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Architektur in Bewegung: Wie das Base Camp weiter Räume schafft

Architektur in Bewegung: Wie das Base Camp weiter Räume schafft

Das Base Camp der Universität Liechtenstein blickt auf eine eindrucksvolle Reise zurück – von einem ehemaligen Forschungscontainer im Projekt FLUIDGLASS hin zu einer mobilen, modularen Plattform für Austausch, Beteiligung und temporäre Stadtentwicklung.

 

Aktuell wird das Base Camp von der Stadt Dornbirn genutzt – als Übergangsheim für den FC Admira Dornbirn, nachdem dessen Vereinsgebäude durch ein Feuer zerstört wurde. Der Verkauf an die Stadt Dornbirn wurde durch Wolfgang Schwarzmann begleitet.

 

Doch das ist erst der Anfang: Die Stadt Dornbirn plant, das Base Camp auch künftig für verschiedene partizipative Stadtentwicklungsprojekte zu nutzen – etwa Bürgerbeteiligungsverfahren, temporäre Dialogräume oder mobile Projektbüros im öffentlichen Raum.

 

 

Von der Forschung zur Reallaborplattform

 

Das Base Camp geht auf das EU-Forschungsprojekt FLUIDGLASS zurück und wurde als Upcycling-Projekt von Studierenden der Universität Liechtenstein in enger Zusammenarbeit mit der Zimmerei Frommelt grundlegend umgebaut. Im Rahmen einer Seminarwoche von Martin Mackowitz, Robert Mair und Wolfgang Schwarzmann bauten die Studierenden aus dem ursprünglichen Schiffscontainer einen modularen, wandelbaren Raumkörper, der sich für unterschiedlichste gesellschaftliche Formate eignet – von Workshops über Konzerte bis hin zu öffentlichen Diskussionsforen.

 

Die Umsetzung erfolgte ausgehend von studentischen Prototypen. In den Werkhallen der Zimmerei Frommelt wurde ein Grossteil der Konstruktion von den Studierenden entwickelt, gesägt, verschraubt und zusammengestellt. So wurde aus den Teilen einer Forschungsstation durch eine geschickte Nachnutzung ein Ort für Gestaltung, Teilhabe und Kommunikation.

 

 

Einsatzorte und Meilensteine

 

  • 2018–2019: Einsatz des Base Camps als mobiles Wohnzimmer im Rahmen des Festivals „Schaffarei“ der Arbeiterkammer Vorarlberg. In fünf Vorarlberger Gemeinden thematisierte das Base Camp die Zukunft der Arbeit – als Raum für Dialog, Austausch und kulturelle Interventionen.
  • Herbst 2019: Unter der Leitung von Prof. Anne Brandl als „Vadozner Huus“ auf dem Deck der Marktplatzgarage Vaduz (11.–28. September). In Kooperation mit der Gemeinde Vaduz wurde das Base Camp als offene Plattform für Wahrnehmungsspaziergänge, Diskussionen und soziale Begegnung genutzt – ein temporärer Ort zum Verweilen, Erleben und Mitgestalten.
  • 2020–2024: Nutzung des Base Camps für universitäre Workshops und Entwurfsformate an der Universität Liechtenstein – als mobiles Reallabor und konstruktives Gefäss für architektonisches und gesellschaftliches Experimentieren.
  • Seit 2025: Nach dem Brand des Vereinsheims des FC Admira Dornbirn stellt die Stadt Dornbirn das Base Camp als temporäres Clubhaus zur Verfügung. Zukünftig soll es in Dornbirn auch für Beteiligungsformate, mobile Stadtbüros oder experimentelle Stadtprojekte zum Einsatz kommen. 

 

 

Ein wandelbares Raumexperiment mit Zukunft

 

Das Base Camp ist ein lebendiges Beispiel für zirkuläres Bauen, partizipative Stadtgestaltung und interdisziplinäres Lernen. Was als Container begann, wurde durch studentische Initiative, gestalterische Vision und gesellschaftliches Engagement zu einer Plattform für Veränderung – und zeigt, wie architektonische Ideen mobil, wirksam und dauerhaft weitergetragen werden können.

„Wir planen, wir knobeln und wir diskutieren viel … die Chronologie dieses Projekts hat unsere Erwartungen aber auf mehreren Ebenen übertroffen. Neben der ersten Nachnutzung – vom ‚FluidGlass‘ zum ‚BaseCamp‘ – ist ein nochmaliger, weiterer Einsatz als ‚Vadozner Huus‘ und als Workshopraum an der Universität gelungen.

Dass wir nun mit diesem ‚Werkzeug zur Entwicklung von urbanen Räumen‘ nochmals in Dornbirn einen Mehrwert schaffen, übertrifft unsere Erwartungen bei Weitem. Es zeigt aber auch, dass eine langfristige Mehrfachnutzung von Objekten, Dingen und Räumen immer wieder neu ausgerichtet und auf gegenwärtige Bedürfnisse gelenkt werden muss.

Durch eine grundsätzlich flexible Infrastruktur und ein wenig Energie in der Anpassung einer Struktur zeigt sich erst, wie lange ein Konzept, ein Projekt in der Nutzung gehalten werden kann. Wir sind gespannt, wo das BaseCamp in zukünftigen Anwendungen bei der Stadt Dornbirn beobachtet werden kann.“

Wolfgang Schwarzmann

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