Project Description
Mit dem Geschlechterrichtwert von 20% hat der Schweizer Nationalrat das Ziel bestärkt, die Anzahl von Frauen im VR zu erhöhen. Reagiert wird auf eine deutliche Differenz zwischen Männern und Frau-en bzgl. ihrer Repräsentation in Boards von Unternehmen (OECD 2016, Catalyst Census 2016, Egon Zehnder 2016, ILO 2015). Die erfolgreiche Besetzung von VR-Mandaten durch Frauen ist schwierig, obwohl es genügend gut qualifizierte Kandidatinnen gibt, z.B. im Female VR-Pool.
Gründe auf individueller Ebene liegen u.a. darin, dass Frauen Anforderungen von offenen Mandaten zu eng auslegen (Mohr 2014, Powell & Butterfield 1994). Frauen bewerben sich weniger häufig für Top Management Funktionen und trauen sich diese seltener zu als gleich qualifizierte Männer. Auch setzen sie einen zu grossen Schwerpunkt auf die inhaltliche Erfüllung, statt auf Management und Organisati-on und verkaufen sich oft unter Wert. Gründe auf organisationaler Ebene sind u.a. in der Unterneh-menskultur zu finden. Frauenbezogene Stereotype, wie die eines geringeren Führungsanspruchs prä-gen die Argumentation (Adams 2016, Eagley & Karau 2002, WEF 2017). Karrieren entwickeln sich in Machtverhältnissen, die stark männlich geprägt sind (Cornils et al. 2014). Frauen haben seltener Zu-gang zu relevanten Netzwerken, die Rioult (2016) als "informelle Verflechtung von männlichen Verwal-tungsräten und GL-Mitgliedern" bezeichnet. Dabei werden genau in diesen Netzwerken wichtige In-formationen ausgetauscht und Entscheidungen getroffen. Zudem gilt die 'gläserne Decke' vorwiegend für frauenspezifische Berufsgruppen wie HR, Kommunikation oder Marketing.
1.2 Projektziele
Das eigene Netzwerk und die Fähigkeit, es zu bespielen, hat bei der Nominierung für ein VR-Mandat eine entscheidende Rolle. Um die Netzwerkkompetenz von Frauen gezielt zu fördern und Kontakte zu Schlüsselpersonen im Besetzungsprozess herzustellen, möchten wir ein Mentoring-Programm konzipie-ren und aufbauen, das Frauen auf ihrem Karriereweg hin zu einer VR-Position unterstützt.
Mentoring beschreibt die Beziehung zwischen zwei Personen: Mentees, die Ziele erreichen
möchten und MentorInnen, die Mentees auf diesem Weg unterstützen.
Die Unterstützung kann bestehen aus:
o regelmäßigen Gesprächen,
o konkreten Anleitungen,
o Vermittlung von Wissen und Kontakten
o aktiver Unterstützung.
Mentoren für dieses Programm werden aus Organisationen und Unternehmen der Bodenseeregion rekrutiert und ebenso Frauen, die sich für ein Mandat bewerben möchten.