und Vertretern von Thyssenkrupp sowie dem International Office der Universität ins Gespräch zu kommen.

Die Erasmus+ Days 2025 finden europaweit vom 13. bis 18. Oktober statt und machen sichtbar, wie das Erasmus+-Programm Menschen und Ideen in Europa verbindet. Erasmus+ fördert internationale Mobilität, Bildung und Kooperation und steht auch an der Universität Liechtenstein für Internationalisierung, Innovation und praxisnahe Forschung.

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos. Um Anmeldung wird gebeten unter: https://www.uni.li/de/veranstaltungen/2025/10/erasmus-days.

Besucher der Posterausstellung im Gespräch mit Forschenden

Factum AG und Universität Liechtenstein starten Forschungsprojekt zu Prozessinnovationen

Factum AG und Universität Liechtenstein starten Forschungsprojekt zu Prozessinnovationen

Das Projektteam beim gemeinsamen Auftakt: Dr. Djordje Zivkovic und Prof. Dr. Leo Brecht von der Universität Liechtenstein, gemeinsam mit Pascal Tschütscher, Carmelo Leonardi, Ralf Ackermann und Julian Bühler von der Factum AG (v. l. n. r.).
Das Projektteam beim gemeinsamen Auftakt: Dr. Djordje Zivkovic und Prof. Dr. Leo Brecht von der Universität Liechtenstein, gemeinsam mit Pascal Tschütscher, Carmelo Leonardi, Ralf Ackermann und Julian Bühler von der Factum AG (v. l. n. r.).

Die Factum AG Vermögensverwaltung und die Universität Liechtenstein haben ein gemeinsames Forschungsprojekt gestartet, um neue Faktoren zur Bewertung von Prozessinnovationen zu entwickeln. Ziel ist es, Unternehmen Wege aufzuzeigen, wie sie in einem anspruchsvollen wirtschaftlichen Umfeld ihre Produktivität steigern und Investoren langfristig Mehrwert erzielen können.

Globale Herausforderungen wie Deglobalisierung, Dekarbonisierung und steigende Verschuldung bremsen das Wachstum und verstärken den Inflationsdruck. Investoren stehen vor einem schwierigen Umfeld, in dem die Nachfrage nach Anlagestrategien wächst, die Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit verbinden. Factor Investing bietet einen möglichen Ansatz: Anlagestrategien richten sich an klar identifizierbaren Einflussgrössen auf Renditen aus. Doch etablierte Faktoren wie Value, Quality oder Momentum stoßen in der aktuellen Lage an Grenzen.

Hier setzt das von Innosuisse geförderte Projekt an. Mit einem Budget von knapp 370’000 Franken und einer Laufzeit von drei Jahren entwickeln die Partner neue qualitative und quantitative Prozessinnovationsfaktoren. Sie nutzen moderne Methoden wie Machine-Learning-Algorithmen und Large-Language-Modelle. Ziel ist es, einen quantitativen, einen qualitativen und einen kombinierten Prozessinnovationsfaktor zu entwickeln, um Überrenditen („Alpha“) zu erzielen und zur Wertschöpfung des Landes beizutragen.

„Unsere Forschung zeigt seit Jahren, dass speziell definierte Innovationsfaktoren eine Überrendite am Aktienmarkt ermöglichen. Dieses Konzept übertragen wir nun auf Prozessfaktoren. Erste Resultate sind vielversprechend. Wir freuen uns, mit der Factum AG einen etablierten Partner an unserer Seite zu haben“, erklärt Prof. Dr. Leo Brecht, der das Projekt zusammen mit Dr. Djordje Zivkovic leitet. Auch die Praxis ist überzeugt: „Das Forschungsprojekt hilft uns, wissenschaftsbasierte Faktoren noch zielgerichteter in der Vermögensverwaltung einzusetzen“, betont Pascal Tschütscher von der Factum AG. Mit diesem Projekt bündeln die Universität Liechtenstein und die Factum AG ihre Expertise und leisten gemeinsam einen wichtigen Beitrag zur Innovationskraft des Landes und zur Stärkung des Finanzplatzes Liechtenstein.

Das Forschungsprojekt erhält öffentliche Mittel aus der Kooperationsvereinbarung zwischen Liechtenstein und Innosuisse, der Schweizerischen Agentur für Innovationsförderung.

Kurzporträt Factum AG: Die Factum AG Vermögensverwaltung mit Sitz in Vaduz, Liechtenstein, wurde 1994 gegründet und ist auf unabhängige Vermögensverwaltung und Portfolioanalysen spezialisiert. Das Unternehmen verfügt über rund 20 erfahrene Spezialisten in den Bereichen Vermögensverwaltung, Business Development und Organisation. Die verwalteten Vermögen wachsen kontinuierlich und betrugen per Q2 2025 2,78 Mrd. Franken.

Das Projektteam beim gemeinsamen Auftakt: Dr. Djordje Zivkovic und Prof. Dr. Leo Brecht von der Universität Liechtenstein, gemeinsam mit Pascal Tschütscher, Carmelo Leonardi, Ralf Ackermann und Julian Bühler von der Factum AG (v. l. n. r.).
Das Projektteam beim gemeinsamen Auftakt: Dr. Djordje Zivkovic und Prof. Dr. Leo Brecht von der Universität Liechtenstein, gemeinsam mit Pascal Tschütscher, Carmelo Leonardi, Ralf Ackermann und Julian Bühler von der Factum AG (v. l. n. r.).

Hoffnung und Unternehmergeist: Pilotworkshop in Liechtenstein stärkt ukrainische Frauen

Hoffnung und Unternehmergeist: Pilotworkshop in Liechtenstein stärkt ukrainische Frauen

Hoffnung und Unternehmergeist: Pilotworkshop in Liechtenstein stärkt ukrainische Frauen

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Pilotworkshops des Ersamus+-Projekts "EntreCivil" an der Universität Liechtenstein.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Pilotworkshops des Ersamus+-Projekts "EntreCivil" an der Universität Liechtenstein.

Der Krieg in der Ukraine hat Millionen Familien zur Flucht gezwungen. Besonders Frauen stehen vor grossen Herausforderungen, doch viele schöpfen neuen Mut und engagieren sich unermüdlich für andere.

Dieses Engagement zeigt Hoffnung und Solidarität. Hier setzt das Erasmus+-Projekt «EntreCivil» an, das ukrainische Frauen in ihrem Einsatz für die Gemeinschaft stärkt und ihnen unternehmerische Fähigkeiten für eine nachhaltige Zukunft vermittelt. 

Das Projekt richtet sich an Frauen in Österreich, Deutschland, Liechtenstein und der Schweiz, die ehrenamtlich tätig sind oder eigene Initiativen starten möchten. Ziel ist es, ihr Engagement zu professionalisieren und langfristig tragfähig zu machen. Im Fokus stehen Fähigkeiten wie Selbstorganisation, systematische Projektplanung, Finanzierungs- und Ressourcenwissen sowie der Aufbau stabiler Netzwerke – Elemente, die Eigeninitiative fördern und gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen. Getragen wird das Vorhaben von der ÖSB Social Innovation gemeinnützige GmbH (Österreich), der Universität Liechtenstein, der Neumann und Ritter GbR (Deutschland) sowie Schüßler-Consulting (Liechtenstein). Assoziierte Partner sind die ZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (Schweiz) sowie verschiedene Flüchtlings- und Integrationsinitiativen in allen vier Ländern. 

Am 29. September 2025 fand an der Universität Liechtenstein der erste Pilotworkshop statt, geleitet von Julia Tenschert, Professur für Entrepreneurship und Leadership. Ukrainische Frauen aus Liechtenstein, Deutschland und der Schweiz arbeiteten mit den Projektpartnern als Coaches an ihren Projektideen. Schritt für Schritt analysierten sie gesellschaftliche Probleme und ihre Ursachen und definierten Zielgruppen. Anschliessend bewerteten die Teilnehmerinnen die Ideen nach Wirkung und Umsetzbarkeit, identifizierten zentrale Partner und erarbeiteten Finanzierungsmöglichkeiten. Den Abschluss bildete ein Elevator Pitch, in dem die Teilnehmerinnen ihre Projektidee, den adressierten Bedarf und die beabsichtigte Wirkung in einer Minute präsentierten. 

Die Resonanz war durchweg positiv: «Es war unglaublich inspirierend», sagte eine Teilnehmerin. Eine andere betonte: «Ich habe so viele neue Ideen mitgenommen.» Alle waren sich einig: «Es hat richtig Spass gemacht!» 

Zum Ausklang des Tages kamen die Teilnehmerinnen beim gemeinsamen Grillen ins Gespräch – eine Gelegenheit, die Eindrücke in entspannter Atmosphäre nachklingen zu lassen. Ein besonderer Dank galt dem Organisationsteam um Julia Tenschert, Felix Schüßler und Inna Senti vom Verein SKS Integrationshilfe Liechtenstein, die den Workshop ermöglicht hatten. 

In den kommenden Wochen folgen weitere Workshops in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Den Abschluss bildet ein MultiplikatorInnen-Event in Wien, bei dem die Ergebnisse gebündelt und einer breiten Fachöffentlichkeit vorgestellt werden. Damit sendet das Projekt ein starkes Signal für Eigeninitiative, Empowerment und eine solidarische Zukunft.

Mehr zum Projekt

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Pilotworkshops des Ersamus+-Projekts "EntreCivil" an der Universität Liechtenstein.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Pilotworkshops des Ersamus+-Projekts "EntreCivil" an der Universität Liechtenstein.

Nachhaltige Finanzen: Liechtenstein prämiert Forschung zu Klimarisiken und CO₂-Reduktion

Nachhaltige Finanzen: Liechtenstein prämiert Forschung zu Klimarisiken und CO₂-Reduktion

9. Workshop Sustainable Finance Universität Liechtenstein 2025: Preisträger, Stifter und Organisatoren

Am 25. September 2025 versammelte der 9. Liechtenstein Workshop of Sustainable Finance an der Universität Liechtenstein führende Köpfe aus internationaler Wissenschaft und regionaler Wirtschaft.

Sie diskutierten aktuelle Forschungsergebnisse und Entwicklungen in der nachhaltigen Finanzierung. Othar Kordsachia und sein Team der Professur für Sustainable Finance and Investments organisierten die Veranstaltung. Wissenschaftler präsentierten ihre Arbeiten, und die besten Beiträge erhielten Auszeichnungen. Bernd Hartmann (VP Bank), Karin Jehle (LIFE Klimastiftung Liechtenstein) und Christian Maruhn (Liechtenstein Life Assurance) überreichten die Preise.

Klimarisiken treiben Rohstoffpreise

Filippo Pellegrino (Imperial College London) gewann den Best Paper Award der VP Bank für seine Studie «A Tale of Commodities and Climate-driven Disasters». Er zeigt, dass sich die Rohstoffproduktion seit den 1970er Jahren in klimaanfällige Regionen verlagert hat. Finanzmärkte preisen diese Risiken ein: Rohstoffe mit höherem Klimarisiko steigen nach Extremwetterereignissen im Preis, während widerstandsfähigere Rohstoffe geringere Renditen bieten und als Absicherung dienen.

ESG-Ratings spielen kaum eine Rolle

Den Impact Award der LIFE Klimastiftung Liechtenstein erhielten Youpeng Zhang und Bennet Janssen (ZEW – Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung) für «Beyond Consensus: ESG Rating Divergence and Sustainable Investments». Ihre Befragung deutscher Retail-Investoren zeigt, dass ESG-Ratings bei Anlageentscheidungen kaum eine Rolle spielen. Zwei Drittel der Befragten besitzen nachhaltige Fonds, aber nur 6 Prozent nutzen ESG-Ratings aktiv. Hohe Durchschnittsratingwerte fördern Investitionen, während divergierende Einschätzungen zwischen Agenturen verunsichern und die Allokation in nachhaltige Fonds hemmen. 

Wettbewerb führt zu CO₂-Reduktionen

Der Climate Finance Award der Liechtenstein Life Assurance ging an Manuel Kathan, Raphaela Roeder und Sebastian Utz (Universität Augsburg) sowie Martin Nerlinger (Universität St. Gallen) für «How Does Competition Affect Firms’ Carbon Performance? Firm-Level Evidence from Tariff Cuts». Sie nutzen Zollsenkungen als Quasi-Experiment und zeigen, dass verstärkter Wettbewerb Unternehmen zu deutlichen CO₂-Reduktionen über alle Scopes (1, 2 und 3, relativ zum Umsatz) bewegt. Unternehmen mit hoher Emissionsintensität setzen auf sichtbare Massnahmen wie interne CO₂-Preise, während emissionsärmere Firmen in Investitionen und immaterielle Vermögenswerte investieren und Fremdkapital aufnehmen. 

Der Workshop bot erneut eine Plattform, um internationale Forschung mit regionaler Praxis zu verknüpfen. Die ausgezeichneten Arbeiten tragen zum besseren Verständnis von Klimarisiken, ESG-Ratings und Wettbewerbseffekten bei und betonen die Notwendigkeit enger Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Investoren und Unternehmen für eine nachhaltigere Wirtschaft.

9. Workshop Sustainable Finance Universität Liechtenstein 2025: Preisträger, Stifter und Organisatoren

Weiterbildung: 19 Diplome überreicht

Weiterbildung: 19 Diplome überreicht

Dr. Christian Frommelt, Rektor, bei der Begrüssung

Am Freitag, 26. September 2025, erhielten 19 Absolventinnen und Absolventen der Weiterbildung der Universität Liechtenstein ihre Diplome.

Rektor Dr. Christian Frommelt und die Studienleitung überreichten die akademischen Grade in den Studiengängen MBA Technologie und Innovation sowie LL. M. im Wirtschaftsstrafrecht. Assoz. Prof. Dr. Sebastian Stöckl, Akademischer Leiter der Liechtenstein Undergraduate and Graduate School, moderierte die Veranstaltung.

Dr. Christian Frommelt, Rektor, bei der Begrüssung
Der Festredner der Weiterbildung, Maximilian Rüdisser

Dr. Maximilian Rüdisser, Geschäftsführer der Liechtensteinischen Industrie- und Handelskammer, hielt die Festrede und betonte: «Egal in welcher Funktion Sie heute tätig sind oder in Zukunft tätig sein werden; kritisches Denken, das Reflektieren über Erlebtes oder Beobachtetes und das «Neugierig-sein» sind Eigenschaften, die Sie und Ihre Themen weiterbringen und Sie auch unterscheidbar machen.»

Der Festredner der Weiterbildung, Maximilian Rüdisser

Erste Abschlüsse im Wirtschaftsstrafrecht

Absolventinnen und Absolventen des LL.M. im Wirtschaftsstrafrecht

Der Executive Master of Laws (LL.M.) im Wirtschaftsstrafrecht startete erstmals im September 2023. Nun verlieh die Universität Liechtenstein die ersten Abschlüsse an zehn Absolventinnen und Absolventen dieses innovativen Studiengangs.

Der LL.M. vermittelt vertieftes Wissen im liechtensteinischen, EWR-, europäischen und internationalen Wirtschaftsstrafrecht sowie im liechtensteinischen Verwaltungs- und Strafverfahrensrecht.

«Die Bekämpfung der Wirtschaftskriminalität, einschliesslich Cyberkriminalität, wird immer wichtiger. Die Sensibilisierung für strafrechtliche Risiken ist notwendiger denn je», betont Studienleiterin Prof. Dr. Konstantina Papathanasiou. «Der LL.M. verbindet wissenschaftliche Grundlagen mit praxisnaher Anwendung und qualifiziert für verantwortungsvolle Aufgaben in Strafverteidigung, Strafverfolgung, Criminal Compliance und Verbrechensprävention.»

Absolventinnen und Absolventen des LL.M. im Wirtschaftsstrafrecht

Achter Jahrgang des MBA Technologie und Innovation

Absolventen des MBA für Technologie und Innovation

Zum achten Mal schlossen Absolventinnen und Absolventen den MBA Technologie und Innovation erfolgreich ab. Das berufsbegleitende Programm richtet sich an Führungskräfte, die ihre Unternehmen in Zeiten der digitalen Transformation und Industrie 4.0/5.0 zukunftsfähig machen wollen.

«Der MBA Technologie und Innovation ist ein entscheidender Impulsgeber für die Wirtschaft in der Region und darüber hinaus», erklärte Prof. Dr. Leo Brecht, Akademischer Leiter des MBA. 

Absolventen des MBA für Technologie und Innovation

Noemi Pirrello und Johann Birnbaum mit dem LGT University Scholarship ausgezeichnet

Noemi Pirrello und Johann Birnbaum mit dem LGT University Scholarship ausgezeichnet

LGT Stipendiaten mit Vertretern der LGT und der Universität.

Die diesjährigen Empfänger des Scholarships, Noemi Pirrello aus Italien und Johann Birnbaum aus Deutschland, konnten sich im Bewerbungsprozess mit ihren bisherigen exzellenten akademischen Leistungen, ihrem sozialen Engagement und ihrer hohen Leistungsbereitschaft gegenüber ihren Mitstudierenden durchsetzen.

 

Die Stipendienzertifikate wurden den beiden Studierenden des Masterstudiengangs in Innovative Finance pünktlich zum Studienstart von Elvira Knecht, Head Human Resources Europa und Selina Allemann, HR Expert Professional, sowie von Vertretern der Universität Liechtenstein, Prof. Dr. Martin Angerer, Studienleiter Master in Innovative Finance und Patrick Krause, Studiengangsmanager Master in Innovative Finance persönlich überreicht.

 

Mit dem LGT University Scholarship fördert die LGT vielversprechende Nachwuchstalente bereits während ihrer Ausbildung, indem sie ihre Semestergebühren für ein Studienjahr übernimmt.

 

Der Masterstudiengang in Innovative Finance ist ein international anerkannter Masterstudiengang und ist derzeit eines der wenigen englischsprachigen Programme im deutschsprachigen Raum mit den Schwerpunkten Asset- und Wealth Management sowie International Finance, welches sowohl in Vollzeit als auch in Teilzeit absolviert werden kann.

LGT Stipendiaten mit Vertretern der LGT und der Universität.
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