Project Description
Die Erkenntnis "The city as sociotechnical Process" (Graham et al 2001) ist Ausgangspunkt des Promotionsvorhabens. Es vertieft diese Leseart mit Fokus auf spezifisch zwischenstädtische Ereignisse und testet bekannte Zwischenstadt-Planungsstrategien auf Misskonzeptionen und Potentiale.
Dazu ist es notwendig im ersten Teil der Arbeit, die "Black Box" Planung genauer zu betrachten, verschiedene raumrelevante Akteure zu beschreiben, sowie deren komplexen Verknüpfungen untereinander zu rekonstruieren. Gleichzeitig sollen die Rollen der Planer im Planungs- und Rückübersetzungsprozess beschrieben werden.
In einem zweiten Teil der Arbeit werden viel diskutierte Planungsansätze auf ein Teilgebiet des Alpenrheintales übertragen. So werden der aktuellen Raumplanung räumlich qualifizierende Strategien, wie im "Handbuch zum Stadtrand" (Lampugnani et al 2007), in "After-Sprawl" (Geyter 2002) oder in "Zwischen Stadt Entwerfen" (Bormann et al 2005) beschrieben, gegenübergestellt und diskutiert.
Das gewählte Forschungskonzept folgt dabei dem Ansatz einer "lokalen städtebaulichen Praxis" (Eisinger 2004, S. 12), mit welcher es Eisinger in seiner Habilitationsschrift gelang, Städtebautheorie und Städtebaupraxis in einen gesellschaftstheoretischen Kontext zu stellen. Dabei orientierte er sich an den Vorgehensweisen der Science and Technology Studies (STS) insbesondere den Forschungsansätzen der Aktor-Netzwerk-Theorie (ANT). Mit diesem Konzept der "lokalen städtebaulichen Praxis" lassen sich die spezifisch lokalen Gegebenheiten dechiffrieren, die dazu Verhelfen ein besseres Verständnis für die gesellschaftlichen Prozesse im Bezug zur Raumproduktion typischen Stadtlandschaften zu entwickeln.