Skip to Main Content

Mobilität im Rheintal neu denken: Fachsymposium an der Universität Liechtenstein

Mobilität im Rheintal neu denken: Fachsymposium an der Universität Liechtenstein

Podiumsdiskussion von sechs Personen

Am Freitag, 24. Oktober 2025, fand an der Universität Liechtenstein das Symposium «Freiheit oder Zwang? Mobilität und Alltag jenseits der Stadt» statt. Rund 30 Fachgäste aus Wissenschaft, Planung und Wirtschaft nahmen im Auditorium der Universität an der ganztägigen Veranstaltung teil. 

X-Minuten-Stadt im Fokus

Im Mittelpunkt stand die Frage, wie sich das Konzept der sogenannten X-Minuten-Stadt – auch bekannt als Stadt der kurzen Wege – auf Regionen mit geringer bis mittlerer Siedlungsdichte wie das Rheintal übertragen lässt. Bereits im Vorfeld war in der regionalen Presse die starke Ausrichtung des Landes auf den motorisierten Individualverkehr und die damit verbundenen raumplanerischen Herausforderungen thematisiert worden.

Michael Wagner, Professor für Architektur und Städtebau an der Liechtenstein School of Architecture, eröffnete das Symposium mit einer Einführung in Fragestellungen rund um Mobilität, Raumplanung und Lebensqualität im Rheintal.

Keynote von Kees Christiaanse

Ein Höhepunkt der Veranstaltung war die Keynote von Kees Christiaanse, emeritierter Professor für Architektur und Städtebau an der ETH Zürich. In seinem Vortrag zeigte er Zusammenhänge zwischen Stadtentwicklung und Mobilität auf und diskutierte Strategien für zukunftsfähige urbane und periurbane Räume, in denen kürzere Wege, Mischnutzungen und eine Reduktion der Autoabhängigkeit eine zentrale Rolle spielen.

Fachbeiträge aus Forschung und Praxis

Im weiteren Verlauf des Tages stellten Referentinnen und Referenten aus Forschung und Praxis unterschiedliche Perspektiven auf die X-Minuten-Stadt und ihre Übertragbarkeit auf weniger dicht besiedelte Räume vor. Benjamin Büttner (TU München) zeichnete die aktuelle Diskurslandschaft zur X-Minuten-Stadt nach und zeigte, wie das Konzept in verschiedenen internationalen Kontexten aufgenommen und weiterentwickelt wird. Giovanni Di Carlo (Metron Raumentwicklung AG) erläuterte anhand konkreter Projekte, wie «Quartiere der kurzen Wege» geplant und umgesetzt werden können. Angelika Psenner (TU Wien) präsentierte unter dem Titel «EMC2 – The Evolutive Meshed Compact City» Ansätze zur Reorganisation von Stadtrandlagen und zur Verdichtung bestehender Strukturen. Luis Hilti (Universität Liechtenstein) führte in die Vitalitätsanalyse im Rheintal ein und stellte vor, wie Angebot und Erreichbarkeit alltäglicher Funktionen kartiert werden, um die Abhängigkeit vom Auto im Rheintal differenziert zu analysieren.

Podiumsgespräch und Ausblick

In einem abschliessenden Podiumsgespräch diskutierten Büttner, Christiaanse, Di Carlo, Psenner und Hilti unter Moderation von Michael Wagner über planerische und politische Konsequenzen aus den präsentierten Ansätzen. Im Vordergrund standen Fragen nach gerechterer Mobilität, der Rolle der Raumplanung bei der Reduktion des motorisierten Individualverkehrs und der Gestaltung lebenswerter Quartiere im Kontext geringer bis mittlerer Siedlungsdichten.

Das Symposium machte deutlich, dass die wissenschaftliche Perspektive auf die derzeit stark autoorientierte Siedlungsstruktur im Rheintal einen wichtigen Beitrag zur öffentlichen Debatte leisten kann. Die Ergebnisse des FFF-Förderprojekts zur Vitalitätsanalyse sollen in den kommenden Jahren weitere Grundlagen für Diskussionen und Entscheidungen in Raum- und Verkehrspolitik im Rheintal liefern.

Die Veranstaltung fand im Rahmen des FFF-Forschungsprojekts «Vitalitätsanalyse im Rheintal – Die X-Minuten-Stadt im Kontext geringer bis mittlerer Siedlungsdichte» statt. 

Mehr Infos zum Forschungsprojekt und zur Fachgruppe Städtebau & Raumentwicklung 

Podiumsdiskussion von sechs Personen