Beat Burgmaier
Alumnus des Master Architecture 2005
Inhaber & Architekt @ BBA | Beat Burgmaier Architekten
Wie hat Ihr Studium Ihre Art zu denken, Probleme anzugehen oder neue Lösungen zu entwickeln, beeinflusst?
Meine Art zu denken, ist das Ergebnis der Erinnerungen und Erfahrungen von der Kindheit über das Studium an der Universität Liechtenstein bis heute. So schöpfe ich bei allen Projekten im Atelier aus diesen Erinnerungen, und suche für jede Aufgabe mit Sorgfalt und Präzision eine individuelle Lösung mit regionalem Bezug, und respektvollem Umgang mit der Landschaft, und dem ortsbaulichen und historischen Kontext. So entstehen in diesem Dialog ästhetische Raumkonzepte für den individuellen Ort und Nutzer. Ausgewogene Materiallösungen und höchste Ansprüche an eine handwerklich hochwertige Umsetzung runden die Arbeit ab, und schaffen eine räumliche Atmosphäre, welche zum Verweilen einlädt. Auf Basis dieser Philosophie entstehen schlichte, nachhaltige und ästhetische Bauwerke, welche überdauern und für den Kunden einen Mehrwerkt generieren.
Welche Fähigkeiten oder Perspektiven, die Sie an der Universität Liechtenstein erworben haben, helfen Ihnen heute am meisten in Ihrem Berufs- oder Privatleben?
In der Zeit an der Universität konnte ich meine Art Dinge wahrzunehmen stärken und das baugeschichtliche Wissen und Verständnis erweitern. Dies hilft mir im Atelier bei der Analyse, und in der Lösungsfindung für unterschiedliche Aufgabenstellungen.
Haben Sie durch Ihr Studium Netzwerke oder Kontakte geknüpft, die Sie auf Ihrem Weg begleitet haben?
Ja. Durch die überschaubare Grösse der Universität, war der Umgang zwischen dem Fachbereich und den Dozenten sehr familiär. Dies ermöglicht, dass nicht nur zwischen den Studenten, sondern auch den Dozenten gute Kontakte entstehen. Ich haben noch mit einigen der Studienkollegen regelmässigen Kontakt und wir machen jährlich eine Architekturreise, um ums auszutauschen und für die fachliche Weiterentwicklung.
Welche konkreten Beiträge leisten Sie heute in Ihrem Beruf oder Ihrer Branche, die auch das Land positiv beeinflussen?
Durch die Arbeit im LIA-Vorstand und der Bau- und Raumplanungskommission setze ich mich vermehrt mit Fragestellungen auseinander, welche die Branche oder die Orts- und Landesplanung beeinflussen. Im Atelier erreichen wir dies z. B. über die Arbeit an denkmalgeschützten Objekten, wie die Renovation und Umnutzung der Hofstätte Hintergass 35/37 in Vaduz, welche von grösser kultureller Bedeutung für Vaduz und das Land ist. Für uns beginnt aber Architektur schon in der Ortsplanung. So erarbeiteten wir auch den Richtplan und die Bauordnung für das einzigartige Siedlungsgebiet Steg.
Inwiefern sehen Sie die Universität als Motor für Innovation, Forschung oder gesellschaftlichen Fortschritt im Land?
Die Universität Liechtenstein übernimmt im Land eine wichtige und unverzichtbare Rolle in der Ausbildung von Fachleuten, und fördert mit Programmen wie «earth-Hub» die Wissensvermittlung im nachhaltigen und «Einfachen Bauen». Ein Thema, mit welchem wir uns im Atelier auch beschäftigen. «Einfaches Bauen» im konstruktiven und materialen Kontext, sowie in der Reduktion von Technik scheint uns ein wegweisender Ansatz für eine nachhaltige Baukultur.
Welche Karrieretipps würden Sie unseren heutigen Studierenden mit auf den Weg geben?
Sei im Geist immer ein neugieriger Student, der mit jeder Aufgabe lernt und wächst, so bleibst du offen und kreativ.