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Retail Distribution of Financial Services

Project Description

Der Vertrieb von Finanzprodukten an Privatkunden von Liechtenstein aus erzeugt Risiken und Chancen. Die Kenntnis des Rechtsumfelds ist unabdingbar für eine ausgewogene Tätigkeit.

Relevance to Liechtenstein

Der Vertrieb von Finanzprodukten an Privatkunden von Liechtenstein aus erzeugt Risiken und Chancen.

Project Participants

Employee
Prof. Dr. Dirk Zetzsche LL.M. (Toronto)
- Professor
Professor
Employee
Sebastiaan Hooghiemstra LL. M.
- Projektmitarbeiter
Projektmitarbeiter
Employee
Dipl. Kff. Nadja Dobler
- Projektmitarbeiterin
Studiengangsmanagerin - Bank- und Finanzmarktrecht
Projektmitarbeiterin
icon

Researching Densification Regimes in Territorialy Fragmented Urban Regions

Project Description

Dieses Forschungsprojekt umfasst den Kern der empirischen Arbeit der als «embedded» Case-Study angelegten Doktorarbeit des Forschenden. Das Ziel dieses Forschungsprojekts ist es, zu erforschen inwiefern ein wachstumsorientierter Nachhaltigkeits-Diskurs die materielle Umgestaltung des Alpenrheintals durch Verdichtung und Innenentwicklung beeinflusst. Betrachtet man Verdichtung als Prozess, ist es notwendig zu
fragen wie dieser Prozess gesteuert und umgesetzt wird. Während die Gemeinden als Träger der kommunalen Planungshoheit territorial eingebettet sind und kommunale Planungspolitiken demokratisch legitimiert sein müssen, sind private Akteure weitestgehend territorial unabhängig. Zur Umsetzung von Verdichtungsprojekten müssen aber beide Akteursgruppen trotz womöglich unterschiedliche Zielsetzungen und institutioneller Hintergründe miteinander kooperieren. Es ist daher notwendig die territoriale Verankerung sowie die Ressourcen der beteiligten Akteure zu betrachten, um zu verstehen, wie Verdichtungsprojekte geplant und umgesetzt werden können. Daher werden in diesem Forschungsprojekt drei Verdichtungsprojekte in drei unterschiedlichen Gemeinden, die aber vom selben Projektentwickler umgesetzt werden, analysiert. Durch eine vergleichende Analyse können unterschiedliche Formen der Kooperation von sogenannten «densification regimes» herausgearbeitet werden um zu ergründen, wie solche Regime entstehen und sich stabilisieren. Innerhalb dieses Forschungsprojekts werden die theoretischen und methodologischen Grundlagen, die im Rahmen der Vorstudie erarbeitet wurden, mit empirischem Material ergänzt. Nach diesem Forschungsprojekt wird das gesammelte Material so aufgearbeitet, dass zwei Publikationen zur Vervollständigung der kumulativen Doktorarbeit erarbeitet werden können.

Schlagwörter: Verdichtung, nachhaltige Raumentwicklung, Alpenrheintal, urbane Wachstumskoalitionen,

Scientific, Economic and Societal Impact

Verdichtung ist eines der brennenden Themen der Raumentwicklung in der grenzüberschreitenden Region Alpenrheintal, da durch Verdichtung eine Reduktion des Bodenverbrauchs, eine effizientere Nutzung von öffentlichen Infrastrukturen sowie eine Steigerung des Wohnungsbaus erreicht werden kann. Trotz dieser Vorteile ist die zunehmende Verdichtung der Siedlungsbereiche eine konfliktreiche und hochkomplexe Angelegenheit. Aktuell ist noch zu wenig darüber bekannt, wie solche Verdichtungsprozesse in einer territorial fragmentierten Region von statten gehen. Ein besseres Verständnis dieser Prozesse ist aber von Bedeutung, soll Verdichtung zukünftiger weniger konfliktreich und die Prozesse effizienter umgesetzt werden können.

Participating Institutions

Reputation and accountability mechanisms in the credit rating agency business

Project Description

Die "Großen Drei" amerikanischen Ratingagenturen Standard & Poor's, Moody's und Fitch stützen sich alle auf ein Emittenten-Zahlungsmodell. Empirische Forschungsergebnisse suggerieren, dass finanzielle Kompensation einen Einfluss auf das Verhalten der Ratingagenturen ausübt und zu Inte-ressenkonflikten führen kann, wie beispielsweise die Bereitstellung zu guter Bonitätsbewertungen (i.e. Rating Inflation). Allerdings wird in der wissenschaftlichen Literatur Reputationskapital als Gegenargument angeführt, der Ratingagenturen einen ökonomischen Anreiz für akkurate Ratings bietet. Falls die Ratingagentur ihre Reputation am Markt verliert, würden Investoren den Ratings nicht mehr Glauben schenken und die Zahlungsbereitschaft der Emittenten für Ratings würde sin-ken. Abgesehen von Reputationsverlust stellt auch soziale Interaktion zwischen Ratinganalysten und Investoren einen wichtigen Kontrollmechanismus dar. Investoren besitzen die Möglichkeiten, mit Ratinganalysten zu kommunizieren und die Bonitätsbewertung kritisch zu hinterfragen.

Bis dato wurden die Auswirkungen von Reputationseffekten und sozialer Interaktion auf das Ver-halten von Ratingagenturen in keinem Laborexperiment näher erforscht. In diesem Projekt versu-chen wir daher anhand eines Experiments zu evaluieren, ob Reputation und Rechenschaftspflicht als Kontrollmechanismen den Interessenkonflikt von Ratingagenturen verringern können. Unser Standardverfahren stellt ein Duopol dar, in dem zwei Ratingagenturen ihren jeweiligen Rating Re-port an einen Emittenten verkaufen möchten, der anschliessend den Rating Report den Investoren bereitstellt. Unser erstes experimentelles Verfahren beinhaltet ein Feedback-System, das es den Investoren ermöglicht, eine Bewertung über die Reportqualität abzugeben. Unser zweites experi-mentelles Verfahren beinhaltet zusätzlich zum Feedback-System eine Chat-Box, die soziale Interak-tion und somit Rechenschaftspflicht zwischen den Marktteilnehmern ermöglicht.

Regulierung vertrauenswürdiger Technologien in Liechtenstein (VTG-Kommentar)

Project Description

Ergebnisse:

Liechtenstein hat mit dem Erlass des TVTG (Token- und VT-Dienstleister-Gesetz) juristisch Neuland beschritten und als eines der ersten Länder weltweit versucht, die Entwicklungen dezentraler Netzwerke in einen gesetz-lichen Rahmen einzubetten. Das Ziel des Projekts bestand vor allem in der juristischen Aufarbeitung der ein-zelnen Gesetzesbestimmungen. Im Zuge der Analyse wurden zudem Einzelthemen, wie das Registrierungsver-fahren, die Rolle einzelner Dienstleister, die Unterstellung unter das Sorgfaltspflichtgesetz oder die Informationspflichten eingehend untersucht und dazu publiziert. Neben der Veröffentlichung zahlreicher Beiträge konnten die gewonnenen Erkenntnisse zudem vielfach in der Lehre und Weiterbildung einfliessen sowie wurden sie durch Vorträge einem wissenschaftlichen Diskurs zugänglich gemacht. Der Kommentar verarbei-tet diese Erkenntnisse und vertieft sie im Rahmen der Einzelanalyse der spezifischen Gesetzesbestimmungen.

Schlüsselwörter

Gesetz über vertrauenswürdige Technologien Token Digitalisierung und Recht Blockchain-Gesetz Regulierung innovativer Technologien

Project Participants

Employee
Dr. iur. Judith Ellen Sild
- Projektleiterin
Projektleiterin

Regulation in Information Systems Research - Über das Zusammenspiel von Technologie und Regulierung

Project Description

Regulierung in der Forschung zu Informationssystemen (ISR) hat zunehmend an Bedeutung gewonnen, insbesondere seit der globalen Finanzkrise von 2008, die zu einem Anstieg der Regulierungsmassnahmen führte. Trotz dieser wachsenden Bedeutung fehlt jedoch ein umfassendes Verständnis für die Regulierung in der ISR. Diese Forschung zielt darauf ab, die Wirksamkeit der Regulierungsmechanismen vor dem Hintergrund der digitalen Transformation zu bewerten. Die Herausforderungen, die sich aus der rasch fortschreitenden digitalen Landschaft ergeben und deren Auswirkungen auf die Einhaltung von Standards und die Funktionalität von Organisationen, werden untersucht. Das Nebeneinander von Regulierung und ISR schafft eine komplexe Wechselbeziehung, die die Einhaltung von Standards, das Geschäftsverhalten und die organisatorische Dynamik sicherstellt. ISR spielt eine entscheidende Rolle dabei, Organisationen zu ermöglichen, die regulatorische Einhaltung zu wahren und gleichzeitig die betriebliche Effizienz zu optimieren. Regulatorische Vorgaben prägen die Annahme und Anpassung von ISR-Strategien massgeblich und erfordern eine nahtlose Integration von Compliance-Vorgaben. Darüber hinaus transformieren sich Governance-Elemente im Zuge der digitalen Evolution, was eine weitere Ebene der Komplexität schafft. Die Dissertation identifiziert Bereiche, um potenzielle Risiken und Unsicherheiten in der dynamischen digitalen Landschaft zu minimieren. Durch die Untersuchung dieser Forschungsbereiche zielt die Arbeit darauf ab, Einblicke zu liefern, die zur Verbesserung der regulatorischen Rahmenbedingungen beitragen und damit die Einhaltung von Vorschriften und die organisatorische Agilität in der sich entwickelnden digitalen Paradigmen fördern. Diese Evolution ist entscheidend für den langfristigen Erfolg von Unternehmen in der sich entwickelnden digitalen Landschaft.

Project Participants

Employee
Prof. Dr. Jan vom Brocke
- Betreuer
Gastprofessor - Information Systems und Process Science
Betreuer
icon
Employee
Antonia Wurzer MSc
- Doktorandin
Doktorandin
Employee
Prof. Dr. Ralf Plattfaut
- Kobetreuer
Kobetreuer

Regulation and its Impact on Hedge-Fund Return Distribution Characteristics

Project Description

Hedge-Funds (HF) are well known alternative investment undertakings using alternative investment strategies. Recently, these alternative investment undertakings heated up discussions on regulatory issues such as disclosure and transparency.

Our objective is to show, if any specific distribution characteristics of various HF domiciles exist and if a comprehensive regulation of HF does refer or does not refer to specific regulation characteristics.

Intended goals of the project are (1) to gain a better understanding of alternative investment undertakings regarding HF specific regulations, (2) to provide policy makers with arguments towards a comprehensive national regulation for HF and (3) to advise asset managers and fund promoters in their choice of a HF domicile.

Scientific, Economic and Societal Impact

This research project has a particular significance for Liechtenstein as a growing fund domicile and a place with a good reputation in the professional advisory service. Our project supports the ongoing development of Liechtenstein as a fund domicile by offering investment vehicles to use alternative investment strategies like HF.

In addition we are able to contribute to the ongoing discussion of alternative investment undertakings in Europe.

With our findings Liechtenstein can improve its regulatory framework to become a more competitive HF domicile. This is strengthening both Liechtensteins postion as a growing fund domicile for alternative investment undertakings and its professional advisory service in private wealth management.

Schlüsselwörter

Finanzwissenschaft

Participating Institutions

Project Participants

Employee
Prof. em. Dr. Marco J. Menichetti
- Projektleiter
Emeritierter Professor - Liechtenstein Business School
Projektleiter
Dr. Marcel Vaschauner MBA
- Projektmitarbeiter
Projektmitarbeiter

Regionales Wachstum in der Schweiz

Project Description

Das regionale, d.h. kantonale Wachstum in der Schweiz ist in den letzten Jahrzehnten sehr unterschiedlich verlaufen. Das Projekt hinterfragt die Determinanten des regionalen Wachstums in der Schweiz.

Die Resultate dienen als Benchmark für die liechtensteinische Volkswirtschaft. Darüber hinaus wird mit Hilfe ökonometrischer Tests der Frage nachgegangen, ob das kantonale Wachstum in der Schweiz durch endogene Wachstumsprozesse bestimmt wird.

Schlüsselwörter

Konjunkturforschung

Project Participants

Employee
Prof. Dr. Carsten-Henning Schlag
- Projektleiter
Projektleiter
Employee
Dr. habil. Kersten Kellermann
- Projektmitarbeiterin
Projektmitarbeiterin

Regionale Wertschöpfung durch Architektur und Baukultur in der Bodenseeregion - nachhaltiges Wirtschaften im Feld der Creative Economies (CE_ARCH)

Project Description

Welche regionale Wertschöpfung wird durch die Architektur im Bodenseeraum erbracht? Welchen Einfluss hat die Baukultur auf die regionale Identität? Wie agieren Architektinnen und kreative Akteure innerhalb des gesamten Wirtschaftskomplexes? Und wo befinden sich die entsprechenden Wissens- und Innovationscluster? Dies sind die zentralen Fragen, die das Forschungsprojekt untersucht. Als zweitgrösste Branchengruppe der Creative Economy in der Bodenseeregion ist die Architektur für eine Analyse besonders prädestiniert. Die Architekturbranche ist wettbewerbsgetrieben, in ihr werden die entscheidende Zukunftsfragen des nachhaltigen Wirtschaftens -Stichwort: Kreislaufwirtschaft -, der Raum- und Technologieentwicklung - Stichwort Smart Living - entschieden. Zudem spielt die Architektur vor dem Hintergrund des Strukturwandels gerade auch für das kulturelle Selbstverständnis, die Attraktivität und Lebensqualität der Region eine massgebliche Rolle. Gleichwohl ist diese Branchengruppe durch ihre projektbasierte Arbeitsweise hoch mobil und flexibel; um diese Fachkräfte für den Bodenseeraum zu gewinnen und halten zu können, bedarf es eines attraktiven regionalen Arbeitsumfelds, welches auch überregional und grenzübergreifend gut vernetzt ist.

Ziel der Studie ist eine branchenspezifische Analyse der regionalen Bedeutung und Wertschöpfung der Architektur im Bodenseeraum. Es soll aufgezeigt werden, in welche kreativen Ökosysteme Architektinnen und Architekten eingebettet sind und wo und wie sie zu Treiber für regionale und auch globale Innovationen werden. Dazu soll die impulsgebende Wirkung von Architekturprojekten im Hinblick auf kulturelle, soziale, ökologische und ökonomische Entwicklungen betrachtet werden. Die empirische Basis dafür wird einerseits über einen statistischen Forschungsansatz erhoben, andererseits wird durch eine Reihe von Fallstudien, Netzwerk- und Stakeholderanalysen ein qualitativer Zugang gewählt. Die enge Kooperation mit der Praxis ermöglicht es, Fragen der Wertzuschreibung und Praktiken aus einer Innenperspektive zu erheben und vor dem Hintergrund von regionalem Selbstverständnis und Nachhaltigkeit zu diskutieren. Einerseits dient die Vernetzung in und mit der Praxis im Bodenseeraum als analytischer Rahmen, andererseits wird damit die Möglichkeit geschaffen, Akteure aus den Teilregionen direkt in das Projekt einzubinden. Für die Bodenseeregion ist die Beantwortung der Frage, in welchem Wechselverhältnis Architektur, nachhaltiges Wirtschaften, Technologie und kulturelle Identität stehen, relevant. Die Studie liefert Erkenntnisse über die wirtschaftliche Dynamik, die Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit. Und sie zeigt an beispielhaften Projekten den gesellschaftlichen Mehrwert der Architektur auf, den sie in der Auseinandersetzung mit Zukunftsfragen des Wohnens und Wirtschaftens entwickelt und als identitätsstiftenden Impact für die nachhaltige und umweltbewusste Entwicklung und Lebensqualität leistet. Sie bietet damit Anhaltspunkte, um den Strukturwandel aktiv zu gestalten.

Schlüsselwörter

Creative Economies Regionale Wertschöpfung Baukultur in der Bodenseeregion nachhaltiges Wirtschaften

Project Participants

Employee
Dr. Clarissa Rhomberg
- Projektleiterin
Projektleiterin

Reformvorhaben und Entwicklungen im Stiftungs- und Trustrecht

Project Description

Seit der erstmaligen gesetzlichen Normierung des Stiftungs- und Trustrechts im Personen- und Gesellschaftsrecht (PGR) im Jahr 1926 tragen diese beiden Rechtsinstitute massgeblich zum Erfolg Liechtensteins als Vermögens- und Strukturierungsstandort bei. Dogmatisch unterscheiden sich beide Rechtsinstitute wesentlich voneinander. In rechtsfunktionaler Hinsicht hingegen ermöglichen sowohl die Rechtsform der Stiftung aus dem Rechtskreis des Civil Law als auch die des Trust aus dem Rechtskreis des Common Law die langfristige Umsetzung des Willens des Stifters bzw. des Settlors im Rahmen der Vermögens- und Nachfolgeplanung sowie der Verwirklichung von gemeinnützigen Zwecken.
Im Jahr 1926 hat Liechtenstein als erstes kontinentaleuropäisches Land in Europa die Rechtsform des Trust aus dem Common Law eingeführt und in eigenständigen Regelungen kodifiziert. Seitdem ist der Rechtsbestand weitestgehend unverändert geblieben. Im November 2023 hat die Regierung einen Vernehmlassungsbericht «betreffend die Abänderung des Treuhänderschaftsrechts» veröffentlicht, bei dem wesentliche Anpassungen vorgeschlagen werden. Die geplanten Neuerungen betreffen insbesondere die Trust-Governance. Schwerpunkte der Vorlage sind die Einführung eines obligatorischen Informationsberechtigten (enforcer), die Abänderungen der Bestimmungen zur gerichtlichen Aufsicht, der Katalog von Aufsichtsmassnahmen, die Antragslegitimation und Parteistellung im Aufsichtsverfahren sowie die Unterstellung von gemeinnützigen Treuhänderschaften unter die Aufsicht der Stiftungsaufsichtsbehörde. Insbesondere die Installierung eines enforcers in Gestalt des Informationsberechtigten ist kritisch zu hinterfragen, da dies das beneficiary principle als eines der fundamentalen Merkmale des Common Law Trusts aushebeln würde. Demnach bedürfte jeder Trust zur Sicherstellung seiner Durchsetzbarkeit nicht mehr der beneficiaries sondern eines enforcers. Dem enforcer kommen im Sinne der Vorlage alle Rechte zu, welche üblicherweise im traditionellen Common Law Trust den Begünstigten zustehen.
Daneben wurde auch die Stiftung im Jahr 1926 im PGR erstmalig normiert. Neben kleineren Anpassungen erfolgte im Jahr 2008 die Totalrevision des Stiftungsrechts, bei der es weitestgehend zu einer Neufassung der stiftungsrechtlichen Normen mit einem besonderen Schwerpunkt auf dem System der Foundation Governance kam. Nunmehr ist angedacht, eine «zielgerichtete Verbesserung» bei den stiftungsrechtlichen Normen anzugehen. Die Regierung erarbeitet derzeit die Vernehmlassungsvorlage für die Anpassungen im Stiftungsrecht, welche sich unter anderem mit den Einsichts- und Informationsrechten der Begünstigten, der Aufsicht sowie der Prävention gerichtlicher Streitigkeiten zwischen den Stiftungsbeteiligten beschäftigen wird.
Wie die Ausführungen zeigen, stehen sowohl die Stiftung als auch der Trust vor gesetzgeberischen Anpassungen. In beiden Fällen handelt es sich um punktuelle und zielgerichtete Novellen. Diese betreffen allerdings jeweils die Governance und somit einen wesentlichen Kernbereich der jeweiligen Rechtsform.
Es stellen sich daher eine Reihe von Fragen im Kontext des jeweiligen Governance-Systems der beiden Rechtsformen sowie weitere Fragen der künftigen privat- und gemeinnützigen Gestaltung, damit deren Kontrolle und Aufsicht weiterhin in einem geschlossenen und selbstregulierenden System sichergestellt ist. Vor diesem Hintergrund nimmt sich das vorliegende Forschungsprojekt zum Ziel, die geplanten Gesetzesänderungen zu untersuchen und mögliche Spannungsfelder aufzuzeigen.

Relevance to Liechtenstein

Gemäss den neusten öffentlich verfügbaren Daten existieren in Liechtenstein etwa 10.000 Stiftungen und rund 1.600 Trusts, wobei Stiftungen sogar die am häufigsten vorkommende Rechtsform Liechtensteins darstellen. Diese Zahlen verdeutlichen die anhaltende praktische Bedeutung beider Rechtsinstitute seit ihrer erstmaligen gesetzlichen Verankerung im Jahr 1926. Die Attraktivität Liechtensteins als internationaler Standort für Stiftungen und Trusts beruht vor allem auf funktionierenden Führungs- und Kontrollsystemen. Um auch zukünftig das Vertrauen der Öffentlichkeit in eine robuste Foundation bzw. Trust Governance sicherzustellen, ist es unabdingbar, die aktuellen gesetzlichen Entwicklungen aufmerksam zu verfolgen und die damit verbundenen rechtlichen Fragen zu untersuchen. Eine wissenschaftliche Aufarbeitung der jüngsten Reformvorhaben zur Stiftung und zum Trust, zweier integraler Bestandteile des liechtensteinischen Personen- und Gesellschaftsrechts, ist von übergeordnetem Interesse für alle Stakeholder des Finanzplatzes und insoweit von hoher lokaler Relevanz.

Scientific, Economic and Societal Impact

Zweifelsohne beeinflussen Stiftungen und Trusts die Wirtschaftstätigkeit in Liechtenstein massgeblich. Der Finanzplatz Liechtenstein, insbesondere in Bezug auf die Attraktivität im Bereich der Nachfolgeplanung und Vermögensstrukturierung, ist weit über seine Grenzen hinaus bekannt. Dies führt dazu, dass Kapital und Vermögen nach Liechtenstein transferiert wird, was wiederum wesentlich zur Attraktivität des Alpenrheintals beiträgt. Die geplanten Gesetzesänderungen werfen nun praxisrelevante Fragen zur Zukunft der Governance beider Rechtsformen auf. Daher ist es von Bedeutung, im Rahmen des Forschungsprojekts die genauen Auswirkungen der Reformvorschläge zu untersuchen. Besonderes Augenmerk wird dabei auf das System zwischen den Akteuren bei Stiftungen und Trusts gelegt. Es gilt, die Interaktionen und Beziehungen zwischen den Beteiligten sowie die Auswirkungen der vorgeschlagenen Gesetzesänderungen auf diese Dynamik zu verstehen. Nur so kann eine fundierte Analyse erfolgen, um sicherzustellen, dass die Integrität und Effektivität der Stiftungs- und Truststrukturen in Liechtenstein auch weiterhin gewährleistet sind.

Schlüsselwörter

Foundation Trust Governance

Publications

Reform der Bankenaufsicht

Project Description

Mitwirkung an einer Arbeitsgruppe des österreichischen Bundesministeriums für Finanzen zur Reform der Bankenaufsicht

Project Participants

Employee
Prof. Dr. Nicolas Raschauer
- Projektmitarbeiter
Projektmitarbeiter
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