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Erfolgreicher Abschluss des ERASMUS+ Projekts «Choir@Home»

Erfolgreicher Abschluss des ERASMUS+ Projekts «Choir@Home»

Heike Henning, Markus Rohregger, Susanne Häfner, Janine Hacker, Alexander Carôt mit Erasmus-Fahne
Heike Henning, Markus Rohregger, Susanne Häfner, Janine Hacker, Alexander Carôt

Singen verbindet – auch online. Im ERASMUS+ Forschungsprojekt «Choir@Home»[1] untersuchte die Universität Liechtenstein (Dr. Janine Hacker) in Zusammenarbeit mit der Universität Mozarteum Salzburg (Prof. Dr. Heike Henning) und der Hochschule Anhalt (Prof. Dr. Alexander Carôt), wie gemeinsames Singen in virtuellen Räumen stattfinden und neu gedacht werden kann. 

Die COVID-19-Pandemie hat gezeigt, wie wichtig digitale Alternativen auch im Kulturbereich sind. Während einige Chöre den Sprung ins Digitale erfolgreich meisterten, scheiterten andere an technischen Hürden oder fehlender sozialer Interaktion. Genau hier setzte das Projekt Choir@Home an: Ziel war es, Chören digitale Proben zu ermöglichen, neue pädagogische Konzepte und soziale Rahmenbedingungen für ein funktionierendes Miteinander im virtuellen Raum zu schaffen. Ein internationaler Online-Laborchor erprobte die entwickelten Konzepte in über 30 Online-Chorproben und führte fünf virtuelle Aufführungen durch. Das direkte Feedback der Teilnehmenden half dabei, die Konzepte laufend zu verbessern. Parallel dazu wurden die Ergebnisse über Social Media, Pressebeiträge, Informationsveranstaltungen und wissenschaftliche Publikationen einem breiten Publikum zugänglich gemacht. Zudem entstanden didaktische Materialien für die Umsetzung eigener Online-Chorprojekte.

Das Projekt konnte alle gesteckten Ziele erreichen – viele davon sogar übertreffen. So entstand eine umfassende Wissensbasis über geeignete digitale Werkzeuge, es wurden praxisnahe Leitfäden für Chorleitende und Chöre entwickelt, und mit den durchgeführten Online-Proben konnte der Nachweis erbracht werden, dass gemeinsames Singen auch digital lebendig und sozial verbindend sein kann.

Das Projekt «Choir@Home» zeigt, wie digitales Chorsingen gelingen kann – nicht als Ersatz, sondern als Ergänzung zum Singen in Präsenz. Es eröffnet neue Möglichkeiten für musikalische Teilhabe und digitale Inklusion und stellt Chören, Pädagog:innen und Kulturinstitutionen wertvolle Materialien und Lösungen für die Zukunft zur Verfügung.

Die Ergebnisse des Projekts sind auf der Projektwebsite verfügbar: https://choirathome.com/index.php/results/

Das Video zum Weihnachtslied «Bell Carol» des Online-Laborchores kann auf YouTube angesehen werden: https://youtu.be/zOAHHX6A8p0?si=B7tVT7Zi8gwNi8Hx


[1] Das Forschungsprojekt „Online Choirs: How to carry out virtual choir rehearsals with the help of digital tools“ wurde im Rahmen der Leitaktion 2 (Kooperationspartnerschaften) des ERASMUS+ Programms der Europäischen Union gefördert (Projekt-Nr.: LI01-KA220-HED-000086928).

Heike Henning, Markus Rohregger, Susanne Häfner, Janine Hacker, Alexander Carôt mit Erasmus-Fahne
Heike Henning, Markus Rohregger, Susanne Häfner, Janine Hacker, Alexander Carôt

Dr. Adrian Klammer hat die höchste akademische Qualifikation erworben – die Habilitation

Dr. Adrian Klammer hat die höchste akademische Qualifikation erworben – die Habilitation

Martin Angerer, Adrian Klammer und Leo Brecht

Adrians Forschungsvortrag befasste sich mit dem Lernen und Verlernen in der Koopkurrenz zwischen Start-ups und etablierten Unternehmen auf der Grundlage einer qualitativen Studie. Seine Forschung zeigt, wie sowohl Start-ups als auch etablierte Unternehmen veraltete Routinen und Annahmen loslassen müssen, um effektiv zusammenzuarbeiten und zu konkurrieren, und demonstriert, wie das Verlernen es Organisationen ermöglicht, sich anzupassen und innovativ zu sein. Darüber hinaus hielt er einen inspirierenden Studentenvortrag über Storytelling im Marketing, in dem er Theorie und Praxis auf eine Weise verband, die für die Teilnehmer einen außergewöhnlichen Mehrwert schuf.

Prof. Martin Angerer fungierte als Vorsitzender des Ausschusses, dem Prof. Jan Mendling, Prof. Dr. Marco Furtner, Prof. Francesco Schurr und Prof. Dr. Leo Brecht als Ausschussmitglieder angehörten, zusammen mit Vertretern des akademischen Mittelmanagements und der Studentenschaft, Marie Scheuffele und Maximilian Haage. Darüber hinaus fungierte Leo Brecht als Adrians Mentor, der ihn auf seinem Weg zur Habilitation begleitete und unterstützte.

Martin Angerer, Adrian Klammer und Leo Brecht

17. Liechtensteinischer Stiftungsrechtstag: «Rechtliche Herausforderungen in Stiftungsstrukturen»

17. Liechtensteinischer Stiftungsrechtstag: «Rechtliche Herausforderungen in Stiftungsstrukturen»

Prof Butterstein am Rednerpult

Am 2. Dezember 2025 richtete die Professur für Gesellschafts-, Stiftungs- und Trustrecht den 17. Liechtensteinischen Stiftungsrechtstag aus und durfte rund 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Auditorium der Universität Liechtenstein willkommen heissen. In diesem Jahr beleuchteten ausgewiesene Expertinnen und Experten aus dem In- und Ausland aktuelle rechtliche Herausforderungen in Stiftungsstrukturen. 
 

Durch das Tagungsprogramm führten Prof. Dr. Alexandra Butterstein, LL.M. und Prof. Dr. Francesco A. Schurr, die in ihren einleitenden Ansprachen den grossen Stellenwert dieser Veranstaltung betonten. Der Dialog zwischen Wissenschaft und Praxis sei nämlich insbesondere vor dem Hintergrund der anstehenden Revisionen im Stiftungs- sowie Trustrecht wichtiger denn je. Der Stiftungsrechtstag schaffe alljährlich eine hervorragende Plattform für konstruktiven Austausch und bringe Vertreter aus unterschiedlichen Branchen zusammen, um das liechtensteinische Stiftungsrecht im Wettbewerb der Rechtsordnungen auch für zukünftige gesellschaftspolitische Entwicklungen vorzubereiten. 
 

In bewährter Tradition wurde der Stiftungsrechtstag mit aktueller Rechtsprechung eröffnet. Diesmal erörterte Prof. Dr. Alexandra Butterstein, LL.M. die relevantesten Judikate des vergangenen Jahres, die sich vor allem mit dem Spannungsfeld zwischen Informationsrechten der Begünstigten und Geheimhaltungsinteressen der Stiftung auseinandersetzten. Daran knüpfte Dr. Albert Kaufmann mit aktuellen Entwicklungen aus Sicht der Stiftungsaufsichtsbehörde an. Zur Diskussion standen insbesondere die geplanten Stiftungs- und Trustrechtsreformen sowie deren aktueller gesetzgeberischer Stand. Anschliessend wurde einschlägige Judikatur unter Verfahrensbeteiligung der STIFA erörtert. 

Mit Blick auf aktuelle Herausforderungen in der Organisation der Stiftung referierte Dr. Manuel Walser, LL.M., Präsident der Liechtensteinischen Rechtsanwaltskammer, über die Rechtsstellung der Begünstigten einer privatnützigen Stiftung sowie deren Informations- und Auskunftsrechte. Univ.-Prof. Dr. Johannes Zollner, Professor am Institut für Unternehmensrecht und Internationales Wirtschaftsrecht der Karl-Franzens-Universität Graz, beleuchtete in seinem Referat die Änderungsmöglichkeiten der Begünstigtenordnung und rückte dabei die interessante Frage in den Mittelpunkt, ob dies mit einer Änderung des Stiftungszwecks gleichzusetzen ist und daher nur unter erschwerten Voraussetzungen durchgeführt werden darf. An diese Ausführungen knüpfte Prof. Dr. Francesco A. Schurr mit seinem Vortrag über Vor- und Nachteile, die personelle Besetzung sowie die Kompetenzen eines Kontrollorgans an. Bei dem Kontrollorgan handle es sich bei richtiger Ausgestaltung um ein effektives Werkzeug für eine funktionierende Foundation Governance. Ein aus rechtsvergleichender Sicht äusserst interessantes Thema präsentierte Dr. Johannes Gasser, LL.M., Rechtsanwalt und Notar bei Gasser Partner Rechtsanwälte, der dem Publikum die praktisch bedeutsamen «Anti-Bartlett-Klauseln» erläuterte und dabei Überlegungen anstellte, ob jene auch im liechtensteinischen Stiftungsrecht zulässig sind oder für bestehende Stiftungen sogar noch nachträglich eingeführt werden können. In der anschliessenden Podiumsdiskussion wurde die Frage debattiert, ob und inwieweit die Gestaltungsfreiheit in der Stiftungsorganisation ein Standortvorteil Liechtensteins sei.
 

Nach dem Netzwerklunch folgte der traditionelle Philanthropie-Teil des Stiftungsrechtstages, der auch dieses Jahr in Zusammenarbeit mit der Vereinigung liechtensteinischer gemeinnütziger Stiftungen und Trusts (VLGST) gestaltet und von deren Präsident Dr. Thomas Zwiefelhofer mit Grussworten eröffnet wurde. Dr. Theresa Gehringer berichtete über Erfahrungen hinsichtlich der Generationenvielfalt im Stiftungsrat und stellte in weiterer Folge Überlegungen für potenzielle Erneuerungen und mehr Diversität an. Im Anschluss präsentierte Prof. Dr. Marc Gottschald unter anderem den von seinem Center für Philanthropie veröffentlichten Philanthropiereport. Dabei handelt es sich um die erste umfassende Bestandesaufnahme für Liechtenstein. Der Philanthropiereport bietet erstmals eine systematische, wissenschaftlich fundierte Gesamtschau des gemeinnützigen Stiftungs- und Vereinssektors. Das darauffolgende Panel, welches von Prof. Dr. Alexandra Butterstein, LL.M. und Prof. Dr. Francesco A. Schurr geleitet wurde, diskutierte aktuelle Herausforderungen und neue Strategien bzw. Trends in der Philanthropie. 
 

Im letzten Themenblock zu Spannungsfeldern und Grenzen der stiftungsrechtlichen Privatautonomie beleuchtete zunächst Hon.-Prof. Dr. Georg Schima, M.B.L. HSG, LL.M. (Vaduz), Rechtsanwalt bei conclusio schima lawyers, mögliche Lösungen gegen Missbrauchs-, Strohmann- und Scheinkonstruktionen bei Stiftungen. Im Anschluss sprach Dr. Vanessa Glaser, Rechtsanwältin und Partnerin bei der Kanzlei Glaser & Kleinsorge, rechtsvergleichend über die Kapitalerhaltungspflicht bei Stiftungen und über etwaige Implikationen für die liechtensteinische Stiftung. Aktuelle Fragen der Schiedsgerichtsbarkeit im Stiftungskontext wurden von Dr. Michael Nueber, LL.M., Rechtsanwalt und öffentlicher Notar bei Nueber Konzett Rechtsanwälte, behandelt. Abschliessend erörterte Dr. Marco Lettenbichler, LL.M., Assistenzprofessor, die Frage, ob und inwieweit die Stifterfreiheit durch die jüngere Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte und des österreichischen Obersten Gerichtshofs zum Diskriminierungsschutz und dem Gleichbehandlungsgebot eingeschränkt wird. 
 

Nach einer abschliessenden Fragerunde klang der 17. Liechtensteinische Stiftungsrechtstag beim gemeinsamen Apéro und Gedankenaustausch aus. Insgesamt zeigte der spannende und lehrreiche Tag, dass sich das Stiftungsumfeld in einem stetigen Wandel befindet, das liechtensteinische Stiftungsrecht aber flexibel genug ist, um den anstehenden Herausforderungen effektiv zu begegnen. 

 

Rückblick auf den 17. Liechtensteinischen Stiftungsrechtstag (Video)

Prof Butterstein am Rednerpult

Gelungener Partnerworkshop der Professur für Technologie und Innovation mit dem Fraunhofer INT

Gelungener Partnerworkshop der Professur für Technologie und Innovation mit dem Fraunhofer INT

Teilnehmende des Partnerworkshops Fraunhofer INT Euskirchen

Im Rahmen des FFF-Projekts «Breaking New Ground in Data-Driven Foresight» der Professur für Technologie und Innovation in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für Naturwissenschaftlich-Technische Trendanalysen fand vom 26. bis 28. November 2025 ein gemeinsamer Partnerworkshop am Institut des Fraunhofer INT in Euskirchen statt. 

Niels Fetkenheuer, Clemens Armellini und Marie Scheuffele von der Universität Liechtenstein waren zu Gast beim Projektpartner in Deutschland und zeigten sich nicht nur fasziniert von der angewandten Foresight-Forschung des Fraunhofer INT, sondern diskutierten auch über gemeinsame Forschungsergebnisse, zukünftige Kooperationsmöglichkeiten und die anhaltende grenzübergreifende Zusammenarbeit.

Nachdem letztes Jahr Dr. Marcus John und Melanie Martini vom Fraunhofer INT zu Gast an der Universität Liechtenstein waren und dort der erste gemeinsame Partnerworkshop stattfand, erfolgte dieses Jahr die Gegeneinladung nach Euskirchen, wo die seit nunmehr rund zwei Jahren bestehende Kooperation zwischen den beiden Projektpartnern weiter vertieft werden konnte. Den Auftakt des Partnerworkshops machte ein Forschungsvortrag von Melanie Martini (Fraunhofer INT, KATI Lab) und Marie Scheuffele (Uni Liechtenstein, Professur T&I) zum Thema «Skills der Zukunft: Was Job-Postings über KI-Kompetenzen verraten» im Rahmen des öffentlichen Institutseminars des Fraunhofer INT. In ihrem Vortrag stellten die Referentinnen ihre aktuelle Forschung zur Nutzung von Online-Stellenausschreibungsdaten zu Zwecken der Data-Driven Foresight (dt.: datengetriebene Vorausschau) vor und diskutierten die Stärken und Schwächen dieser innovativen Datenquelle genauso wie deren Potenziale bei der Früherkennung von Technologie-Skill-Trends im Kontext der KI-Technologie. Rund 60 Teilnehmende wählten sich online für den Vortrag ein und vor Ort sorgte das Thema für den optimalen Kick-off der weiteren Workshop-Agenda.

Neben forschungsbezogenen Diskussionen über Data-Driven Foresight, Datenanalysen und Tool-Einsätze standen auch die Schaffung von Transferangeboten, gegenseitige Unterstützungsmöglichkeiten sowie die Zusammenarbeit im MBA Technologie und Innovation auf dem Plan. Das übergeordnete Ergebnis des Partnerworkshops ist die Einigkeit darüber, dass die Kooperation zwischen beiden Organisationen weitergeht und schon bald gemeinsame Paper-Einreichungen, neue Forschungsprojektstarts und frische Lehreinputs anstehen. Bestenfalls geht dann auch der Partnerworkshop in die dritte Runde und die Universität Liechtenstein darf die Forschenden des Fraunhofer INT abermals in Vaduz begrüssen.

Die Professur für Technologie und Innovation unter der Leitung von Prof. Dr. Leo Brecht bedankt sich herzlich für die Gastfreundschaft des Fraunhofer INT und die hervorragende Organisation des Workshops. Bei Fragen zu Forschungsthemen und -projekten stehen die Mitarbeitenden der Professur gerne zur Verfügung.

Zum Fraunhofer INT: Das Fraunhofer-Institut für Naturwissenschaftlich-Technische Trendanalysen INT bietet wissenschaftlich fundierte Urteils- und Beratungsfähigkeit über das gesamte Spektrum technologischer Entwicklungen. Seit mittlerweile 50 Jahren ist das Fraunhofer INT ein verlässlicher Partner für das Deutsche Bundesministerium der Verteidigung, berät dieses und führt Forschungsvorhaben in den Bereichen Technologieanalysen und strategische Planung durch. Ausserdem forscht das Fraunhofer INT erfolgreich für zivile öffentliche Auftraggeber und Unternehmen, national wie international, vom mittelständischen Unternehmen bis zum DAX30-Konzern.

Teilnehmende des Partnerworkshops Fraunhofer INT Euskirchen

Dies Academicus 2025: Universität stellt die Weichen für die Zukunft und ehrt Josef Biedermann

Dies Academicus 2025: Universität stellt die Weichen für die Zukunft und ehrt Josef Biedermann

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Universitätsratspräsident Lothar Ritter überreicht die Urkunde an den neuen Ehrensenator Josef Biedermann.

Am Dies Academicus 2025 gab die Universität Liechtenstein Einblick in ihre zukünftige Ausrichtung und würdigte herausragende Leistungen in Forschung. Josef Biedermann wurde zum Ehrensenator ernannt.

In seinen Grussworten übermittelte Daniel Oehry, Minister für Infrastruktur und Bildung, die Haltung der Regierung und betonte die essenzielle Rolle der einzigen Universität des Landes. Oehry hob hervor, dass Bildung und Forschung für den Kleinstaat keine Randnotiz seien: «Für einen kleinen Staat wie Liechtenstein sind Bildung und Forschung keine Nebensache, sondern wichtige Investitionen in die Zukunft». Die Politik verstehe die Bildung als zentralen Erfolgsfaktor Liechtensteins, da das Land auf gut ausgebildetes Fachpersonal angewiesen sei.

Rektor Christian Frommelt eröffnete den Festakt unter dem Titel «Wissenschaft in bewegten Zeiten». Er konstatierte, dass die Universität ihre stürmischsten Zeiten hinter sich habe. Angesichts aktueller Unsicherheiten werde die Rolle der Universität immer wichtiger. Frommelt unterstrich, dass Bildung den Staat resilient mache: «Bildung macht unseren Staat und unsere Gesellschaft resilient.»

Neues Leitbild: Liechtenstein aktiv mitgestalten

Nach turbulenten Jahren habe die Universitätsleitung nun erstmals seit 2019 wieder einen strategischen Kompass: den Entwicklungsplan 2026–2028. Der Plan, der Anfang nächsten Jahres offiziell vorgestellt wird, definiert das neue Motto: «Liechtenstein und die Region proaktiv und vorausschauend mitgestalten».

Die Universität versteht sich als Dienstleisterin der Öffentlichkeit, die ihre Kleinheit als Stärke nutzt und Fachkräfte liefert. Der Rektor kündigte an, einen verstärkten Fokus auf Wissenschaftskommunikation zu legen, um gerade in Zeiten der Desinformation zu helfen, Sachverhalte einzuordnen. Frommelt richtete abschliessend einen klaren Appell an die politischen Entscheidungsträger, indem er für eine evidenzbasierte Politik warb: «In stürmischen Zeiten braucht es eine besonnene, zukunftsorientierte Politik. Eine solche Politik ist zwangsläufig eine, welche sich auf wissenschaftliche Daten und fundierte Fachexpertise stützen kann».

Lösungsansatz für die Altersvorsorge: Die «FL-Säule»

Prof. Dr. Michael Hanke, Dekan der Liechtenstein Business School, präsentierte in seinem Festvortrag eine innovative Lösung für die Altersvorsorge Liechtensteins. Er skizzierte eine Ergänzung des bestehenden Drei-Säulen-Modells durch die sogenannte «FL-Säule». 

Diese Säule, finanziert durch das Land und den Kapitalmarkt, sieht vor, dass pro Geburt ein festgelegter Betrag eingezahlt wird, der sich bis zur Rente vervielfacht und nicht abgehoben werden kann. Hanke betonte die Passgenauigkeit des Vorschlags: «Die FL-Säule berücksichtigt die spezifischen Gegebenheiten des Landes und ist gezielt auf die 1. und 2. Säule abgestimmt». Der neue Vorschlag sei weit vorausschauend und adressiere auch zukünftige Herausforderungen wie steigende Kosten für Krankheit und Pflege im Alter.

Josef Biedermann zum Ehrensenator ernannt

Ein weiterer Höhepunkt war die Ehrung des ehemaligen Rektors des Gymnasiums und Politikers Josef Biedermann, der zum Ehrensenator der Universität ernannt wurde. Lothar Ritter, Präsident des Universitätsrats, würdigte in seiner Laudatio Biedermanns vielseitiges Engagement für Bildung, Politik und Umweltschutz. Ritter hob hervor, Biedermann habe nie den Mut verloren, unbequem zu sein. Biedermann verkörpere die Kernthemen der Universität: Verantwortung, kritischer Blick auf die Gesellschaft und Nachhaltigkeit.

Der Geehrte, den Ritter als «Ikone des Kampfes für Nachhaltigkeit» bezeichnete, dankte stellvertretend: «Ich nehme die Ehrung stellvertretend für all diejenigen Menschen, die mich über die Jahre begleitet und geprägt haben». 

Auszeichnungen für Nachwuchstalente

Zum Abschluss des Festakts wurden Nachwuchsforschende und Studierende für ihre herausragenden gemeinnützigen und wissenschaftlichen Arbeiten ausgezeichnet.

Pro Bono Award: Die Architekten Valeria Klein und Noah Winkler gewannen für die Revitalisierung der Altstätter Obergasse. Sie transformierten eine wenig genutzte Gasse in einen Ort der Begegnung. Ihr Ziel: «Mit unserem Projekt möchten wir erreichen, dass die Bewohner der Obergasse in Altstätten den öffentlichen Raum wieder wertschätzen». Den zweiten Pro Bono Award erhielten Melisa Dincer, Ilayda Yilmaz und Fatma Ünalan für ihr BWL-Projekt «Path to Success», das Jugendlichen Finanzkompetenzen vermittelte. Sie sind überzeugt: «Der Weg zum Erfolg startet mit dem richtigen Finanzwissen, das Jugendlichen ermöglicht, fundierte und verantwortungsvolle Entscheidungen zu treffen».

Forschungspreis: Die Forschungspreise des Fürstentums Liechtenstein für Nachwuchsforschende gingen an Merlin Bartel (Dissertation), Patrick Liborius und Othar Kordsachia (Publikation) sowie Günther Schaunig (Projekt).

Teaching Awards: Die Studierendenvertretung (ULSV) verlieh zudem den «Best Teaching Award» an Urs Meister und den «Best Junior Teaching Award» an Ramon Hörler.

Der Dies Academicus endete mit dem gemeinsamen Ausklang beim Apéro im Foyer, musikalisch umrahmt von der Gruppe Classix Strings.

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Universitätsratspräsident Lothar Ritter überreicht die Urkunde an den neuen Ehrensenator Josef Biedermann.

Dies Academicus

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Britta Hentschel: «Erschreckend viele Bauten abgerissen»

Britta Hentschel: «Erschreckend viele Bauten abgerissen»

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Britta Hentschel hinter dem Modell von Haus Siebeck von 1929 an der Bannholzstrasse 12 in Vaduz. (Bild: Michael Zanghellini )

Der deutsche Architekt Ernst Sommerlad brachte mit seinen über 200 Bauten das moderne Bauen nach Liechtenstein und prägte das Land sowie die Region. Die Universität Liechtenstein würdigt den 130. Geburtstag Sommerlads am 27. November mit einem Symposium. Die Journalistin Mirjam Kaiser von der Tageszeitung Liechtensteiner Vaterland führte mit Dr. Britta Hentschel ein Interview darüber:

Am 27. November lädt die Universität Liechtenstein zu einem Symposium zu Ernst Sommerlad sowie in Zusammenarbeit mit Studierenden der OST Fachhochschule Ostschweiz zu einer Ausstellung mit Modellarbeiten. Ebenfalls wird das Buch «Ernst Sommerlad: Architekt 1895 – 1977. Bauen im Fürstentum Liechtenstein, in den Kantonen St. Gallen, Appenzell AR, Graubünden und Vorarlberg» präsentiert. Britta Hentschel, Hochschuldozentin an der Liechtenstein School of Architecture der Universität Liechtenstein, hat sich intensiv mit dem Architekten befasst und erzählt im Interview über seine grössten Verdienste.

Ab 1924 baute der Architekt Ernst Sommerlad über 200 Bauten in Liechtenstein und der Region. Wie kam es dazu?

Britta Hentschel: Ernst Sommerlad sah als junger Architekt nach dem Ersten Weltkrieg keine guten Verdienstmöglichkeiten in Deutschland. Mit dem Architekturdiplom der TU Darmstadt in der Tasche wollte er zunächst in die Vereinigten Staaten auswandern, doch wurde er bei einem Skiurlaub im Kleinwalsertal auf Liechtenstein aufmerksam und entschied sich, sein Glück dort zu versuchen. Am 5. Mai 1924 überquerte er mit dem Fahrrad und 500 Schweizer Franken im Gepäck den Rhein zwischen Buchs und Schaan. Im Sommer des gleichen Jahres konnte er dank der Fürsprache der lokalen Bauhandwerker, die sich Aufträge von ihm erhofften, zunächst in Schaan und später in Vaduz das erste Architekturbüro des Landes eröffnen. Sein unermüdliches Tun, seine Vision einer Moderne für den Alpenraum und grosse Durchsetzungsfähigkeit liessen Sommerlad ein so umfangreiches und in sich unterschiedliches Œuvre schaffen, das über Liechtenstein hinausgeht.

Er baute vor allem für wohlhabende Menschen. Wieso?

Ernst Sommerlad baute vor allem für deutsche Industrielle und Privatiers, die die neuen Möglichkeiten der Finanzeinbürgerung und des Treuhand- und Stiftungswesens in Liechtenstein für sich zu nutzen wussten. Die Bauherrnakquise betrieb er gezielt über das Schalten von Anzeigen und Annoncen in den grossen deutschen Tageszeitungen und arbeite eng mit den ersten Treuhändern Liechtensteins wie Helmuth M. Merlin und Guido Feger zusammen. So boten die drei ihre Dienste auch gemeinsam an. Doch zunächst musste im ländlich geprägten Fürstentum, das bis dahin keine moderne Architektur kannte, erst einmal Bauland verfügbar gemacht werden. Auf seinen ausgedehnten Wanderungen mit Ehefrau Gertrud, die über Jahrzehnte das Architekturbüro für ihn führte, entdeckte Sommerlad die Allmende von Vaduz zwischen der Spinnerei Jenny, Spoerry & Cie., heute Sitz der Universität Liechtenstein, und dem Bannholz-Wald als idealen Bauplatz. In einer Bürgerversammlung im November 1926 schaffte es der Architekt, gegen den Widerstand der Landwirte die stimmberechtigte Bevölkerung davon zu überzeugen, das Gemeindeland in günstiges Bauland umzuwidmen.

Was waren seine wichtigsten Bauten?

Innerhalb der folgenden Jahre schuf Sommerlad das Villenquartier Ebenholz in Vaduz, das sicher als sein Hauptwerk zu bezeichnen ist. Dazu zählt unter anderem auch das Haus Siebeck, das 1929 an der Bannholzstrasse 12 entstand. Daneben sind es aber auch spektakuläre Einzelbauten wie 1927/28 die Pfälzerhütte auf dem Bettlerjoch oder das Kurhaus Kardia im appenzellischen Gais von 1936, die sicher zu seinen wichtigsten Bauten zählen dürfen.

Was machte den Sommerlad-typischen Baustil aus?

Ernst Sommerlads Baustil, insbesondere bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs, ist geprägt von einer dezidiert modernen Formensprache: Schlichte kubische Baukörper werden von Flachdächern oder stark liegenden Dächern überfangen. Neueste Baumaterialien wie Heraklith, Eisen- und Stampfbeton oder Stahlrohr ermöglichen Panoramafronten und weitauskragende Balkone, die eine enge Verbindung zum Garten und zur Landschaft herstellen. Modernste Haustechnik erleichterte die Haushaltsführung und Garagen für den jungen Automobilverkehr verweisen auf eine gesteigerte Mobilität. Charakteristisch für die Bauten Sommerlads, die unmittelbar nach ihrer Entstehung in der Region rege kopiert wurden, waren zudem expressiv geschwungene Brüstungen, vorgewölbte Bauteile, auskragende Dächer, übereck angeordnete Fenster, Bandfenster und eigentümlich zu Dreiergruppen arrangierte schmale Rundbogenfenster.

Wie viele von Sommerlads Bauten stehen heute noch?

Im Zuge der Vorbereitung des Symposiums, der Buchpublikation «Ernst Sommerlad Architekt 1895–1977» und der Ausstellung «Sommerlad. Zweite Lesung» an der Universität Liechtenstein, entstand im Rahmen des «Atlas Ostschweiz» eine digitale Karte, die alle Sommerlad-Bauten verzeichnet und auch festhält, ob diese noch stehen oder nicht. Das Ergebnis ist – insbesondere für Liechtenstein – erschreckend: Im Villenquartier Ebenholz zwischen Universität und Waldrand stehen von insgesamt ursprünglich 35 Bauten Sommerlads nur noch 20. Im gesamten Land wurde von knapp 120 Bauten Sommerlads sogar nahezu die Hälfte in den letzten Jahren abgerissen. Blickt man über die Grenzen in die Schweiz und nach Vorarlberg, sieht es hingegen ganz anders aus: Dort stehen noch 90 Prozent seiner Bauten.

Welche wichtigen Gebäude wurden abgerissen?

Es wurden leider viele wegweisende Bauten von Sommerlad abgerissen, wie sein Erstlingswerk, das expressionistische Café Risch von 1924 in Schaan, viele seiner Ebenholz-Villen, aber auch das Haus Ferster, das er zusammen mit dem Schweizer Architekten und Schriftsteller Max Frisch für den Fabrikanten Carl Ferster 1950 am Duxweg 23 in Schaan errichtet hat. Dieses elegante Landhaus mit der ersten Bodenheizung im Land und weitläufigem Garten mit Pool wurde trotz Protesten 2005 abgerissen.

Was waren die Schwachstellen seiner Gebäude?

Die Schwachstelle der Bauten Sommerlads ist ihre ausgezeichnete Lage. Oft handelt es sich um vergleichsweise kleine Bauten auf grossen Grundstücken mit herrlicher Aussicht. Der Ausnützungswunsch der Erben oder heutigen Besitzer ist oftmals höher als der Wunsch, hervorragende Beispiele des Neuen Bauens in Liechtenstein zu erhalten. Deshalb wurden und werden Sommerlads Bauten zuhauf abgerissen.

Sommerlad hatte mit einigen Widerständen zu kämpfen. Welche waren dies?

Die Widerstände, mit denen Sommerlad zu kämpfen hatte, waren vielgestaltig. Die heimischen Bauhandwerker opponierten gegen seinen professionellen und qualitätsorientierten Baustellenbetrieb, Schweizer Kantone versuchten gerade in den Kriegsjahren, ihren heimischen Markt mit Arbeitsverboten gegen den erfolgreichen Architekten zu schützen und das Dritte Reich machte dem Deutschen Sommerlad das Leben schwer: Als Elitesoldat des Deutschen Alpenkorps hatte er im Ersten Weltkrieg an fast allen kriegsentscheidenden Schlachten teilgenommen, war mehrfach aus französischer Kriegsgefangenschaft geflohen und hatte als Einziger seiner Einheit die vier Jahre Weltkrieg überlebt. Seine Erfahrungen liessen ihn jede weitere Militarisierung entschieden ablehnen. Auch die dezidierte Überzeugungsarbeit der Gestapo im nahen Feldkirch führte zu keinem Beitritt zu der in Liechtenstein starken Auslands-NSDAP, die den Anschluss des Landes ans Reich anstrebte. In der Folge wurde Sommerlad die deutsche Staatsbürgerschaft entzogen und der lange Arm Berlins über Zürich nach Vaduz erwirkte, dass ihm gleichzeitig die liechtensteinische Staatsbürgerschaft verwehrt wurde. So war Sommerlad bis zur Wiedererlangung der deutschen Staatsbürgerschaft 1950 staatenlos, konnte den Kleinstaat nicht verlassen und war so gezwungen, über Mittelsmänner in der Schweiz und in Vorarlberg zu bauen – denn aufhalten liess sich Sommerlad von allen Widerständen nicht.

Nach dem Zweiten Weltkrieg veränderte Sommerlad sein Angebot. Wie sah dieses aus?

Sommerlad hatte stets ein sehr gutes Gespür für den Zeitgeist. So war ihm mit Kriegsende bereits klar, dass die grosse Zeit der Villen und Einfamilienhäuser vorüber war. Er erweiterte sein Portfolio umgehend um Mehrfamilienhäuser und Siedlungen wie die Siedung Bartlegrosch 1952 in Vaduz mit standardisierten und damit günstigen Typenhäusern. Als ein begeisterter Automobilist und Gründungsmitglied des Liechtensteiner Automobilclubs errichtete er in Triesen-Matschils von 1957 bis 1959 eines der ersten Motels im Alpenraum. Mehrere Ein- und Mehrfamilienhäuser ergänzten das Motel zu einem Komplex. Zwischen 1960 und 1963 baute Sommerlad im nahen Buchs auf der anderen Rheinseite mit den Sternhäusern sogar erste Hochhäuser.

Rückblickend betrachtet: Was waren die grössten Verdienste Sommerlads?

Der grösste Verdienst Sommerlads ist zum einen, dass er das «Neue Bauen» als Architektursprache und Haltung ab Mitte der 1920er-Jahre nach Liechtenstein brachte und so die Region in die Moderne katapultierte. Dabei kopierte er nicht die internationale Moderne, sondern schuf ganz eigene Lösungen für den alpinen und subalpinen Raum. Als erster akademisch ausgebildeter Architekt in Liechtenstein professionalisierte er zudem das Bauen und die Landvergabe entscheidend und setzte die neuen wirtschaftlichen Optionen, die die Finanzeinbürgerungen und das Stiftungswesen anboten, bauherrnwirksam um. Zum anderen brachte er neben der Architektur, die neue Gestaltungs- und Wohnvorstellungen vermittelte, auch modernes Savoir-vivre in das ländlich geprägte Liechtenstein: Als einer der ersten Skifahrer und Automobilisten im Land prägte er ein neues Freizeitverhalten: Er zählte zu den Gründungsmitgliedern des Liechtensteiner Tennisclubs.

Die Uni lädt am 27. November zum Symposium über Ernst Sommerlad. Was ist das Ziel des Symposiums?

Unser Ziel ist es, erstmals das Werk des für das Land so prägenden, ersten Architekten zu analysieren und zu vermitteln. Es geht darum, Sommerlad als Grenzgänger und Pionier im Alpenraum von unterschiedlichen Seiten her zu beleuchten.

Was wird es zu hören geben?

Das Werk und Wirken Ernst Sommerlad wird in kurzen Vorträgen vorgestellt und diskutiert. Architekturhistoriker und -historikerinnen, Geografen, Denkmalpflegende und Staatsrechtlerinnen und Staatsrechtler werden das 50-jährige Schaffen Sommerlads aus verschiedenen Perspektiven betrachten. Der unterschiedliche Umgang mit dem baulichen Erbe Sommerlads wird breit diskutiert und die Auswirkung des neuen Personen- und Gesellschaftsrechts (PGR) auf sein Schaffen und die Topografie Liechtensteins vorgestellt und so Politik und Geschichte der Region breit gespiegelt.

Ebenfalls wird eine Ausstellung eröffnet. Was wird es dort zu sehen geben?

Parallel zu den Vorbereitungen zum Symposium und zur Buchpublikation fanden verschiedene Entwurfs- und Analysestudios an der Liechtenstein School of Architecture (LSA) der Universität Liechtenstein und der Architekturwerkstatt der Fachhochschule OST zum Werk von Ernst Sommerlad und zum Umgang mit seinen Bauten statt. Die Entwürfe und Modelle der Studierenden zum Werk von Sommerlad werden im Rahmen der gemeinsamen Ausstellung beider Hochschulen «Sommerlad. Zweite Lesung» vom 27. November bis zum 3. Dezember an der Universität zu sehen sein. Zudem finden zwischen dem 22. und dem 29. November verschiedene Führungen zum Werk von Ernst Sommerlad in Liechtenstein, in Buchs und St. Gallen statt.

Das Interview erschien am 19. November 2025 im Liechtensteiner Vaterland.

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Britta Hentschel hinter dem Modell von Haus Siebeck von 1929 an der Bannholzstrasse 12 in Vaduz. (Bild: Michael Zanghellini )

Studierendenzahl steigt auf 677

Studierendenzahl steigt auf 677

News_Studierendenzahlen_2025

Die Universität Liechtenstein wächst weiter und zählt am 15. November 2025 insgesamt 677 Studierende in ihren Bachelor-, Master- und Doktoratsprogrammen. Das sind 51 mehr als im Vorjahr.

Damit bestätigt die Universität ihre Attraktivität als kleine, familiäre Institution mit klarer Qualitätsstrategie. Rektor Christian Frommelt zeigt sich zufrieden: „Die Zahlen sind erfreulich und belegen, dass sich die Universität etabliert hat und ihre Stärken in einem umkämpften Markt ausspielen kann.“ 

Der Aufwärtstrend zeigt sich in allen Studiengängen. Besonders im Master-Bereich stieg die Zahl der Studierenden von 232 im Jahr 2024 auf 268 im Jahr 2025, ein Plus von rund 16 Prozent. Hervorzuheben ist der Master Innovative Finance, welcher mit 40 neuen Studierenden seine Kapazitätsgrenzen erreicht hat. Im Bachelor-Bereich wuchs die Zahl von 335 auf 347 Studierende, ein Plus von rund 4 Prozent. Auch die Doktoratsstudierenden nahmen leicht zu, von 58 auf 62, was einer Steigerung von etwa 7 Prozent entspricht. 

Laut Rektor Frommelt basiert die Attraktivität der Universität auf drei Säulen: der Anziehungskraft des Wirtschaftsstandorts Liechtenstein, den Besonderheiten der Universität Liechtenstein, welche als kleine Universität eine einzigartige Lernumgebung bietet mit gutem Service und hoher Qualität der Lehre sowie den Profilen der einzelnen Studiengänge, die sich durch aktuelle Themen und einen starken Praxisbezug auszeichnen. 

Qualität und Markterfolg in einem kompetitiven Umfeld 

Die anhaltende Attraktivität der Universität Liechtenstein spiegelt sich auch in den Neueinschreibungen wider: Im Jahr 2025 entschieden sich 250 Studierende für ein Studium in Vaduz. Damit liegt die Zahl der Studienbeginner leicht über dem Wert von 247 aus dem Jahr 2024 und übertrifft den langjährigen Durchschnitt von 229 Neueinschreibungen der Jahre 2013 bis 2024. Diese Entwicklung ist besonders erfreulich, da die Studierendenzahlen an verschiedenen Universitäten in Deutschland und Österreich dieses Jahr voraussichtlich rückläufig sein werden. Die Qualität der Lehre und Forschung wird durch internationale Akkreditierungen bestätigt, etwa die Re-Akkreditierung der Architekturstudiengänge durch das Royal Institute of British Architects (RIBA) im Jahr 2024. Die Universität zieht Studierende aus über 40 Nationen an, was ihre Internationalität unterstreicht. 

Trotz der guten Zahlen betont Rektor Frommelt, dass „die Uni Liechtenstein sich in einem sehr kompetitiven Umfeld bewegt". Mit Blick auf die Zukunft sei das oberste Ziel, „dieses Niveau zu halten und organisch zu wachsen“. Externe Herausforderungen, insbesondere der demografische Wandel, müssten dabei beachtet werden. Die Universität Liechtenstein wird weiterhin einen wichtigen Beitrag zur Ausbildung hoch qualifizierter Arbeitskräfte leisten, von denen viele nach ihrem Abschluss im Land oder in der Region verbleiben und so zur Sicherung des Wirtschafts- und Innovationsstandortes Liechtenstein beitragen.

News_Studierendenzahlen_2025

Digitalisierung in Liechtenstein: Hohe Akzeptanz, aber massives Misstrauen gegen die Politik

Digitalisierung in Liechtenstein: Hohe Akzeptanz, aber massives Misstrauen gegen die Politik

Student mit Virtual-Reality-Brille der Universität Liechtenstein bei einer digitalen Lehrveranstaltung.

Die Digitalisierungsumfrage 2024 zeigt einen deutlichen Widerspruch in Liechtenstein: Während 89 Prozent der Bevölkerung den digitalen Wandel als Chance sehen, halten lediglich zehn Prozent die politischen Entscheidungsträger für kompetent genug, diesen Wandel zu steuern.

Die Bevölkerung Liechtensteins lebt längst in der digitalen Welt und betrachtet den Wandel mit überwiegend positiver Grundhaltung. Die Digitalisierungsumfrage 2024, durchgeführt von der Universität Liechtenstein im Auftrag von digital-liechtenstein.li, bestätigt, dass 89 Prozent der Befragten die Digitalisierung als Fortschritt und Chance sehen. Während die positiven Auswirkungen auf die Wirtschaft stark bewertet werden (81 % positiv), verbindet jedoch nur rund ein Drittel der Befragten den digitalen Wandel mit einer höheren Lebensqualität.

Trotz gestiegener digitaler Resilienz und besserer Schutzmassnahmen bleibt die Cybersicherheit die oberste Digitalisierungspriorität, da sich knapp ein Fünftel weiterhin unzureichend vor digitalen Bedrohungen geschützt fühlt. Eng damit verbunden sind die Sorgen um Künstliche Intelligenz (KI): Zwar befürworten 64 Prozent die Entwicklung KI-basierter Technologien, doch überwiegen die Bedenken in vielen Bereichen. Die grössten Ängste betreffen die zunehmende Desinformation (64 % Risikowahrnehmung) und mögliche Arbeitsplatzverluste, die von 31 Prozent der Befragten – bei Frauen sogar von 44 Prozent – befürchtet werden.

Die Umfrage deckt ein tiefes Vertrauensdefizit gegenüber dem Staat auf. Nur ein Drittel empfindet die digitale Verwaltung als fortschrittlich, und das Vertrauen in die Digitalisierungskompetenz der politischen Entscheidungsträger sinkt weiter. Lediglich 10 Prozent der Befragten halten die Politik für (sehr) kompetent in Digitalisierungsfragen. Angesichts dieser Skepsis fordern die Menschen konkrete Verbesserungen im Alltag, darunter vorrangig virtuelle Schalter und digitale Verwaltungsdienste (57 % sehen Handlungsbedarf) sowie eine stärkere Nutzung der elektronischen Identität (eID) (49 %). Die Ergebnisse unterstreichen, dass die Digitalisierung Liechtensteins dringend gezielte Massnahmen zur Stärkung der Resilienz, des Vertrauens und der praktischen Anwendungen erfordert.

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Autorin am Digitaltag 2025

Eine der Autorinnen der Digitalisierungsumfrage 2024, Dr. Béatrice S. Hasler, Senior Scientist der Universität Liechtenstein, wird am Digitaltag Vaduz am Freitag, 28. November 2025, teilnehmen. Sie diskutiert im Rahmen des Eröffnungsanlasses von 17:00 bis 18:30 Uhr gemeinsam mit Wirtschaftsminister Hubert Büchel und Bruno Winkler über Strategien und die konkreten Herausforderungen des digitalen Wandels. Die Veranstaltung findet im Cafe im Kunstmuseum Vaduz statt. Zum Digitaltag

Student mit Virtual-Reality-Brille der Universität Liechtenstein bei einer digitalen Lehrveranstaltung.

Glanzvolles Comeback des Uniballs Liechtenstein 2025

Glanzvolles Comeback des Uniballs Liechtenstein 2025

Uniball 2025_universitaet-liechtenstein

Nach sechs Jahren Pause feierte die Universität Liechtenstein am Samstag, dem 8. November 2025, die glanzvolle Wiederbelebung ihres traditionellen Uniballs. Auf Initiative von Rektor Christian Frommelt fand der Anlass unter dem funkelnden Motto „Golden Nights, Sparkling Lights“ im Ballenlager des Spoerry-Areals statt. Die Veranstaltung war ein voller Erfolg: Bereits seit Ende Oktober waren alle Tickets vergriffen, was die Freude über das Comeback unterstrich.

Der Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt und vereinte die gesamte Uni-Familie, bestehend aus 140 Sitzplatz- und 160 Stehplatz-Gästen. Die gemeinschaftliche Atmosphäre zog Studierende, Alumni und Mitarbeitende an, wobei einige Alumni eigens aus Zürich und München anreisten. 

Charmant und sachkundig führte das Moderationsduo Sebastian Stöckl und Sophie Breitruck durch den glanzvollen Abend. Für die passende musikalische Untermalung sorgten zwei Formationen aus Vorarlberg: Zuerst präsentierte das Swing Tonic Quartett Tanzmusik der 20er bis 50er Jahre. Anschliessend begeisterte die Band Pastis, welche für Genuss und Entspannung steht, die Tanzfläche bis in die frühen Morgenstunden.

Der Abend bot zahlreiche Höhepunkte. Eröffnet wurde die Tanzfläche durch den traditionellen Eröffnungstanz von sieben Studierenden-Paaren aus nahezu allen Bachelor- und Masterprogrammen, deren Choreografie Iva Eberle vom Tanzclub Liechtenstein verantwortete. Eine leidenschaftliche Tanzeinlage des Vereins Tango Liechtenstein folgte. Pünktlich um Mitternacht versammelten sich die Gäste für den traditionellen Höhepunkt, die Mitternachts-Quadrille zu Johann Strauss’ „Die Fledermaus“, bei der alle Anwesenden zum gemeinsamen Tanzen eingeladen waren.

Für zusätzliche Unterhaltung sorgte das Casino des Diamant Sponsors Grand Casino Bendern im Nebenraum, wo die Gäste mit Spielgeld Blackjack, Poker und Roulette spielen konnten. Zudem wurden bei der Tombola attraktive Preise im Gesamtwert von bis zu 1000 Frankenverlost. Kulinarisch wurden die Gäste nebst dem Drei-Gänge-Menü mit Burgern und Pommes vom Food Truck versorgt. Die Gäste zeigten sich begeistert vom Wiederaufleben des Balls und feierten ausgelassen bis 3 Uhr in der Früh.

Ein herzlicher Dank geht an das Moderationsduo Sebastian Stöckl und Sophie Breitruck sowie an das gesamte Organisationsteam, namentlich Carmen, Simone, Andreas, Daniel und Janina, deren unermüdlicher Einsatz diesen glanzvollen Abend in den „Golden Nights & Sparkling Lights“ ermöglichte.

Bereits steht der Termin für das nächste Jahr fest: Der Uniball 2026 findet am Samstag, 17. Oktober 2026, erneut im Ballenlager statt.

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Vielen Dank unseren Sponsoren

Wir danken allen Sponsoren für ihre grosszügige Unterstützung des Uniballs 2025 und der Tombola-Preise:

Diamant Sponsor: Grand Casino Bendern

Gold Sponsor: Van Eck Verlag

Silber Sponsor: Liechtensteiner Landesmuseum

Bronze Sponsoren: 32peaks / Space Gin, Brauhaus Liechtenstein, Blumen Schierscher, Bücherwurm, Concordia, Hilcona, Hoi Laden, LGT, Papeterie Thöny, Uniwash, Tango Liechtenstein

Uniball 2025_universitaet-liechtenstein

Silodenken ade: So steigern KMU ihre Innovationskraft

Silodenken ade: So steigern KMU ihre Innovationskraft

Prof. Dr. Leo Brecht und Dr. Daniel Knapp
Prof. Dr. Leo Brecht und Dr. Daniel Knapp analysierten Daten von über 1500 deutschen KMU-Unternehmen.

Kooperation über Abteilungsgrenzen und kluges Wissensmanagement sind laut einer Studie der Universität Liechtenstein die Schlüssel zu mehr Effizienz.

In einer dynamischen Weltwirtschaft müssen Unternehmen ihre Innovationskraft ständig ausbauen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Eine aktuelle Studie von Prof. Dr. Leo Brecht und Dr. Daniel Knapp von der Universität Liechtenstein, veröffentlicht in der «Zeitschrift für KMU und Entrepreneurship», zeigt, wie Zusammenarbeit, Wissensmanagement und Experimentieren die Innovationseffizienz prägen. 

Die Forscher analysierten Daten von über 1500 deutschen Unternehmen, vor allem kleinen und mittleren Betrieben (KMU). Ihr Fazit: Wer gezielt lernt, innoviert effizienter. Organisationales Lernen – die Fähigkeit, Wissen zu teilen und anzuwenden – gilt als entscheidender Hebel, um Innovationen voranzutreiben und Wettbewerbsvorteile zu sichern. 

Zusammenarbeit zahlt sich aus 

Die Studie belegt, dass gute Zusammenarbeit die Innovationskraft deutlich steigert. Unternehmen mit einer ausgeprägten Kollaborationskultur und effektivem Wissensaustausch arbeiten im Schnitt 37 Prozent effizienter als solche mit geringer Kooperation. 

Gemeinsames Handeln stärkt die Fähigkeiten der Organisation. Offene Kommunikation, gegenseitige Unterstützung über Abteilungsgrenzen hinweg und regelmässiger Wissensaustausch fördern die Innovationsleistung. Die Forscher betonen, dass intensive Zusammenarbeit Ideen bündelt und neue Konzepte entstehen lässt. Auch die Einbindung der Mitarbeitenden in Entscheidungen und die gemeinsame Entwicklung von Strategien tragen zur Effizienz bei. 

Wissen als strategischer Vorteil 

Neben der Zusammenarbeit spielt der Umgang mit Wissen eine zentrale Rolle. Unternehmen mit gutem Wissensmanagement arbeiten im Schnitt 70 Prozent effizienter als solche, die Wissen kaum systematisch nutzen. 

Der Grund: Ein kluger Umgang mit Wissen hilft, Marktchancen früh zu erkennen. Erst wenn Mitarbeitende ihr Wissen teilen, wird es für das Unternehmen wertvoll. Interne und externe Informationsquellen – etwa Kunden, Lieferanten, Wettbewerber oder Messen – wirken sich ebenfalls positiv auf die Innovationskraft aus. 

«Zusammenarbeit und Wissensmanagement fördern die Innovationseffizienz, indem sie interdisziplinäres Denken und Wissensaustausch stärken», so die Autoren. 

Vorsicht vor zu viel Experimentieren

Experimentieren treibt Innovationen voran, birgt aber Risiken. Die Studie zeigt, dass übermässiges Experimentieren die Effizienz senken kann. Unternehmen mit sehr hoher Experimentierfreude schneiden nicht besser ab als solche mit geringer. Im Vergleich zu einer mittleren Experimentierfreude sinkt die Effizienz bei übermässigem Experimentieren sogar um 19 Prozent. 

Die Ursache: Zu viele Experimente erhöhen das Risiko und können die Kernkompetenzen des Unternehmens überfordern. Schnelle Anpassungen an neue Ideen führen oft zu Ineffizienzen. 

Die Forscher warnen: «Übermässiges Experimentieren kann die Effizienz mindern, da es Risiken erhöht und die Kernkompetenzen des Unternehmens strapaziert.» Erfolgreiche Unternehmen setzen auf Pilotprojekte, die sie eng mit ihren strategischen Zielen verknüpfen. 

Fazit: Lernen als Erfolgsfaktor 

Die Studie zeigt: Organisationales Lernen stärkt die Innovationskraft. Unternehmen, die eine lernorientierte Kultur pflegen, steigern ihre Effizienz. Entscheidend ist, die Prinzipien des Lernens gezielt anzuwenden.  Die Forscher empfehlen, lernorientierte Praktiken fest zu verankern. Innovation gedeiht dort, wo Lernen Teil der Unternehmenskultur ist.

Prof. Dr. Leo Brecht und Dr. Daniel Knapp
Prof. Dr. Leo Brecht und Dr. Daniel Knapp analysierten Daten von über 1500 deutschen KMU-Unternehmen.
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