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Alumni im Portrait

Barbara Lydia Ruech

Alumna des Bachelor Architektur 2018 & Master Architecture 2021

Praxisdozentin | Universität Liechtenstein
Architektin & Fotografin | Studio barbara lydia ruech Dornbirn/Tokyo

 

 

Wie hat Ihr Studium Ihre Art zu denken, Probleme anzugehen oder neue Lösungen zu entwickeln, beeinflusst?

Das Architekturstudium hat meinen Blick auf die Welt verändert. Es hat nicht nur mein Denken geschärft, sondern mir die Freiheit gegeben, über Konventionen hinauszudenken und komplexe Ideen mit Kreativität und Leidenschaft anzugehen. Begegnungen mit spannenden Menschen, das Hinterfragen des Bekannten und die Freude am Entdecken prägen mich bis heute. 

Dieses Mindset begleitet mich in allem, was ich tue – in meinen Projekten, in der Zusammenarbeit mit Studierenden und in meiner Vision, Architektur als Brücke zwischen Innovation und kultureller Identität zu gestalten.

 

Tradition trifft Zukunft

 

Welche Fähigkeiten oder Perspektiven, die Sie an der Universität Liechtenstein erworben haben, helfen Ihnen heute am meisten in Ihrem Berufs- oder Privatleben?

An der Universität Liechtenstein habe ich gelernt, vernetzt zu denken und über naheliegende Lösungen hinauszugehen. Dieser Ansatz prägt meine Arbeit – sei es als Architektin, Fotografin oder in meinem Forschungsprojekt 2024–2025 in Japan « Das japanische Haus und sein Leben als mein Lehrmeister ». Über mehrere Monate tauchte ich tief in die Welt traditioneller japanischer Holzbauten ein: Ich bewohnte die alten Gebäude, beteiligte mich aktiv an der Sanierung und erforschte dabei ihre kulturelle Bedeutung. Jede dieser Erfahrungen ist für mich eine Lektion und zugleich ein spannender Dialog zwischen Vergangenheit und Zukunft. Ich verstehe Architektur als lebendige Verbindung zwischen Tradition und Innovation, zwischen Theorie und Praxis. Genau dieses Verständnis gebe ich auch als Praxisdozentin weiter. Mein Ziel ist es, Studierende zu inspirieren, mit einem wachen, kritischen Blick auf die Welt zu schauen, Grenzen zu hinterfragen und mit Offenheit und Neugier neue Perspektiven zu entwickeln.

Designerin präsentiert in einer Werkstatt ein handgefertigtes Keramikobjekt und erklärt ihre gestalterischen Ansätze im Dialog
Denkt mutig, handelt kreativ, lebt eure Utopien.

Netzwerke als Impulsräume

 

Haben Sie durch Ihr Studium Netzwerke oder Kontakte geknüpft, die Sie auf Ihrem Weg begleitet haben?

Definitiv! Das Studium war für mich nicht nur eine Plattform für kreatives und fachliches Wachstum, sondern auch der Anfang eines wertvollen Netzwerks. Die Kontakte zu Kommilitoninnen, Professorinnen, Handwerkerinnen, Architektinnen, Künstlerinnen … haben mich inspiriert und begleiten mich bis heute. Sie haben mir Mut gemacht, meinen eigenen Weg zu gehen, aussergewöhnliche Projekte zu starten und auch mal neue Türen zu öffnen. Dieses Netzwerk hat mir Zugang zu internationalen Projekten ermöglicht und ist für mich heute eine Quelle für neue Ideen und Impulse, die ich in meine Lehrtätigkeit in Liechtenstein und Projekte einbringe.

 

Welche konkreten Beiträge leisten Sie heute in Ihrem Beruf oder Ihrer Branche, die auch das Land positiv beeinflussen?

Durch meine Arbeit als Architektin, Fotografin und Praxisdozentin sowie durch die Zusammenarbeit an Projekten in Japan, bringe ich neue Perspektiven und nachhaltige Lösungen nach Liechtenstein. Diese bereichern die lokale Baukultur und fördern einen respektvollen Dialog zwischen Tradition und Innovation. Es ist mein Ziel, Studierende zu inspirieren, zukunftsorientierte Architektur zu entwickeln, die nachhaltige Lösungen bietet und gleichzeitig das kulturelle Erbe bewahrt. Darüber hinaus fördere ich durch mein internationales Netzwerk und Projekte den Austausch von Wissen und Impulsen, welche die innovative Weiterentwicklung der Architekturbranche vorantreiben.

Universität als Zukunftslabor

 

Inwiefern sehen Sie die Universität als Motor für Innovation, Forschung oder gesellschaftlichen Fortschritt im Land?

Für mich ist die Universität Liechtenstein ein Ort, an dem Innovation greifbar wird. Hier wird nicht nur geforscht und gelehrt, sondern auch dazu angeregt, anders zu denken – komplex, interdisziplinär und mit Weitblick. Das fördert nicht nur die Architekturbranche, sondern inspiriert die Studierenden, mutig nach vorne zu schauen und Lösungen zu entwickeln, die echte Veränderungen anstossen können.

 

Welche Karrieretipps würden Sie unseren heutigen Studierenden mit auf den Weg geben?

Mein Tipp? Seid mutig. Neugierig. Und lasst euch nicht von Rückschlägen entmutigen. Oft ist es der Weg selbst, der euch prägt – nicht nur das Ziel. Nutzt die Zeit an der Universität, um euch auszuprobieren, euren eigenen Weg zu finden und euer Wissen in die Praxis umzusetzen. Sucht den Austausch, nicht nur innerhalb der Uni, sondern auch darüber hinaus – so erweitert ihr euren Horizont und gewinnt neue Perspektiven und Inspiration. Und vor allem: Lebt eure Utopien, bis sie Wirklichkeit werden – denn es sind eure Ideen und euer Mut, die den Unterschied machen.