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Digitalisierung in Liechtenstein: Hohe Akzeptanz, aber massives Misstrauen gegen die Politik

Digitalisierung in Liechtenstein: Hohe Akzeptanz, aber massives Misstrauen gegen die Politik

Student mit Virtual-Reality-Brille der Universität Liechtenstein bei einer digitalen Lehrveranstaltung.

Die Digitalisierungsumfrage 2024 zeigt einen deutlichen Widerspruch in Liechtenstein: Während 89 Prozent der Bevölkerung den digitalen Wandel als Chance sehen, halten lediglich zehn Prozent die politischen Entscheidungsträger für kompetent genug, diesen Wandel zu steuern.

Die Bevölkerung Liechtensteins lebt längst in der digitalen Welt und betrachtet den Wandel mit überwiegend positiver Grundhaltung. Die Digitalisierungsumfrage 2024, durchgeführt von der Universität Liechtenstein im Auftrag von digital-liechtenstein.li, bestätigt, dass 89 Prozent der Befragten die Digitalisierung als Fortschritt und Chance sehen. Während die positiven Auswirkungen auf die Wirtschaft stark bewertet werden (81 % positiv), verbindet jedoch nur rund ein Drittel der Befragten den digitalen Wandel mit einer höheren Lebensqualität.

Trotz gestiegener digitaler Resilienz und besserer Schutzmassnahmen bleibt die Cybersicherheit die oberste Digitalisierungspriorität, da sich knapp ein Fünftel weiterhin unzureichend vor digitalen Bedrohungen geschützt fühlt. Eng damit verbunden sind die Sorgen um Künstliche Intelligenz (KI): Zwar befürworten 64 Prozent die Entwicklung KI-basierter Technologien, doch überwiegen die Bedenken in vielen Bereichen. Die grössten Ängste betreffen die zunehmende Desinformation (64 % Risikowahrnehmung) und mögliche Arbeitsplatzverluste, die von 31 Prozent der Befragten – bei Frauen sogar von 44 Prozent – befürchtet werden.

Die Umfrage deckt ein tiefes Vertrauensdefizit gegenüber dem Staat auf. Nur ein Drittel empfindet die digitale Verwaltung als fortschrittlich, und das Vertrauen in die Digitalisierungskompetenz der politischen Entscheidungsträger sinkt weiter. Lediglich 10 Prozent der Befragten halten die Politik für (sehr) kompetent in Digitalisierungsfragen. Angesichts dieser Skepsis fordern die Menschen konkrete Verbesserungen im Alltag, darunter vorrangig virtuelle Schalter und digitale Verwaltungsdienste (57 % sehen Handlungsbedarf) sowie eine stärkere Nutzung der elektronischen Identität (eID) (49 %). Die Ergebnisse unterstreichen, dass die Digitalisierung Liechtensteins dringend gezielte Massnahmen zur Stärkung der Resilienz, des Vertrauens und der praktischen Anwendungen erfordert.

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Autorin am Digitaltag 2025

Eine der Autorinnen der Digitalisierungsumfrage 2024, Dr. Béatrice S. Hasler, Senior Scientist der Universität Liechtenstein, wird am Digitaltag Vaduz am Freitag, 28. November 2025, teilnehmen. Sie diskutiert im Rahmen des Eröffnungsanlasses von 17:00 bis 18:30 Uhr gemeinsam mit Wirtschaftsminister Hubert Büchel und Bruno Winkler über Strategien und die konkreten Herausforderungen des digitalen Wandels. Die Veranstaltung findet im Cafe im Kunstmuseum Vaduz statt. Zum Digitaltag

Student mit Virtual-Reality-Brille der Universität Liechtenstein bei einer digitalen Lehrveranstaltung.