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Digitally Multisensory: From Human-Like to Human-Centered Principles

Project Description

Digitale Technologien sind in unserem täglichen Leben bereits allgegenwärtig, aber sie
können noch mehr leisten, wenn sie in der Lage sind, über verschiedene Sinne mit ihren
Nutzern zu interagieren. Auch wenn die meisten Schnittstellen vom Sehen und Hören
abhängen, berücksichtigen einige digitale Technologien auch die Potenziale anderer
Sinneswahrnehmungen. Beispiele hierfür sind digitale Tools zur Schaffung von Düften
durch Kombination von Gerüchen und den Nutzervorlieben oder Software, die
Choreographie und Improvisation durch die Verschmelzung von Berührung, Sehen und
Bewegung ermöglicht. Diese digitalen Support-Tools adressieren direkt oder indirekt zwei
oder mehr Sinnen ihrer Benutzer. Solche multisensorischen digitalen Support-Tools sollen
den Menschen unterstützen und können zwei Designansätze verfolgen: menschenähnlich
und menschenzentriert. Das menschenzentrierte Design basiert auf dem Prinzip, den
Bedürfnissen des Benutzers zu dienen. Das menschenähnliche Design hingegen stützt
sich auf den Anthropomorphismus. Dabei werden Support-Tools gebaut, die nichtmenschlichen Entitäten menschliche Eigenschaften verleihen.
Bisher hat die Forschung die Dialektik von menschenähnlichen und menschenzentrierten
Ansätzen bei der Gestaltung digitaler Tools nur selten diskutiert, und umso weniger im
Zusammenhang mit multisensorischem Computing und Schnittstellen. Dieses Projekt wird
zur Wissensakkumulation in beiden Bereichen beitragen. Wir werden in diesem Projekt die
Unterschiede zwischen einem menschenähnlichen und einem menschenzentrierten
Designansatz erforschen und herausfinden, wie diese Unterschiede mit dem Design von
multisensorischen digitalen Support-Tools zusammenhängen. Darüber hinaus werden wir
untersuchen, wie sich diese Unterschiede auf ihre Verwendung durch erfahrene Benutzer
bei hochgradig kreativen und innovativen Aufgaben (z.B. Choreographen und Sommeliers)
auswirken. Die Hauptziele dieses Projekts sind (a) die Entwicklung eines Rahmenwerks
zur Analyse digitaler Support-Tools für Aktivitäten, die die multisensorische Wahrnehmung
in hochgradig kreativen oder innovativen Prozessen beinhalten, (b) die Anwendung eines
menschzentrierten Ansatzes auf das Rahmenwerk und (c) die Formulierung einer Reihe
von Designprinzipien für menschzentrierten multisensorisches Design.

Relevance to Liechtenstein

Liechtenstein ist bekannt für seine wunderbare Natur, seinen Sinn für Ästhetik, sein
kulinarisches Angebot und seine Kunst. Menschenzentrierte, multisensorische Support-Tools
können neue Geschäftsmöglichkeiten und neue Wege zur Förderung der Angebote
Liechtensteins bieten. Basierend auf den gewonnenen Erkenntnissen dieses
Forschungsprojekts über multisensorische Werkzeuge können innovative Ideen generiert und
digitale Initiativen in Liechtenstein befähigt werden, einen Schritt weiter zu gehen. Darüber
hinaus wird Liechtenstein von der Vermittlung der Forschungsergebnisse zu
humanzentriertem Design von multisensorischen Systemen profitieren. Die Erkenntnisse des
Projekts werden in die Lehre, wie zum Beispiel in den neuen Kurs "Human-centered Design",
integriert und in die Praxis transferiert werden.

Scientific, Economic and Societal Impact

In diesem Projekt werden wir die Unterschiede zwischen einem menschenähnlichen und
einem menschenzentrierten Designansatz untersuchen und verstehen, wie diese
Unterschiede mit dem Design von multisensorischen digitalen Support-Tools sowie ihrer
Verwendung durch erfahrene Nutzer (z.B. Choreografen und Parfümnasen)
zusammenhängen. In der Praxis wird dieses Projekt einen Beitrag zum Design digitaler
Unterstützungswerkzeuge liefern. Unsere Ergebnisse werden in einer Reihe von
Designprinzipien für multisensorische digitale Support-Tools synthetisiert, die auf den
Menschen ausgerichtet sind. Diese Prinzipien können bei der Gestaltung verschiedener
Klassen von Systemen angewendet werden, wie z.B. Web-Augmentation,
Expertensysteme, Umgebungssysteme, Systeme zur Unterstützung der Zusammenarbeit
sowie digitaler Systeme im Bildungsbereich.

Schlüsselwörter

Digitale Innovation Digitale Technologien

Project Participants

Employee
Dr. Leona Chandra Kruse
- Projektleiterin
Projektleiterin

Digitale Meister

Project Description

Die Profession von Zimmerleuten verändert sich grundlegend. Seit den frühen 1980er Jahren zählt der Abbundroboter zu den täglich genutzten Werkzeugen dieser Handwerkenden. Arbeiten wie das Ablängen von Holz, das Zurichten komplexer Balken und das Beschriften von Bauteilen wird nun von einem Roboter schnell, präzise und kalkulierbar erledigt. Aufgaben die in händischer Arbeit erledigt worden sind, können nun an einen Roboter übergeben werden. Dabei kann gerade in dieser neu entstehenden Symbiose aus Holzbauexpert*Innen und Abbundrobotern das Entstehen einer neuen Expertise, ein neues Fachwissen, erwartet werden.
Das Forschungsprojekt 'Digitale Meister' erforscht und dokumentiert dieses Phänomen der Zimmerleute, die nun an CNC-Abbundanlagen arbeiten. Ähnlich einem 'Crowdsourcing'-Prozess soll dabei das kollektive Wissen der Handwerkenden gesucht und abgebildet werden. Dabei wird zu Beginn des Projektes auf öffentlich zugängliche Daten der Plattform Instagram zurückgegriffen. Diese von den Handwerkenden hochgeladenen digitalen Artefakte verstehen sich dabei als Bilder, die für die Profession der Zimmerleute repräsentieren. Ziel ist es, von Handwerkenden eigenständig entwickelte Lösungen zu erfassen, die unter zu Hilfenahme einer Abbundanlage hergestellt worden sind. Die aus dem Prozess erhaltenen Ergebnisse sollen das kreative Potential der Handwerkenden aufzeigen.
In einem nachgelagerten Schritt werden ausgewählte Betriebe kontaktiert und zu ihrer Veröffentlichung auf der Plattform, zum eigenen Handwerk aber auch zum Umgang mit der CNC-Maschine, befragt.
Abschliessend werden die Ergebnisse der Erhebung sowohl wissenschaftlich als auch in breitenwirksamer Form publiziert. Auf diese Weise der Daten-Rückführung wird den Handwerkenden ein erweitertes Spektrum der Abbundanlage als 'Echo-Effekt' aufgezeigt. Im Rahmen dieses Forschungsprojektes soll den Handwerkenden vor Augen geführt werden, welche Potentiale in der Synergie aus Handwerks-Wissen und Maschinen-Leistung liegen.

Relevance to Liechtenstein

Neue Technologien eröffnen neue Lösungen. Dabei wird jedoch manchmal bereits vorhandenes Wissen nur bedingt berücksichtigt. Liechtenstein kann auf eine aktive und florierende Baubranche blicken. Um sich dennoch im internationalen Wettbewerb um künftige Bautätigkeiten in der ersten Reihe weiterhin behaupten zu können, ist eine entsprechend Vorrausschauende und progressive Haltung elementar. Das Forschungsprojekt 'Digitale Meister' befasst sich mit dem Potential, neuerster Technologien unter Berücksichtigung vorhandener Expertisen der Handwerkenden. Gerade klein und mittelständische Handwerkbetriebe wie diese in Liechtenstein vorhanden sind, müssen einen Umgang, eine Strategie und ein Bewusstsein entwickeln um für künftige Herausforderungen gerüstet zu sein. Das Projekt 'Digitale Meister' erforscht klein und mittelständische Unternehmen und schickt die erarbeiteten Ergebnisse wiederum zurück in diese Betriebe. Die Unternehmen sollen durch das Projekt 'Digitale Meister' neue Perspektiven für eine bewusste und aktive Gestaltung der eigenen Zukunft erhalten.

Scientific, Economic and Societal Impact

Mit rund 16.000 beschäftigen Personen bzw. einem jährlichen Gesamtumsatz von etwa 600 Mio. CHF im Einzugsgebiet der Vereinigung ‚Holzbau Schweiz' wird die wirtschaftliche Dimension der Relevanz des Baustoffes Holz aufgezeigt. Das Forschungsprojekt ‚Digitale Meister' untersucht hier im Speziellen die sich verändernde Profession von Zimmerleuten in und um den Bodenseeraum bzw. das Alpen-Rheintal und bildet dadurch einen Beitrag zur Entwicklung des Handwerks von morgen. Die erwarteten Ergebnisse haben eine hohe Relevanz für die Entwicklung zukünftiger Lehrprogramme. Nur wenn ein Verständnis für das sich verändernde Handwerk gefördert werden kann, ist eine vorausschauende Gestaltung neuer Lehrangebote zielführend die wiederum zu einer breit aufgestellten wirtschaftlichen Basis für die Zukunft beitragen.

Project Participants

Digital Nudging — The Power of Defaults

Project Description

Viele Entscheidungen werden zunehmend in Online-Kontexten getroffen. Daher ist es wichtig, die Auswirkungen von Websites sowie deren Kontext auf unser Entscheidungsverhalten zu verstehen. Auch nur kleine Modifikationen in Websites können eine Entscheidung nachhaltig beeinflussen. Eine dieser auf verhaltenswissenschaftlichen Erkenntnissen basierende Modifikation (auch "Nudges" genannt) ist das bewusste setzen von Default-Werten. Websites verwenden zunehmend Defaults, die häufig die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass Nutzer bestimmte (präferierte) Optionen wählen, wie z. B. das Abonnieren von Mailinglisten.

Aufgrund von Heuristiken und Biases, z.B. Status Quo Bias, neigen wir dazu, diese Defaults zu akzeptieren, anstatt sie aktiv abzulehnen. Die Faktoren, die zur Akzeptanz oder Ablehnung von Defaults in Online-Umgebungen führen, sind allerdings noch nicht vollständig verstanden; insbesondere ist der Einfluss von mentaler Anstrengung und kognitiver Erschöpfung unklar. Ziel des Projektes ist es, ein tieferes Verständnis bzgl. der (kognitiven) Faktoren zu gewinnen, die die Akzeptanz oder Ablehnung von Defaults beeinflussen.

Project Participants

Employee
Dr. rer. oec. Lena Franziska Kaiser
- Projektmitarbeiterin
Projektmitarbeiterin
Employee
Prof. Dr. Markus Weinmann
- Projektmitarbeiter
Projektmitarbeiter
icon
Employee
Prof. Dr. Jan vom Brocke
- Projektleiter
Gastprofessor - Information Systems und Process Science
Projektleiter
icon
Employee
Christina Mathis B.A.
- Projektmitarbeiterin
Projektmitarbeiterin

Publications

Die Wirksamkeit von Architekturvermittlung evaluieren (WAVE)

Project Description

In den letzten Jahren sind im Deutschsprachigen Raum zahlreiche Einrichtungen, die sich mit der Vermittlung von Architektur auseinandersetzen, entstanden. Vor allem sind auch die Institutionen, die sich der Architekturvermittlung an Kinder und Jugendliche widmen, gut vertreten. Diese sehen ihre Aufgabe darin, junge Menschen im Bezug zur gestalteten Umwelt seh-, sprach- und entscheidungsfähig zu machen, so dass diese zu kompetenten Entscheidungsträgern werden.
Das Forschungsvorhaben WAVE will durch eine kritische Bestandsaufnahme (Umfragen und Experteninterviews) von Institutionen, deren Zielgruppe Kinder und Jugendliche sind, erörtern, inwiefern Methoden und Kriterien zu Evaluierungsprozessen definiert werden können.
Zudem sollen durch partnerschaftliche Kooperationen und Workshops unter Experten folgende Themen und Fragestellungen eruiert werden:

  • Relevanz: Wird das Richtige getan? Wie gross ist die Relevanz bzw. Bedeutung der Institution/Initiative in Bezug auf die lokalen und nationalen Bedürfnissen (bspw. Baukulturvermittlung)?
  • Effektivität: Werden die Ziele der Institution/Initiative erreicht? Wie gross ist die Effektivität bzw. der Wirkungsgrad des Vorhabens im Vergleich zu den gesetzten Zielen (Vergleich: Planung - Ergebnis)?
  • Effizienz/Finanzierung: Werden die Ziele der Institution/Initiative wirtschaftlich erreicht? Wie gross ist die Effizienz bzw. der Nutzungsgrad der eingesetzten Ressourcen (Vergleich: eingesetzte Mittel -Ergebnisse)?
  • Wirkung: Trägt die Institution/Initiative zur Erreichung übergeordneter bildungspolitischer Ziele bei? Was ist der Impact bzw. die Wirkung der Institution/Initiative im Verhältnis zur Zielgruppe?

Die Erkenntnisse sollen dazu beitragen, Evaluierungsprozesse und -mittel für Architekturvermittlungsinstitutionen/-initiativen zu formulieren, welche den Projektverantwortlichen in der Implementierung und Steuerung ihrer Institution/Initiative helfen, eine bestmögliche Entwicklung ihrer Aktivitäten sicherzustellen.

Relevance to Liechtenstein

Es ist die Vermittlung von Architektur an junge Menschen, die im Fokus dieses Forschungsvorhabens steht. Die Erkenntnisse sollen dazu dienen, das Thema Architekturvermittlung an Kinder und Jugendliche noch stärker an Liechtensteiner Schulen zu verankern. Als Teil der Liechtensteiner Kultur, soll die die gebaute Umwelt bewusst wahrgenommen werden und eine Auseinandersetzung dazu stattfinden. Denn Architektur betrifft uns alle und ist ein fundamentaler Bestandteil kultureller Bildung.

Schlüsselwörter

Bildung Architekturvermittlung Evaluation Kinder

Project Participants

Employee
Dr. sc. Celina Martinez-Cañavate
- Projektleiterin
Projektleiterin

Die Verbesserung von content-intensiven Geschäftsprozessen

Project Description

Organisationen sind zunehmend gefordert, die stetig ansteigende Menge an unstrukturierten Informationen effektiv zu verwalten. Probleme, die sich für das Informationsmanagement ergeben, sind beispielsweise Schwierigkeiten mit der Suche, dem Abrufen und der effektiven Wiederverwendung von Content im gesamten Unternehmen. Eine Ursache für derartige Probleme sind Prozesse, die nicht ausreichend auf das Management von Content in Organisationen ausgerichtet sind.

Eine Domäne, die sich mit der Verwaltung von Informationen in Organisationen beschäftigt, ist Enterprise Content Management (ECM). ECM "is the strategies, tools, processes, and skills an organization needs to manage its information assets over their lifecycle" (Smith & McKeen, 2003). Unter ECM ist ein sowohl organisatorischer als auch technischer Ansatz zu verstehen. Dennoch hat sich die ECM-Forschung in der Vergangenheit hauptsächlich mit den technologischen Aspekten von ECM beschäftigt und dabei organisatorische ECM-Aspekte, wie beispielsweise die Verbesserung von Prozessen durch ECM, vernachlässigt.

Ziel der Dissertation ist es daher, Potentiale von organisatorischen ECM-Initiativen zur Verbesserung sog. content-intensiver Prozesse zu untersuchen. Ein Prozessverbesserungsrahmen mit den drei Phasen "Analyse", "Anpassung" und "Überwachung" dient der Strukturierung der Arbeit. Das Forschungsvorhaben entwickelt gezielt Werkzeuge und Instrumente, die Organisationen bei der Verbesserung ihrer content-intensiven Prozesse anleiten und unterstützen können.

Relevance to Liechtenstein

Enterprise Content Management (ECM) ist ein Thema von hoher regionaler Relevanz. Im Rahmen der Dissertation wird entsprechend mit verschiedenen Liechtensteinischen Unternehmen zusammengearbeitet, unter anderem Hoval und Ivoclar Vivadent.

Schlüsselwörter

Enterprise Content Management (ECM) Geschäftsprozessmanagement Content-intensive Geschäftsprozesse

Project Participants

Employee
Dr. Andrea Harr
- Doktorandin
Doktorandin
Employee
Prof. Dr. Jan vom Brocke
- Betreuer
Gastprofessor - Information Systems und Process Science
Betreuer
icon
Prof. Dr. Axel Winkelmann
- Kobetreuer
Kobetreuer
Prof. Tero Päivärinta
- Kobetreuer
Kobetreuer

Publications

Die spezifische Struktur Liechtensteins als Kleinstvolkswirtschaft

Project Description

"Country size matters", zu dieser Überzeugung kommen immer mehr Ökonomen (vgl. Alesina und Spolaore, 2003). Dennoch konnte in der Fachwelt bisher keine befriedigende Antwort darauf gegeben werden, welcher Zusammenhang zwischen der Grösse eines Landes und dessen wirtschaftlichen Erfolg besteht. Im Rahmen des Forschungsprojekts soll am Beispiel Liechtensteins die spezifische Struktur von Kleinstvolkswirtschaften und mögliche Grössenvor- bzw. -nachteile herausgearbeitet werden. Die Forschungsergebnisse sollen auch die Grundlage wirtschaftspolitischer Empfehlungen bilden.
Das Projekt gliedert sich inhaltlich in die drei Schwerpunktbereiche (i) Kleinheit, Offenheit und die Auswirkungen der Integration auf dem Arbeitsmarkt, (ii) Kleinheit, Wachstum und regionale Konvergenz und (iii) Kosten der Kleinheit im öffentlichen Sektor

Schlüsselwörter

Volkswirtschaft

Project Participants

Employee
Prof. Dr. Carsten-Henning Schlag
- Projektleiter
Projektleiter
Employee
Dr. habil. Kersten Kellermann
- Projektmitarbeiterin
Projektmitarbeiterin

Publications

Die Rolle von kognitiver Flexibilität bei der Erkennung von unternehmerischen Gelegenheiten

Project Description

Die Erkennung von unternehmerischen Gelegenheiten gilt als entscheidende Fähigkeit für unternehmerischen Erfolg. Dies gilt insbesondere für Unternehmer in dynamischen Umgebungen, in denen ständig Gelegenheiten für innovative Produkte und Geschäftsmodelle wahrgenommen werden müssen.

Gegenwärtig besteht weder ein tiefgreifendes Verständnis, wie Menschen effektiv solche Gelegenheiten erkennen und entwickeln können, noch wie dieser Prozess gefördert werden kann. Dieses Forschungsvorhaben geht diesen Fragen mithilfe von kognitionswissenschaftlichen Ansätzen nach, die das Potenzial haben, akademisches und praktisches Wissen durch die Untersuchung von zugrunde liegenden Fähigkeiten, Motivationen und Strategien, zu erweitern.

Basierend auf früheren Arbeiten, argumentieren wir, dass erfolgreiche Unternehmer sowohl eine höhere Aufmerksamkeit für neuartige Situationen haben, als auch neue Informationen besser mit bestehendem Wissen verknüpfen können. Wir schlagen vor, dass sich diese Unternehmer durch hohe kognitive Flexibilität auszeichnen, die es ihnen ermöglicht, zwischen verschiedenen Perspektiven zu wechseln, während sie verschiedene Informationselemente vergleichen und verknüpfen, und somit den Prozesses der Erkennung von Gelegenheiten initiieren. Darüber hinaus nehmen wir an, dass eine Kombination von kognitiven und motivationalen Aspekten bei der Erkennung von innovativen Gelegenheiten ausschlaggebend ist. Daher beziehen wir das Kognitionsbedürfnis, eine individuelle Neigung, sich an aufwendigem Denken zu erfreuen, mit ein.

Der Ansatz ein komplexes Phänomen auf eine individuelle Stufe zu bringen, und zugrunde liegende Dispositionen der Unternehmer zu erforschen, wird zum besseren Verständnis der Erfolgsfaktoren beim Aufbau neuer Unternehmen beitragen. Das Ziel dieser Forschung ist es zudem praktische Empfehlungen hervorzubringen, um die Bemühungen von Unternehmern zu verbessern.

Relevance to Liechtenstein

Der Regierung in Liechtenstein ist es ein besonderes Anliegen, Start-up Unternehmertum und Innovation in Liechtenstein zu unterstützen. Diesem Aufruf folgend, beabsichtigt dieses Forschungsprojekt, individuelle Strategien zu untersuchen, welche die Fähigkeit der Erkennung von unternehmerischen Gelegenheiten verbessern können. Diese Fähigkeit ist von zentraler Bedeutung für Unternehmer in Liechtenstein, um innovative Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle in dynamischen und technologischen Marktumfeldern entwickeln zu können.
Wir nehmen eine interdisziplinäre Perspektive ein, um ein tiefgreifendendes Verständnis der zugrunde liegenden kognitiven Fähigkeiten, Motivationen und Strategien von sehr innovativen und erfolgreichen Unternehmern zu erlangen. Darauf aufbauend, planen wir die Entwicklung von praktischen Leitlinien für die Anwendung und Vermittlung in verschiedenen Bereichen in Liechtenstein: z.B. in auf Unternehmertum fokussierten Bildungsprogrammen an der Universität Liechtenstein oder mittels Coaching- und Beratungsprodukten am Zentrum für Kleine und Mittlere Unternehmen in Liechtenstein (KMUZ).

Schlüsselwörter

Entrepreneurship Unternehmerische Gelegenheiten Unternehmerisches Denken Opportunity Recognition Geschäftsideen

Project Participants

Employee
PD Dr. habil. Christian Marxt
- Projektleiter
Projektleiter
Employee
Prof. Dr. Dr. Sascha Kraus
- Projektmitarbeiter
Projektmitarbeiter
Employee
Dr. rer. oec. Zorica Zagorac-Uremović MSc
- Projektmitarbeiterin
Projektmitarbeiterin

Die Rolle vom Ich und Raum in der digitalen Welt: Herausforderungen für die hybride Arbeit und virtuelle Kollaboration

Project Description

Manager behaupten, dass die Zukunft der Arbeit von hybriden Arbeitsformen geprägt sein wird. Das bedeutet, dass die Mitarbeiter flexibler sein werden, was den Raum und die Zeit der Erledigung ihrer Aufgaben angeht. Man erwartet, dass Remote-Arbeit für einen großen Teil der Wissensarbeiter zur neuen Normalität wird. Die Forschung zur Remote-Arbeit an sich ist nicht neu. Es wurden verschiedene Studien durchgeführt, um die Auswirkungen dieser Art der Arbeit auf das Wohlbefinden der Mitarbeiter, die Beziehungen zu Kollegen und die Work-Life-Balance zu verstehen und zu beurteilen. Allerdings ist wenig über die Herausforderungen bekannt, die mit der Arbeit vom Homeoffice im Rahmen der hybriden Arbeitsformen verbunden sind. Insbesondere fehlt es an Erkenntnissen darüber, wie Arbeitnehmer die neuen räumlichen Arrangements und die damit verbundenen Arbeitspraktiken wahrnehmen, d. h. wie sie sich in den "kollabierten" organisatorischen, häuslichen und Cyber-Räumen orientieren.

Im aktuellen Forschungsprojekt konzentrieren wir uns daher darauf, wie Individuen das Ich / Selbst (Self) und den Raum / Ort (place) in neuen Arbeitskontexten wahrnehmen. Wir arbeiten die bestehenden Theorien und Konzepte aus und schlagen vor, die Begriffe "Bedürfnis nach Raum" (need for place) und "Bedürfnis nach Ich" (need for self) weiterzuentwickeln. Wir erweitern das Verständnis des Bedürfnisses nach einem Raum / Ort als ein Bedürfnis nach einem Bezugspunkt für Erinnerungen, um das Selbst, die Gruppenidentität und die Kultur zu erhalten. In meiner Forschung stütze ich mich stark auf die Textanalyse mit Verwendung von Techniken des maschinellen Lernens.

Project Participants

Employee
Dr. rer. oec. Yulia Litvinova
- Doktorandin
Doktorandin
Employee
Prof. Dr. Jan vom Brocke
- Betreuer
Gastprofessor - Information Systems und Process Science
Betreuer
icon
Employee
Prof. Dr. Iris Junglas
- Kobetreuerin
Kobetreuerin

Die Rolle des Staates in der Digitalen Transformation - Schaffung von Kapital durch digitale Technologien am Beispiel der Blockchain-Initiative Liechtenstein

Project Description

Digitale Technologien wie künstliche Intelligenz, selbstfahrende Autos, das Internet der Dinge oder die Blockchain bieten im Rahmen der digitalen Transformation zahlreiche neue Möglichkeiten für die Wirtschaft und Gesellschaft. Gleichzeitig fehlen aber häufig die passenden institutionellen Rahmenbedingungen für Rechts- und Investorensicherheit sowie eine nutzerfreundliche Regulierung. Mögliche Inkonsistenzen mit dem vorliegenden institutionellen Kontext bieten Raum für Konflikte und können verhindern, dass nachhaltig Wert auf Basis dieser neuen Technologien generiert wird. Vor diesem Hintergrund untersucht die Dissertation, wie ein Staat einen institutionellen Rahmen schaffen kann, der es Organisationen - privatwirtschaftlichen Unternehmen wie auch öffentlichen Verwaltungen - ermöglicht, kontinuierlich Kapital (ökonomisch, sozial, human, symbolisch, organisatorisch) auf Basis digitaler Technologien zu schaffen. Die Untersuchung nutzt die Capital Creation Theory als Grundlage, speziell in ihrer Übertragung auf die sog. "Digital Capital Creation", um die Blockchain-Initiative des Fürstentums Liechtenstein zu rekonstruieren. Gegenstand der Blockchain-Initiative in Liechtenstein ist die Entwicklung eines institutionellen Rahmens für den Einsatz der Blockchain-Technologie, was insbesondere die Schaffung entsprechender Gesetzgebungen beinhaltet. Diese Initiative ist weltweit die erste ihrer Art und bietet somit eine einzigartige Möglichkeit, um den Mehrwert staatlich geschaffener Rahmenbedingungen und Strukturen zur Ermöglichung von Handlungspotenzialen im Kontext der digitalen Transformation zu untersuchen. Auf Basis des Fallbeispiels werden generelle Mechanismen der Kapitalkreierung mit digitalen Technologien erarbeitet, die für die Planung und Steuerung digitaler Transformationsprojekte im Allgemeinen verwendet werden können.

Schlüsselwörter

Liechtenstein Blockchain Digitale Transformation

Project Participants

Employee
Dr. rer. oec. Christoph J. Frick M.A.
- Doktorand
Doktorand
Employee
Prof. Dr. Jan vom Brocke
- Betreuer
Gastprofessor - Information Systems und Process Science
Betreuer
icon
Prof. Dr. Axel Winkelmann
- Kobetreuer
Kobetreuer
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