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Campus Gespräch 4 - Was macht Schulen zum Erfolgsmodell? Der geheime Lehrplan Wertschätzung: Beziehung, Partizipation, Verantwortung, Sinn

Campus Gespräch 4 - Was macht Schulen zum Erfolgsmodell? Der geheime Lehrplan Wertschätzung: Beziehung, Partizipation, Verantwortung, Sinn

School or Professorship:
Margret Rasfeld
Die Leiterin der Evangelischen Schule Berlin Zentrum hat zusammen mit dem Hirnforscher Gerald Hüther die Initiative Schule im Aufbruch gegründet.

Sie zeigt, wie an ihrer Schule eine Lernkultur der Potenzialentfaltung gepflegt wird. Lernen im Leben, sich erproben in Herausforderungen, Erfahrungen von Selbstwirksamkeit und Sinnhaftigkeit schaffen Voraussetzungen, damit die SchülerInnen in Zeiten wachsender Unsicherheiten verantwortungsvoll handeln können: Mit Eigeninitiative, Verantwortung und Kreativität.

Workshop: Zukunft der Bildung mitgestalten
Aufgrund vieler Anfragen bietet die Referentin im Anschluss an Vortrag und Apéro zusätzlich einen vertiefenden Workshop von 19.30 bis 21.00 Uhr in kleinerem Kreis an, in dem spezielle Anliegen und Fragen besprochen werden können. Wenn Sie auch am Workshop teilnehmen möchten, schicken Sie mir bitte eine kurze Anmeldung dazu per mail. Gerne können Sie auch schon Themen vorab mitschicken, die Sie diskutieren möchten.

Moderation
Claudia Schanza
Journalistin und Moderatorin
28 Jan
When and Where
Mittwoch, 28. Januar 2015, 17.00 Uhr, Universität Liechtenstein, Fürst-Franz-Josef-Strasse, Vaduz, Spoerry Areal
Fees
Eintritt frei. Aus organisatorischen Gründen bitten wir um Anmeldung.
Für Eltern, Lehrpersonen und alle weiteren an Bildung Interessierten.

Campus Gespräch 2 - Lernlust statt Lernfrust: Welche Lernkultur brauchen wir? Warum Werte in der Bildung Platz haben müssen.

Campus Gespräch 2 - Lernlust statt Lernfrust: Welche Lernkultur brauchen wir? Warum Werte in der Bildung Platz haben müssen.

School or Professorship:
Mag. Bernhard Heinzlmaier
Der Jugendkulturforscher beleuchtet das Spannungsfeld herkömmliche Schulsysteme – verändertes Umfeld – Vermittlung heute nötiger Bildung. Haben die Alten der heutigen Jugend die Ideale abgewöhnt? Wie sieht ein Bildungssystem aus, in dem eine humanistische Bildung mit Werten wie Moral, Einfühlungsvermögen, Selbstreflexion und Demokratiebewusstsein wieder auflebt?

Moderation
Claudia Schanza
Journalistin und Moderatorin
19 Nov
When and Where
Mittwoch, 19. November 2014, 17.00 Uhr, Universität Liechtenstein, Fürst-Franz-Josef-Strasse, Vaduz, Spoerry Areal
Fees
Eintritt frei. Aus organisatorischen Gründen bitten wir um Anmeldung.
Für Eltern, Lehrpersonen und alle weiteren an Bildung Interessierten.

Campus Gespräch 1 - Wie funktioniert unser Gehirn? Wie lernen wir am besten? Neueste Erkenntnisse aus der Hirnforschung

Campus Gespräch 1 - Wie funktioniert unser Gehirn? Wie lernen wir am besten? Neueste Erkenntnisse aus der Hirnforschung

School or Professorship:
Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer
Der deutsche Gehirn- und Lernforscher leitet das Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen (ZNL) in Ulm. Als Autor zahlreicher Bestseller spricht er über die Bedingungen für erfolgreiches Lernen und die Gestaltung von guten Lernumgebungen.

Moderation
Claudia Schanza
Journalistin und Moderatorin
24 Sep
When and Where
Mittwoch, 24. September 2014, 17.00 Uhr, Universität Liechtenstein, Fürst-Franz-Josef-Strasse, Vaduz, Spoerry Areal
Fees
Eintritt frei. Aus organisatorischen Gründen bitten wir um Anmeldung.
Für Eltern, Lehrpersonen und alle weiteren an Bildung Interessierten.

UniBall "50 Jahre Architektur"

UniBall "50 Jahre Architektur"

School or Professorship:
Der Uniball 2013 steht ganz im Zeichen des 50-jährigen Jubiläums des Institutes für Architektur und Raumentwicklung.

Der Abend wird von einem Ballorchester sowie DJs musikalisch gestaltet - kulinarisch verwöhnt werden Sie unter anderem mit Herbstkräutermousse, rosa gebratenem Roastbeef, sinnlichen Herbsalaten, geschmolzenem Kirschtomaten-Gemüse sowie einer halbflüssigen Schokosünde...

Ein besonderer UniKat Cocktail erwartet Sie an der Bar.

Lassen Sie sich überraschen und verzaubern!
15 Nov
When and Where
Freitag 15.11.2013, ab 19.00 Uhr im Ballenlager

Bildung ist die Währung der Zukunft

Bildung ist die Währung der Zukunft

School or Professorship:
"Bildung ist das, was übrig bleibt, wenn man alles vergessen hat, was man gelernt hat." Diese Einsicht des Physikers Werner Heisenberg bringt es auf den Punkt: Bildung ist mehr als Ausbildung oder Ansammlung von Informationen. Aber was ist das, was übrig bleiben soll? Wer ist ein gebildeter Mensch und welche Eigenschaften soll er haben? Über diese Fragen spricht Prof. Dr. Roland Wöller, Sächsischer Staatsminister für Kultus und Sport, im ersten Teil seines Vortrages und im zweiten Teil über das Verhältnis zwischen Bildung und sozialem Aufstieg, Bildung und Wohlstand.
01 Febr
When and Where
Mittwoch, 1. Februar 2012, 14.45 - 15.30 Uhr, Hörsaal 1
Fees
freier Eintritt

Liechtenstein in seiner Welt

Liechtenstein in seiner Welt

2025 war geopolitisch ein stürmisches Jahr. Russlands anhaltender Angriffskrieg gegen die Ukraine, der Gaza-Konflikt, die US-Zollpolitik und der Aufstieg autokratischer Regime dominierten die Schlagzeilen. Inmitten dieser Unruhen feierte Liechtenstein 30 Jahre EWR-Mitgliedschaft. Kein Ereignis hat das Staatsverständnis Liechtensteins in jüngerer Zeit so stark geprägt wie der EWR-Beitritt. Er brachte internationale Anerkennung, zwang das Land aber auch, in seine Staatlichkeit zu investieren. Doch wie nachhaltig war diese Entwicklung? Und wie soll sich Liechtenstein als souveräner Staat im heutigen geopolitischen Umfeld positionieren?

Die referenzierte Medienquelle fehlt und muss neu eingebettet werden.

(Illustration: Anna Hilti)

 

Fünf Phasen der Aussenpolitik

 

Seit Liechtenstein mit der Auflösung des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation im Jahr 1806 seine Souveränität erlangte, lassen sich im Wesentlichen fünf Phasen der Aussenpolitik unterscheiden. Die erste Phase war geprägt von dem multilateralen Engagement durch die Mitgliedschaft im Rheinbund und dem Deutschen Bund. Diese multilaterale Phase war jedoch nur von kurzer Dauer. Begünstigt durch die enge Verbindung der Fürsten von Liechtenstein mit der Habsburger Monarchie richtete sich Liechtenstein stark auf Österreich aus. 1852 beschlossen Liechtenstein und Österreich einen Zoll- und Steuerverein. Auch übernahm Österreich-Ungarn ab 1880 die diplomatische Vertretung Liechtensteins im Ausland und war in Verfassungs- und Verwaltungsfragen Vorbild für Liechtenstein.

Nach dem Ersten Weltkrieg und dem Zusammenbruch von Österreich-Ungarn erfolgte eine innen- und aussenpolitische Neuorientierung Liechtensteins mit einer verstärkten Ausrichtung auf die Schweiz. Im Zentrum stand der 1923 unterzeichnete Vertrag über den Anschluss Liechtensteins an das schweizerische Zollgebiet. 1924 führte Liechtenstein auch den Schweizer Franken als offizielles Zahlungsmittel ein. Die Anbindung an die Schweiz war vor allem wirtschaftspolitisch motiviert. Mit der Einführung der direkten Demokratie durch die Verfassung von 1921 hat der Blick in die Schweiz, Liechtenstein aber auch politisch geprägt.

Ab den 1950er-Jahren kann man von einer vierten Phase in der liechtensteinischen Aussenpolitik sprechen. Erstmals war Liechtenstein stärker um eine internationale Einbindung bemüht. Der Beitritt zu internationalen Organisationen – insbesondere die Beitritte zur KSZE (1975) und dem Europarat (1978) – stärkten die internationale Anerkennung Liechtensteins als souveräner und damit gleichberechtigter Staat, nachdem Liechtenstein diese Anerkennung 1920 beim Beitrittsgesuch zum Völkerbund noch verwehrt blieb. Ab den 1990er-Jahren und dem EWR-Beitritt kann man von einer fünften Phase der liechtensteinischen Aussenpolitik sprechen. Das internationale Engagement dient fortan nicht mehr nur der Absicherung der internationalen Anerkennung. Liechtenstein betreibt heute eine aktive und eigenständige Aussenpolitik, die aber – bedingt durch die eingeschränkten Ressourcen – weiterhin stark interessengeleitet ist und sich auf ausgewählte Schwerpunkte konzentriert.

 

Verändertes Selbstverständnis

 

Mit Massnahmen wie Briefmarkenverkäufe oder Finanzeinbürgerungen hat es Liechtenstein seit den 1920er-Jahren verstanden, Profit aus seiner Souveränität zu schlagen. Eine echte Souveränitätspolitik erfolgte aber erst deutlich später. Eine prägende Figur war dabei Gerard Batliner. Als Regierungschef (1962 bis 1970) arbeitete er intensiv auf eine aussenpolitische Öffnung Liechtensteins hin, besonders auf den Beitritt zum Europarat. Auch nach seiner Zeit als Regierungschef setzte sich Batliner in verschiedenen Funktionen differenziert mit dem Selbstverständnis Liechtensteins als souveräner Staat auseinander.

 

Liechtenstein ist ein kleiner, unabhängiger Staat. Es ist ein Land mit einer spezifischen Verfassung, einer weltweit ausgerichteten Wirtschaft, einer Gesellschaft mit eigentümlich gemischter Zusammensetzung und ausgeprägtem Eigenbewusstsein.

Gerard Batliner, Ansprache Eröffnung Liechtenstein-Institut, 1987

 

1987 war Liechtenstein weder Mitglied in den Vereinten Nation noch der EFTA oder dem EWR. Zwar hatten Politiker wie Batliner durchaus aussenpolitische Ambitionen, doch standen diese innenpolitisch oft im Konflikt mit der Frage nach der Grössenverträglichkeit und den ungewissen wirtschaftlichen Konsequenzen einer stärkeren internationalen Einbindung. 

Tatsächlich wird die Aussenpolitik in Liechtenstein stets als Aussenwirtschaftspolitik verstanden. So definiert die Regierung 1996 die «Optimierung der wirtschaftlichen Existenzgrundlagen» neben dem Erhalt der Souveränität als das zentrale Ziel der Aussenpolitik. Auch der jüngste Bericht zur Aussenpolitik (2019) hält ohne zu beschönigen fest «Aussenpolitik ist zuallererst Interessenspolitik.» Immerhin geht es bei der Wahrung dieser Interessen neben den «Unternehmen» auch um «Staatsangehörige» und den «Staat an sich». 

Diese opportunistische Politik hat Sieglinde Gstöhl 1998 in dem sehr lesenswerten Aufsatz «Wir sind wer! Wer sind wir?» wie folgt umschrieben:

 

Liechtenstein ist ein souveränes Dorf mit hoher Exportabhängigkeit und antiquierter Verfassung, welches seinen Reichtum weitgehend Ausländerinnen verdankt und sich dabei gerne selbstgefällig auf die Schultern klopft. Ja, wir sind wer!

Sieglinde Gstöhl, Wir sind wer! Wer sind wir?, 1999 Zitat in provokanter Bezugnahme auf Gerard Batliner

 

Trittbrettfahrer mit Ambitionen

 

Liechtenstein hat seit den 1990er-Jahren wesentlichen an staatlicher Kapazität gewonnen. Das Staatspersonal wurde ausgebaut, die Verwaltungsprozesse professionalisiert und die Politik insgesamt stärker verrechtlicht. Dank der zahlreichen Mitgliedschaften ist aus dem «souveränen Dorf» ein integrierter Kleinstaat geworden. 

Liechtensteins Aussenpolitik bleibt aber selektiv. So ist Liechtenstein z. B. der einzige Staat weltweit, welcher nie Mitglied in der UNESCO war. Als Sonderorganisation der Vereinten Nationen setzt sich die UNESCO für Frieden durch internationale Zusammenarbeit in Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation ein. 2019 ist Israel aus der UNESCO ausgetreten und kürzlich hat Donald Trump beschlossen, dass auch die USA Ende 2026 aus der UNESCO austreten werden.

Eine gewisse Selbstgefälligkeit Liechtensteins zeigt sich im Verhältnis zu seinen EWR-Partnern. Obwohl der EWR für Liechtenstein von zentraler Bedeutung ist, lehnte der Landtag 2013 den Beitritt Liechtensteins zum EU-Forschungs- und Innovationsprogramm Horizon 2020 ab. Es wurde befürchtet, dass zu wenig Geld nach Liechtenstein zurückfliessen könnte. Das Nachfolgeprogramm wurde dem Landtag von der Regierung gar nicht mehr vorgelegt. Die Förderung von Forschung und Entwicklung in Europa überlässt man stattdessen lieber anderen Staaten und der Privatwirtschaft.

Auch bei den Kohäsionszahlungen an weniger wohlhabende EWR-Staaten zeigt sich die Regierung gerne knausrig. 2016 argumentierte die Regierung im Landtag voller Stolz, dass die Erhöhung der Fördersumme im neuen EWR-Finanzierungsmechanismus im Vergleich zur Vorperiode unter der kumulierten Teuerung in der EU liegt. Wohlgemerkt war es dieselbe Regierung, welche die Aussenpolitik Liechtensteins in einem Grundlagenpapier mit den Begriffen «verlässlich, engagiert, solidarisch» definierte. 

Dass es auch anderes geht, zeigt das Beispiel Norwegen. Seit 2004 gibt es neben dem allgemeinen EWR-Finanzierungsmechanismus noch einen zusätzlichen Norwegischen Fonds, um die Kohäsion im EWR zu fördern. Dasselbe Norwegen trägt im Übrigen fast 50 Prozent der Kosten der EFTA-Institutionen und fast 90 Prozent der EWR/EFTA-Institutionen, auf welche Liechtenstein mangels personeller Ressourcen stark angewiesen ist.

Natürlich gibt es auch Lichtblicke in der liechtensteinischen Aussenpolitik. Hervorzuheben ist das grosse Engagement für das Völkerrecht im Rahmen der Vereinten Nationen. Hier bleibt aber abzuwarten, inwieweit dies tatsächlich ein dauerhafter Teil der aussenpolitischen Strategie ist oder inwieweit das aktuelle Engagement von den derzeit verantwortlichen Personen abhängt. 

Positiv zu erwähnen, sind auch die zuletzt gestiegenen Ausgaben für die Internationale Humanitäre Zusammenarbeit (IHZE). Mit CHF 39.2 Millionen haben die zur offiziellen Entwicklungszusammenarbeit anrechenbaren Ausgaben 2024 einen neuen Höchstwert erzielt. Mit einem ODA-Prozentsatz (Official Development Assistance) von 0.54 (2022) nähert sich Liechtenstein dem internationalen Zielwert von 0.7 an, liegt aber immer noch deutlich hinter Staaten wie Norwegen, Luxemburg oder den Niederlanden und Deutschland.

In Anlehnung an die beiden obigen Zitate lässt sich Liechtenstein deshalb wie folgt beschreiben: 

 

Liechtenstein ist ein international integrierter Kleinstaat mit einer dualistischen, aber konsensual gelebten Verfassung, der bei aller Einsicht über seine glückliche Geschichte und internationale Abhängigkeit zu einer gewissen Selbstgefälligkeit neigt und sich bei Fragen der internationalen Zusammenarbeit weiterhin regelmässig wegduckt.»

 Christian Frommelt, Erasmus Day, 2025

 

Im Herzen Europas

 

Zugegeben, Liechtensteins Ringen um sein Selbstverständnis als souveräner Staat und internationaler Partner ist durchaus verständlich. Politik in Liechtenstein ist meist eine Politik der kleinen Schritte. Es gilt, die Sorgen und Bedürfnisse von Land und Leuten abzuholen und in die Politik einzubinden. Die direkte Demokratie und soziale Kontrolle im Kleinstaat machen die Suche nach einem breiten Konsens noch wichtiger. Auch Liechtensteins Verhältnis zum Wohlstand ist speziell. Dieser basiert nicht auf natürlichen Ressourcen und wird deshalb – zumindest von der Politik – oft als potenziell vergänglich wahrgenommen. Hier unterscheidet sich Liechtenstein auch von Norwegen, dessen Wohlstand stark auf natürlichen Ressourcen basiert und durch diese zumindest mittelfristig abgesichert ist. Dies bietet eine Erklärung für die konservative Ausgabenpolitik Liechtensteins trotz hohem Staatsvermögen.

Die Herausforderungen an Liechtensteins Staatsverständnis sollen abschliessend an den Beispielen Sicherheit und Solidarität aufgezeigt werden. Im Sommer 2024 bewerteten über 90% der Bevölkerung die Sicherheit in Liechtenstein als eher oder sehr gut. In keinem anderen Staat in Europa fühlt sich die Bevölkerung ähnlich sicher. Dabei ist Liechtenstein der einzige Staat in Europa, der weder über eine eigene Armee verfügt noch von einem Nachbarstaat oder einem Verteidigungsbündnis eine Sicherheitsgarantie erhalten hat. Stattdessen beruht die sicherheitspolitische Strategie Liechtensteins bisher auf den Prinzipien Hoffnung und Unsichtbarkeit.

In einer idealen Welt wäre Liechtenstein ein Modell eines friedliebenden, sicheren Staates. In der realen Welt ist Liechtenstein aber eher ein Trittbrettfahrer – also jemand, der von etwas profitiert, ohne selbst viel beizutragen. Eine Sicherheitsstrategie Liechtensteins hat deshalb nicht nur ein Bewusstsein für die komplexe Realität in einer Welt mit hybriden Bedrohungen zu schaffen, sondern auch darzulegen, wie Liechtenstein mit seinen Werten und Zielen einen Beitrag zur europäischen Sicherheitsarchitektur leisten kann.

Genau hier setzt Solidarität an. Solidarität ausserhalb des Nationalstaates kennt verschiedene Motive. Dazu zählen unter anderem Mitgefühl, Eigennutz und Verbundenheit. Letztere basiert auf einem Zusammengehörigkeitsgefühl zwischen den Mitgliedern einer Gruppe und gilt im internationalen Bereich als die stärkste Form von Solidarität. Angesichts der starken Verflechtung Liechtensteins mit Europa und den gemeinsamen Werten kann Solidarität in und für Europa eigentlich nur aus Verbundenheit erfolgen. Liechtenstein ist ein Teil Europas und nicht nur das reichste Land in Europa. Meine Vision für ein modernes, eigenständiges und selbstbewusstes Liechtenstein lautet deshalb wie folgt:

 

Liechtenstein ist ein international integrierter Kleinstaat mit einer lebendigen Demokratie sowie verantwortungsbewussten Aussenpolitik, welche der starken internationalen Abhängigkeit Liechtensteins Rechnung trägt und den Werten einer liberalen Demokratie folgt.

Europa im Fokus – Belgischer Botschafter zu Gast

Europa im Fokus – Belgischer Botschafter zu Gast

Vier Personen stehen nebeneinander vor einem Banner mit der Aufschrift "Belgian Presidency of the Council of the European Union". Sie tragen formelle Kleidung und blicken in die Kamera.

Der Botschafter des Königreichs Belgien, S.E. Pascal Heyman, lud am Montag, 19. Februar, zu einer Diskussion über die Zukunft Europas an die Universität Liechtenstein ein.

 

Der Vorsitz Belgiens beim Rat der Europäischen Union vom 1. Januar bis zum 30. Juni 2024, der unter dem Motto «Schützen.Stärken.Vorausschauen.» steht, war der Anlass für die Veranstaltung. Liechtenstein ist zwar nicht Mitglied der EU, aber als europäisches Land auf gute Zusammenarbeit mit der EU als wichtigstem Partner angewiesen.
Umso mehr freute sich Aussenministerin Dominique Hasler in ihren Grussworten, dass diese wichtige Diskussion über die Zukunft Europas in Liechtenstein geführt wird, und betonte, dass «ein starkes Europa im ureigensten Interesse des Landes» ist. «Die aktuellen Krisen, insbesondere in unserer unmittelbaren Nachbarschaft, haben uns gezeigt, dass Frieden keine Selbstverständlichkeit ist, sondern etwas, für das wir uns täglich aufs Neue einsetzen müssen.».

 

Im Anschluss diskutierten S.E. Pascal Heyman, Prof. Jonathan Holslag, Professor für internationale Politik an der Vrije Universiteit Brussel, sowie Dr. Christian Frommelt, Rektor der Universität Liechtenstein, über wichtige Themen Europas: Für welche Werte steht die Europäische Union? Haben die europäischen Länder sich von den grossen globalen Playern – den USA und China – abhängen lassen?
Jonathan Holslag erklärte: «Gewöhnen Sie sich an die strukturelle Stagnation – das ist das neue Normal.» Dennoch sieht er weiterhin Chancen und Potenzial in Europa: Die Stärke der Länder sei es, frei zu denken und zu handeln, die Kreativität in Europa sei grenzenlos. Insbesondere wenn es darum gehe, grundlegend Neues zu erschaffen, seien die Europäer allen anderen nach wie vor weit voraus.

 

Nach der Podiumsdiskussion gab es Gelegenheit, sich bei traditionellen belgischen Pommes frites und Bier auszutauschen. 

Vier Personen stehen nebeneinander vor einem Banner mit der Aufschrift "Belgian Presidency of the Council of the European Union". Sie tragen formelle Kleidung und blicken in die Kamera.
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Staff Training Days

Staff Training Days

Das Stipendienprogramm Erasmus+ International Credit Mobility der Europäischen Union ermöglicht Aufenthalte für Partneruniversitäten ausserhalb der europäischen Grenze.

 

aus diesem Anlass weilten acht Professoren und Mitarbeitende von Universitäten aus Tunesien, Marokko, Georgien, Bosnien und Polen für ein paar Tage zu Besuch, um den Campus, die Studierenden sowie das Land und die Region kennenzulernen.

 

Nach einer Begrüssung durch Rektor Dr. Christian Frommelt stand ein Besuch bei der Hilti AG auf dem Programm, ausserdem trafen Incoming-Studierende die Gästegruppe zu einem Roundtable, um über ihr Leben und Studieren in Liechtenstein zu berichten. Das Thema Inklusion von Studierenden im Studium wurde intensiv diskutiert und durch einen Besuch beim HPZ in Schaan thematisch abgerundet. Die Besucher waren sehr beeindruckt über die Professionalität der Betreuung im gesamten Lebenszyklus.

 

Zudem gewährten einige Mitarbeitende und Professoren der Schools (Architektur, Business) sowie der Studienservice den Besuchern Einblick in ihre Arbeitsbereiche (Jobshadowing). Die Woche war geprägt durch inspirierende Begegnungen und interessante Gespräche.

EU-Botschafter zu Besuch

EU-Botschafter zu Besuch

Petros Mavromichalis, EU-Botschafter für die Schweiz und Liechtenstein mit Sitz in Bern, besuchte im Rahmen des Europa-Tages das Fürstentum sowie die Universität.

 

Mit Rektor Dr. Christian Frommelt und Studierenden der Studiengänge BSc BWL und MSc Finance wurden europapolitische umd Themen von liechtensteinischem Interesse diskutiert. Im Anschluss an den Roundtable gab der Botschafter einen Empfang im Rathaussaal Vaduz für Institutionen aus Liechtenstein.

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